Beiträge zum Thema: amtsdeutsch

Deutschthemen zum Freitag - Das Blog


Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Gern dürfen die Beiträge zitiert werden - über eine entsprechende Quellenangabe mit Link freue ich mich.

Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

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11/2020: erlaubnisfähig

  • Schwierige Wörter I:
    nieveauvolle
    Nie? Wo?
  • Schwierige Wörter II:
    OhneZwiebel
    Soll was bedeuten? Döner, ohne Zwiebeln.
  • Amtsdeutsch der Woche:
    erlaubnisfahig
    „Erlaubt“ reicht wohl nicht mehr? Demnächst wird das noch substantiviert und heißt dann „Erlaubnisfähigkeit“.
  • Schwierige Frage:  „Die Polizei tappt noch im Dunklen.“ oder „Die Polizei tappt noch im Dunkeln.“ Gefragt ist hier ja die Schreibweise des Substantivs (das Dunkel). Im Gegensatz zum Adjektiv (dunkel) — hier kann nämlich dunkel oder dunkle verwendet werden („Es ist schon dunkel.“ oder „die dunkle Nacht“) — ist das beim Substantiv nicht so: das Dunkel, des Dunkels, im Dunkeln.
  • Markus Söder: „Corona ist ein Marathon, bei dem wir nicht wissen, wo das Ziel ist und wie lange er dauert.“ Also, so geht ein Marathon keineswegs! Evtl. sieht man das Ziel nicht, was an der Entfernung liegt — die steht aber fest: 42,195 km.
  • Finde mindestens sieben Fehler in diesem kurzen Aushang:
    Handschuhe
  • Geografiethema der Woche (danke Christian):
    Urlaub
    Ja klar — und Hamburg erlaubt Urlaub in Bayern. Föderalismus einmal anders.
  • Homonym der Woche: der Wirt (danke Klaus). Der Wirt kann ein Gastwirt sein, der Handelsbeauftragte des Deutschen Ordens und — ganz aktuell — in Biologie und Medizin vorkommen.
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27/2018: Augenweite

  • Amtsdeutsch: „Der Architekt dachte sich bei dieser Durchwegung folgendes …“ Nach Abwägung aller Belange, kommt mir das Wort abwegig vor!
  • Toreuphorie (danke Klaus):
    EckeZappelt
    Das Netz zappelt vor Aufregung in der Ecke, es will den Ball haben.
  • Beruf der Woche: Flechtwerkgestalter. Davon gebe es in Deutschland immer weniger. Was das ist? Der gute, alte Korbmacher. Darunter kann man sich gleich etwas vorstellen, auch wenn nicht ausschließlich Körbe gemacht werden.  Dem Erfinder des Flechtwerkgestalters gebe ich einen Korb.
  • Schwierige Wörter:
    Augenweite
    Nicht weit daneben, sondern knapp. Die Augenweide ist ein sehr schöner, wohltuender Anblick und hat natürlich auch nichts mit dem Baum Weide zu tun. Im Mittelhochdeutschen war Weide ein Labsal oder eine Speise. Weswegen die Augenweide auch ein Augenschmaus sein kann.
  • Fußballkommentar vor einem der vielen Elfmeter während der Achtelfinale der WM: „Er konzentriert sich mit seinem rechten Fuß …“
    Ich hab’s ja schon immer geahnt: Fußballer denken gar nicht mit dem Gehirn. Zumindest während des Spiels. Naja, in den folgenden Interviews teils auch nicht;-)
  • Homonym der Woche: die Hütte (danke Klaus). Die Hütte ist ein einfaches, schlichtes Gebäude, eine Fabrik zum Schmelzen von Erzen und der Decksaufbau am Heck eines Schiffes. Umgangssprachlich kann die Hütte voll sein, Raum ist auch in der kleinsten und Holz kann auch davor sein.
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25/2018: Speckulation

  • Fußball-WM I: „Er ist der Kopf, also das Herz dieser Mannschaft.“ Körperteile sind bei Fußballern offenbar egal.
  • Fußball-WM II. Oliver Kahn: „Ich gehe auf jeden Fall davon aus, dass Argentinien weiterkommt. Obwohl ich da immer vorsichtig wäre.“ Das sind die Experten des Fußballs. Der Olli Kahn, der Titan, hat das Zeug zum Politiker.
  • Beruf der Woche (danke Klaus):
    Stillstandsmanagement
    Man hat es schon immer geahnt, aber jetzt kennen wir die Ursache für die Verspätungen: das Stillstandsmanagement. Bestimmt eine aufregende Tätigkeit.
  • Übelsetzung der Woche. Einfach goldig, diese Hinweise zu einem Messerschleifer:

Achtung Sicherheitshinweise:

1. Feierlich erklärt, dass dieses Produkt nicht für Scheren, gezackte Messer gilt.

2. Kann nicht zu viel stark Schärfen, und kann nicht hin und her schleifen, um die Klinge nicht zu beschädigen.

3. Bitte legen Sie die Messerschläfer nicht in die Spülmaschine oder Wasser, sollte trocken und sauber gehalten werden.

4. Es gibt eine Möglichkeit, werden Keramikstäbe und Metallklingen beim Schläfen verschmutzt. Machen Sie bitte keine Sorge davor, ist es ganz normal.

5. Bitte setzen die Messerschläfer auf eine Ort, dass die Kinder nicht in Reichweite sind, um Unfälle zu vermeiden.

  • Fußball-Lexikon: „Die Mexikaner werden versuchen, unsere Mannschaft hoch zu pressen.“ Kann man das mit „Würgen“ gleichsetzen?
    Gleichwohl — war offenbar erfolgreich.
  • Überflüssige Buchstaben:
    Bisstro
    Kleines Lokal al dente (=bissfest)?
  • Amtsdeutsch der Woche (danke Klaus):
    Zuwegung
  • Bindestriche fehlen ja häufig, wodurch es zum sog. Deppenleerzeichen kommt. Aber zu viele Bindestriche müssen auch nicht sein:
    Au-tofahrer
    Hier gibt’s das „Au“ und den „Po“.
  • Schwierige Wörter. Mit Speck fängt man …:
    Speckulation
    … auch zu Weihnachten …:
    Speckulatius
    … oder überhaupt …:
    Specktakel
    … und noch der kulinarische Abschluss:
    Specktrum
  • Brüller der Woche:
    Kehrpaket
    Wurst, Rasierklingen … ein Duden oder Geschichtsbuch war leider nicht im Paket. Care-Pakete waren Hilfspakete Ende des 2. Weltkrieges.
  • Fehlende Buchstaben:
    Widerverwendbarkeit
    Wieder dem Duden … oder so ähnlich.
  • Homonym der Woche: die Winde (danke Klaus). Die Winde ist eine Kletterpflanze und eine mechanische Hebevorrichtung. Sie wird beim Starten von Flugzeugen benutzt und der Schweizer sagt so zum Dachboden.
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17/2018: Interwall

  • Überflüssige Buchstaben:
    Festivall
  • Hier ist der Name leider nicht Programm (danke Klaus):
    Kassen
  • Schwierige Wörter I:
    Interwall
    Also die Schreibweise ist keineswegs ein optischer Leckerbissen.
  • Wetterbericht der Woche (danke Herr Ebel):
    30cmSchnee
    Die 30cm großen Flocken stammen wahrscheinlich aus Tschernobyl.
  • Schwierige Wörter II:
    Tatigkeit
    Fragt sich nur, welche Tätigkeit er am Torwart ausübte?
  • Schwierige Wörter III (danke Klaus):
    Periverie
    Und das größte Vieh ist die Philosovieh!
  • Amtsdeutsch (danke Klaus):
    Doppelverbeitragung
    Das Hauptärgernis liegt in der Sache, dass niemand rechtzeitig hingeht und einmal drastisch sagt: „Junge, du redest Müll.“ Ach so — damit jetzt auch bei der Schelte niemand benachteiligt wird: „Mädchen, du redest Müll.“ ginge natürlich auch. Je nachdem, wer’s eben ist.
    Betrifft auch andere Berufsgruppen wie z.B. Politiker, Manager …
  • Märchen der Woche (danke Klaus):
    Hammel
  • Homonym der Woche: das Quartier (danke Klaus). Neben einer Unterkunft ist ein Quartier auch noch in der Archäologie und der Heraldik (Wappenkunde). Das Quartier ist Teil des Schuhs, ein altes Flüssigkeitsmaß und ein schwedisches Getreidemaß. Dazu noch ein Stadtviertel und in Lübeck und Paris Verwaltungseinheiten.
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13/2017: Stargeld

  • Schwierige Wörter I:
    Textiele
    So lang sind die Textilien heute gar nicht mehr.
  • Schwierige Wörter II:
    Lamminat
    Ja, es gibt einen Unterschied: Parkett hast du richtig geschrieben.
  • Fehlende Buchstaben:
    Stargeld
    Nachdem ich das gelesen hatte, fühlte sich die Teilnahme an diesem Crosslauf gleich nicht mehr so anstrengend an. Ich bin ein Star!
  • Schwierige Wörter III:
    Streubt
    Da sträubt sich bei mir auch so manches Nackenhaar!
  • So neu ist die Rechtschreibung ja nicht mehr (danke Klaus):
    Rauhputz
    Früher: rauh, heute: rau!
  • Kuriose Silbentrennung (danke Wolf):
    Passersatzpapierbeschaffung
    Das kommt davon, wenn solche Wortungetüme wie „Passersatzpapierbeschaffung“ erfindet!
  • Homonym der Woche: das Bad (danke Klaus). Das Bad kann der allgemeine Aufenthalt im Wasser sein, aber auch das Badezimmer oder gar eine Schwimmhalle. Technisch gibt es noch ein Tauchbad zur Oberflächenbehandlung.
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12/2017: Sträunend

  • Zeitformen (danke Jürgen): „Merkel empfängt ihn gestern ebenso zum Gespräch wie Außenminister Sigmar Gabriel (SPD).“ Also auch wenn Zeitungen häufig über vergangene Ereignisse berichten und dabei dennoch den Präsens verwenden — wenn als Schlüsselwort „gestern“ im Satz vorkommt, erscheint die Gegenwart doch reichlich unpassend.
  • Kleine geografische Verwirrung bei der ARD — der Norweger Ole-Einar Björndalen wurde doch glatt zum Deutschen gemacht:
    Bjorndalen
  • Schwierige Wörter I (danke Klaus):
    Straunend
    Und China fiel ein Sack …
    Jedoch, ohne Ziel herumlaufen ist „streunen“.
  • Neue Wörter (danke Klaus):
    beauskunften
    Klingt nach Behörde …
  • „Einmal“ oder „ein Mal“ ist seit einiger Zeit ein neues Höflichkeits-Modewort. „Einmal Ihre BahnCard bitte.“, sagt die Zugbegleiterin. Ja, warum sollte ich sie ihr auch mehrmals geben? Oder: „Dann bekomme ich von Ihnen ein Mal 2,90 €.“ Ich antwortete auch schon mit: „Oder wollen Sie lieber zwei Mal 1,45 €?“ Total konsterniertes Gesicht — könnt ihr gern einmal ausprobieren. Oder auch mehrmals.
  • Der langjährige Fußballnationalspieler Lukas Podolski wurde in dieser Woche aus der Nationalmannschaft verabschiedet. Viele Jahre spielte er gut Fußball. Mit Reden war’s so mittel. Hier einige Beispiele:
    • „Sind Sie enttäuscht über das 1:1 oder freuen Sie sich über Ihr Tor?“ P.: „Es überwiegt eigentlich beides.“
      Insbesondere die überwiegende Mehrheit.
    • „Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch.“
    • „So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere.“
      Deshalb heißt es nach dem Spiel: Wir waren eigentlich die bessere Mannschaft (aber leider haben die Anderen mehr Tore geschossen).
    • „Ich denke nicht vor dem Tor. Das mache ich nie.“
      Hinter dem Tor denkt er auch wenig, denke ich.
  • Schwierige Wörter II und Homonym der Woche: „Kannst Du mir eine Liste (oder eine Art „Metrik“) geben/sagen, die erklärt, welche Browser aktuell unterstützt werden.“
    Gewünscht war hier eigentlich eine Matrix (geordnetes Schema bzw. Anordnung in Zeilen und Spalten).
    Eine Metrik ist hingegen entweder (Physik und Technik) ein Einheitssystem, (Mathematik) eine axiomatisch definierte Größe von Abständen, eine Maßvorschrift in der Geometrie. Darüber hinaus gibt es die Metrik in der Chemie, Unternehmensführung, Literatur und Musik.
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04/2017: Campaigner

  • Kleine Farblehre: „Jetzt ist das wieder unrot.“ Na, besser unrot als untot!
  • Weihnachtsnachlese mit dem Denglisch der DB (danke Olli):
    Driven
    Chris Rea (‚Driving home for Christmas‘) würde sich im Grab drehen, wenn er schon tot wäre.
  • Wie stellt man viele Wörter auf geringem Raum dar (danke Micha)? Abkürzen!
    AbkurzungDrucker
    Vollständig stand da: „Sie können d. Funkt. f. d. Erk. d. Neueins. d. Kass. i. Einr.-Menü deakt.“ Mit ein wenig Nachdenken kommt man dann auch auf den vollständigen Inhalt: „Sie können die Funktion für die Erkennung des Neueinsetzens der Kassette im Einrichtungsmenü deaktivieren.“
    Ga. einf., o.?
  • Behördendeutsch (danke Klaus): Was bedeutet Bagatellgastronomie? Wenn z.B. ein Friseur seinem Kunden einen Kaffe anbietet, handelt es sich um Bagatellgastronomie. Eigentlich ist eine Bagatelle eine Straftat von geringer Bedeutung, aber auch schlicht eine Kleinigkeit. Hoffentlich ist der Kaffee also nicht zu groß. Bei der Schreibweise von Bagatelle ist allerdings Obacht geboten:
    Bagattelle
    Wie man im Bild sehen kann, sind aber auch schon einfachere Wörter wie „überhaupt“ problematisch.
  • Denglisch der Woche II:
    Campaigner
    Was trinkt er denn so, der Campaigner? Champagner!
  • Ratespiel (danke Klaus) — was wird hier beschrieben?
    Handyhulle
    Antwort: eine Handy-Schutzhülle. „Der Herbst“ kommt wahrscheinlich vom Englischen „fall“, aber das kann eben nicht nur Herbst, sondern auch Sturz oder fallen heißen.
  • Pleonasmus („runden Kugel“) der Woche I: „Wenn die Asylbewerber jedoch bereits kriminelle Delikte begangen haben …“. Ein Delikt ist eine Handlung, die gegen das Gesetz verstößt und mithin immer kriminell.
  • Pleonasmus der Woche II. Im Wetterbericht: „Reden wir von der aktuellen Gegenwart.“ Hauptsache, keine gestrige Zukunft!
  • Algorithmen erzeugen manchmal lustige Meldungen:
    Sabatical
    Bei dieser Firma arbeiten weltweit eine Menge Leute. Ein Sabbatical (Sabbatjahr) ist ein Arbeitszeitmodell für einen längeren Sonderurlaub.
  • In einer als amtliches Schreiben (danke Bernd) getarnten Werbung von Vodafone steht u.a.: „… Abschaltung des analogen Fernsehdienstes DVB-T …“. Allerdings stellt sich die Frage, wofür denn das „D“ in „DVB-T“ steht? Nun, DVB-T heißt „Digital Video Broadcasting — Terrestrial“. Mit der Stigmatisierung als analoger Dienst sollte vermutlich das Angestaubte unterstrichen werden.
  • Homonym der Woche: die Verschleierung (danke Klaus). Von Verschleierung spricht man, wenn Kopf oder Körper mittels Schleier bedeckt werden. Aber ebenso kann der Informatiker Programmcode verschleiern (Obfuskation) und allgemein gilt das Verdecken von Informationen, Handlungen oder Absichten als Verschleierung.
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03/2017: Entstempelt

  • Vor dem Sturm: „Die Behörden warnen vor Waldspaziergängern.“ Die sind immer gefährlich. Von Waldspaziergängen ist aber Abstand zu nehmen.
  • Schwierige Wörter (danke Klaus):
    Schemenhaft
    Schemenhaft bedeutet: undeutlich, verschwommen. Zimmergrundrisse sind so sicher nicht zu bezeichnen. Schematisch jedoch bedeutet: vereinfacht dargestellt. Aber vielleicht sollte es ja auch „schelmenhaft“ heißen? Gut, wäre auch falsch, denn es heißt: schelmisch.
  • Fehlende Buchstaben:
    verkaut
    Immer gut kauen, das macht jung!
  • Diese Nachricht erreichte mich in dieser Woche:
    Mithilfe
    Im Text stand, dass man Phishing-Angriffe (damit wollen Spitzbuben Passwörter klauen) bereits an der Anrede erkennen könne. Guter Hinweis;-)
  • Wie behebt man Stabilität (danke Klaus)?
    Stabilitat
  • Behördendeutsch: „Die Kennzeichen des Fahrzeugs waren bereits seit sechs Monaten entstempelt.“ Bestimmt gibt es auch „entschriften".
  • Mit dieser Erhöhung kann man leben (danke Klaus):
    5statt20
  • Homonym der Woche: der Ausgang (danke Klaus). Der Ausgang ist eine hinausführende Gebäudeöffnung. Soldaten und Gefangene streben ihn auch an. Mein E-Mail-Programm kennt ihn auch und die Materialwirtschaft ebenfalls.
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21/2016: Verböserung und übererdet

  • Amtsdeutsch der Woche (danke Klaus):
    Verboserung
    Ein Wort wie „Verböserung“ können auch nur Juristen erfinden.
  • Schwierige Verben (danke Steffen): „Ihre Bestellung wurde versandt.“ Oder muss es „… wurde versendet“ heißen? Nun, bei versenden (gilt auch für senden) lässt der Duden beide Formen zu, wobei „versendet“ sogar als „seltener“ verwendet bezeichnet wird.
    Außerdem sollte man wissen: Viele sind gesandt, aber nur wenige sind geschickt;-)
  • Neue Wörter (danke Klaus): „Der abgebildete Bunker wurde im Januar 2005 übererdet bzw. zerstört und entfernt.“ Im Analogieschluss wird dann etwas, was verheimlicht werden soll, demnächst überteppicht?
  • „… ein Apartmentzimmer, sofern es dort wochenweise einen Bettelwechsel gibt.“ Sind das Bettler in einem Apartment?
  • Kurznachrichten (danke Klaus):
    Starregen
    Ist der Niederschlag berühmt oder regnet es Stare?
  • Falscher Bezug (danke Herr Ebel): „Die türkische Armee bereitet eine Invasion Syriens vor.“ Die türkische Armee wird also Syrien bei einer Invasion helfen? Wen will Syrien denn überfallen?
  • Tolles Wort: „Mit der Westtribüne in jetziger Form müssten temporäre Entfluchtungsmöglichkeiten über Treppen und Tribünen konstruiert werden.“
  • Schwierige Wörter (danke Klaus):
    Willkuhrlich
    Wie heißt schon bei „nämlich“? Wer nämlich mit „h“ schreibt …
  • Fehlende Buchstaben:
    Bettisch
    Es handelte sich allerdings keineswegs um einen Tisch zum Beten, sondern um die Schreibweise von „Betttisch“ nach der alten Rechtschreibung.
  • Speisekarte der Woche (danke Klaus):
    Rumpstaek
    Und dann fand ich noch diese Schreibweise:
    Rumpstack
    Sprachlich rumpelt es bei beiden.
  • Homonym der Woche: der Einschlag (danke Klaus). Die aktuelle Wettersituation lässt häufig den Blitzschlag als Einschlag erkennen. Im Forstbetrieb gibt es den Einschlag bei der Holzernte. Astronomen bezeichnen das Auftreffen eines Himmelskörpers auf der Oberfläche eines anderen ebenfalls als Einschlag (Impakt).
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41/2015: Home und Startseite

  • Tautologie (danke Uta)? Die 4. Thüringer Meerjungfrau (was wir so alles in Thüringen haben!), Diana König, antwortet im Interview mit Antenne Thüringen auf die Frage, was ihr am Weimarer Zwiebelmarkt so gut gefiele: „Da kommen so viele Menschen von weit und fern.“ Eine Tautologie ist ein sprachliches Stilmittel, bei der mit inhaltlichen Wiederholung gearbeitet wird. Bekannte Beispiele sind „voll und ganz“, „nie und nimmer“ und „weit und breit“. Jedoch, „weit und fern“ gehört wahrscheinlich eher nicht dazu. Zumindest klingt es komisch. Aber eine Thüringer Meerjungfrau muss vermutlich andere Qualitäten haben.
  • Englischthema der Woche. Welche Kollegen fallen unter „Refinemen“?
    Refinemen
    Es sollte natürlich „Refinement“ heißen. Es handelt sich dabei um eine bei Scrum übliche Schätzrunde.
  • Amtsdeutsch: „Herr Blatter wurde am 1. Oktober von Robert Torres (Fifa-Ethikkommission) einvernommen.“
  • Angebot der Woche (danke Steffen):
    Pfennigpfeifer
  • Astronomiethema der Woche (danke Herr Ebel): „Dass der Müll einfach in den hintersten Ecken des Weltalls verschwindet …“ Gibt es eine Theorie, dass das Weltall hinterste Ecken hat?
  • Physikthema der Woche (danke Herr Ebel): „Nach dieser Theorie, auch ‚Big Freeze' genannt, dehnt sich das Universum immer stärker aus. Das hat zur Folge, dass die Temperatur stetig sinkt. Diesen Effekt nutzt auch jeder Kühlschrank.“ Dehnen sich Kühlschränke, um zu kühlen?
  • (Peinliche) Werbung in eigener Sache (danke Anja):
    Layout
  • Beim Layout (danke Herr Jarmuschek) hat auch der Tagesspiegel ein unglückliches Händchen:
    Chefsache
    Chefsache und das Filmfoto („Er ist wieder da“) darüber - naja.
  • Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Home und Startseite?
    HomeStartseite
  • Ein Kleidungsstück für Schafe?
    Ma-Hose
  • Wenn im Nordthüringer Zipfel exotische Tiere angeboten werden:
    Kangeru
    Das hat nichts mit neuer Rechtschreibung zu tun (früher: Känguruh) - in Känguru hat ein „e“ nichts zu suchen.
  • Kindermund der Woche. Emma fällt bei Tisch die Gabel laut polternd auf den Teller. Auf meinen Kommentar „Ob ich noch einmal erlebe, dass ein Abendessen ohne Krach und Kleckerei verläuft?“ entgegnet Emma (8): „Nein, Papa, das erlebst du nicht mehr.“
  • Wenn man über ausländische Bildungswege schreibt …
    Kollege
    Ja, ja - der Kollege Platz, der kostet.
  • Auch bei duden.de kann Werbung unglücklich platziert sein:
    Furz-Maschine
  • In einem TA-Artikel wurde die Grünen-Politikerin Katrin Göhring-Eckardt als „abgebrochene Theologie-Studentin“ bezeichnet. Hoffen wir, dass alles, was da abgebrochen ist, inzwischen wieder nachwuchs.
  • Anzeige bei der Bahn (danke Ingrid): „Wegen einer technischen Störung zeigen die Zugzielanzeiger falsche Anzeigen an.“ Anzeigende Anzeiger zeigen falsche Anzeigen an. Das müsste man glatt anzeigen.
  • Verwirrender Bezug (danke Björn): „Illegales Autorennen: Elf Streifenwagen verfolgen 18-Jährigen“. Aha - ein illegales Autorennen zu Zwölft.
  • Und beim Bäcker die Produkthinweise:
    Remoulade
    Also wenn das Süßungsmittel ein ganzes Stück Kuchen ist …
  • Homonym der Woche: die Abwicklung (danke Klaus). Ein Sachverhalt wird endgültig geregelt (auch die Liquidation eines Unternehmens) oder überhaupt durchgeführt (insbesondere bei finanziellen Angelegenheiten). Der Schachspieler bezeichnet so den Austausch von Spielsteinen, um zu einer einfacher zu spielenden Stellung zu gelangen. Gekrümmte Flächen werden per Abwicklung in die Ebene gebracht, z.B. auch bei der Blechverarbeitung.
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