Deutschthemen zum Freitag - Das Blog


Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Gern dürfen die Beiträge zitiert werden - über eine entsprechende Quellenangabe mit Link freue ich mich.

Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

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44/2019: Schuldbildung

  • Bahndurchsagen: „Die Wagen 1 bis 3 sind an der Spitze des Zuges. Das ist in Fahrtrichtung vorn.“ Die Spitze des Zuges ist vorn — wer hätte das gedacht?
  • Angebot der Woche (danke Klaus):
    WLAN
    Also, ich nehme nur den ersten Teil der Aussage.
  • Denglisch der Woche: „Die Baseline ist detailliert genug und die Longlist gestrafft.“ Goes it noch?
  • Hinweis der Woche (danke Klaus):
    Panzer
    Ob das nur für Panzer gilt?
  • Fehlende Buchstaben (danke Dani):
    verschaft
    Verschläft?
  • Angebot der Woche:
    Leberkase
    Ob die Bayern das so gewollt haben?
  • Überflüssige Buchstaben (danke Klaus):
    Schuldbildung
    Da gibt es dann noch die Schuldstunde, den Schuldleiter und das Schuldessen.
  • Homonym der Woche: der Schliff (danke Klaus). Den Schliff gibt’s als Glätte einer Oberfläche, bei Schmucksteinen und Schneiden, als Werkstoffprobe, als Verbindung zweier Glasgeräte, als Gletscherabtragung, als gute Erziehung sowie beim Backen.
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15/2018: Querolant

  • Schwierige Wörter I:
    Chlorophyl
    Das Blattgrün schreibt sich mit „phyl“ mehr „l“, nämlich: Chlorophyll.
  • Schwierige Wörter II (danke Klaus):
    Querolant
    Das ging schief bzw. quer.
    Ein Querulant ist lt. Duden jemand, der sich unnötigerweise beschwert und dabei starrköpfig auf sein [vermeintliches] Recht pocht.
  • Überflüssige Buchstaben:
    inhallieren
    Wenn der Husten laut genug ist, hallt er vielleicht auch.
  • Schwierige Wörter III (danke Klaus):
    Totesopfer
  • Stilfrage: „Insgesamt war es ein ausgeglichenes Spiel, wo heute das Momentum auf unserer Seite war.“ Dieser „Woismus“ greift immer mehr um sich. Beispiele gefällig? „Am Wochenende, wo (eher: ‚als‘ oder ‚an dem‘) ich beim Konzert war, habe ich im Hotel übernachtet.“ oder auch: „Wo (eher: ‚Als‘) ich gerade Getränke kaufen wollte, bemerkte ich, dass ich mein Geld vergessen hatte.“
    Mithin wäre beim Satz oben die stilvollere Formulierung: „Insgesamt war es ein ausgeglichenes Spiel, bei dem/welchem heute das Momentum auf unserer Seite war.“
  • Bahndurchsagen: „Aufgrund der verringerten Geschwindigkeit wird sich unsere Ankunftszeit verlängern.“ So, so — die Zeit verlängert sich also. Einstein wäre erstaunt, was die Deutsche Bahn so alles hinbekommt.
  • Denglisch der Woche (danke Klaus):
    Loop
    Wie das „schön“ heißt? Ich möchte gar nicht wissen, wie dann „gegreenlighted“ bewertet wird.
  • Paradoxon der Woche: „Da sind wir sehenden Auges reingegangen — Augen zu und durch.“ Ja, wie jetzt?
  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche (danke Klaus):
    ToteZiege
    So mancher läuft ja teils kopflos durch die Gegend — aber freilich nur im übertragenen Sinn. Dass eine Ziege ohne Kopf tot ist — wer hätte das gedacht?
  • Schwierige Wörter IV (danke Klaus):
    Weidgerechtigkeit
    Na dann — Weidmanns Hail.
  • Überflüssige Buchstaben (danke Klaus):
    Gelander
  • Homonym der Woche: der Strudel (danke Klaus). Der Strudel ist eine spiralförmige Strömung in einer Flüssigkeit und auch eine Speise.
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47/2016: Navigierung

  • Bahndurchsage der Woche: „Die Abfahrt unseres Zuges wird sich in wenigen Minuten erfolgen.“ Geht sich in Ordnung.
  • Überflüssige Buchstaben:
    Spucken
    Ganz einfache Antwort: Das sollte überhaupt nie normal sein!
    Ein weiteres Beispiel:
    Hacken
    Auch hier hakt es gewaltig.
  • Auch die Verwendung des korrekten Konsonanten kann problematisch sein:
    lukt
    Alles Lug und Trug!
  • Angebot der Woche (danke Klaus):
    Hausverkauf
    Da sollte man sofort zuschlagen — der Preis ist bestimmt sensationell.
  • Neue Wörter: „Neben der Navigierung wird Ihnen auch das …“ Da hat aber die Wortfindungs-Navigation vollkommen versagt.
  • Managerdeutsch der Woche: „… wäre ja wunderbar, wenn wir hier diese Woche zu einer kraftvollen Entscheidung kommen.“ Klingt gut, oder?
  • Homonym der Woche: das Diktat (danke Klaus). Das Diktat kann eine Anordnung, ein Befehl sein. In der Schule oder manchmal noch im Büro trifft man es aber auch an.
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13/2014: Antivirenschutz und Kundenverlosung

  • Schlagzeile der Woche I (danke Benni): „Ägyptisches Gericht verurteilt 529 Menschen zu Tode“. Man kann „zum Tod“ verurteilt werden. Wenn man hingegen „zu Tode“ verurteilt wird, könnten wir vermuten, die Urteilsverkündung dauert so lange, bis die Verurteilten sterben.
  • Schlagzeile der Woche II (danke Klaus):
    Truppenabzug
    Militärleer.
  • Warum bereitet nur das Verb „fechten“ solch große Probleme bei der Konjugation:
    Fechtet
    Ficht das die Journalisten nicht an?
  • Die TA-Sportseite: „Aufgrund seines 40-Stunden-Jobs als Ingenieur gestaltete er das Training effektiver.“ Der Satz lässt vermuten, dass ihn die Arbeit zeitlich mehr in Anspruch nimmt. Insofern wird er das Training wohl effizienter gestaltet haben.
  • Negation der Negation (danke Klaus):
    Antivirenschutz
    Wer möchte sich vor Antiviren schützen?
  • Denglisch der Woche (danke Uta): „Workshop - Herausforderung Infektionsprophylaxe - Zero Tolerance durch smartes Bundling“. Also da ist meine Nulltoleranzgrenze weit überschritten.
  • Alarmierende Meldung (danke Uwe): „Hallo, wir planen in absehbarer Zeit eine Verlosung unserer Homepageneukunden.“ Werdet bloß nicht Kunde dort – womöglich werdet ihr verlost.
  • Bahndurchsage: „Es befinden sich Personen im Gleis.“ Die Frage ist, ob sie in den Betonschwellen eingemauert oder direkt im Stahl der Schiene eingegossen sind.
  • Zwei Beispiele dafür, dass die Überschrift nicht zum Artikelinhalt passt:
    • „Stalaktiten unter dem Dom bringen Statik in Gefahr“. Wie entstehen die Stalaktiten? Durch Wasser, welches Gesteinsbestandteile aus dem Mauerwerk spült. Das birgt Gefahr für die Statik.
    • „Bahn machte erneut Verluste“. Der Redakteur scheint die Bahn, vielleicht wegen gelegentlicher Verspätungen, nicht besonders zu mögen. Zwar sank der Gewinn gegenüber dem Vorjahr von 1,46 Mrd. € auf 649 Mio. € - und als Verlust kann man das sicher nicht bezeichnen.
  • Homonym der Woche: die Höhe (danke Klaus). Die Höhe ist der (lotrechte) Abstand eines Punktes zu einer Referenzfläche, so z.B. bei der Geodäsie. Es gibt aber auch eine astronomische Höhe (und damit sind nicht die Kosten für den Bau des Berliner Flughafens gemeint – die sind, umgangssprachlich, die Höhe!) und eine Erhebung im Gelände.
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40/2013: Die Folge der Konsequenzen

  • Alltagsdeutsch (danke Klaus): „Bei der Benutzung der Handy-zurück Taste erhalte ich immer einen Fehler. Was kann ich dagegen tun?“ Die Frage ist: Kann man bei der Handy-zurück-Taste sein Handy zurückgeben oder bekommt man es wieder, wenn’s verloren ging?
  • Kindermund der Woche. Emma (6) mit einem Glas Kindersekt: „Der muss erst noch etwas abqualmen.“ Tja, ziemlich kurz und prägnant für die Beschreibung des Vorganges, dass erst noch CO2 aus der Flüssigkeit entweichen sollte.
  • Hier (danke Alex) ging einiges zu Bruch:
    Piano Bruch
    Zum Glück nicht das Piano. Der „Genus“ ist keineswegs ein Genuss für die Sinne, sondern ein bisschen sinnfrei.
  • Spione überall: „Bei den Frauen – wo die Lauscherin Pauline Heßler Fünfte wurde – siegte die …“ Jedoch, die Frau ist keineswegs Agentin. Sie kommt aus Lauscha und darf deshalb gern als Lauschaerin bezeichnet werden.
  • Neue Geschäftsidee der Post (danke Herr Lohmeier):
    Briefmarken
  • Doppelmoppel I in der Tagesschau: „Das ist der insgesamt 5. EM-Titel bei Europameisterschaften.“ Wo sonst könnte man wohl EM-Titel erringen?
  • Doppelmoppel II bei mdr-Info: „Als Konsequenz ist die Folge ...“ Die Konsequenz oder auch die Folgerichtigkeit. Als Ergebnis ist das Resultat …
  • Jährlich wählen die Sachsen ihr Lieblingswort und 2013 gewann: „Hitsche“. Es handelt sich dabei weder um ein altes Auto noch handelt es sich um einen despektierlichen Ausdruck für eine Frau. Eine Hitsche ist schlicht – eine Fußbank!
  • Amtsdeutsch: „Angebrochene halbe Stunden werden als volle halbe Stunden berechnet.“ Halbvoll gebrochen!
  • Bahndeutsch: „Im Bordrestaurant servieren wir Ihnen alle drei Monate Aktionsangebote.“ In der Zwischenzeit müssen Sie hungern.
  • Beim Arzt hatten die angehenden Arzthelferinnen ein ermahnendes Schild auf den Empfangstresen gestellt: „Schippkarte!“ Schipp, schipp – hurra!
  • Kurzmeldung: „Ein Türsteher ist in der Nacht zum Donnerstag vor einem Club in Chemnitz von einem abgewiesenen Gast niedergestochen und verletzt worden.“ Niedergestochen und verletzt! Türsteher haben ja allgemein nicht den Ruf, zartbesaitete Jüngelchen zu sein. Bullig, vierschrötig oder stiernackig wären eher zutreffende Attribute. Ist ein solcher Typ niederzustechen, ohne dabei auch verletzt zu werden?
  • Homonym der Woche: der Erlass (danke Klaus). Einen Erlass kennt der Jurist gleich zweifach: als Befreiung von einer Strafe (Straferlass) oder Schuld (Steuererlass – trifft den Normalbürger allerdings nie) und als Anweisung, Gesetz oder Vertrag. Auch die Regierung oder ein Staatsoberhaupt kann eine Regel, ein Dekret erlassen. Manche Regierungsregeln lassen uns allerdings eher erblassen.

 

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34:2013: Außerplanmäßige Kreuzungen

  • Zur Eröffnung der Waldschlößchenbrücke in Dresden: „Sie hat die Unesco verärgert, Naturschützer zu Klagen herausgefordert und Politiker gespalten.“ Oder vielleicht „gespaltet“? In erster Linie ist „spalten“ ein unregelmäßiges Verb, weshalb der Perfektform korrekt „gespalten“ lautet. Der Duden lässt jedoch auch die regelmäßige Form zu, weshalb „gespaltet“ auch ginge, aber weniger üblich ist. Also wird mit Lob nicht hinterm Berg gehalten (nicht: gehaltet).
  • Was immer du kaufen willst, hier wird’s verkauft (danke Martin). Einzig Häuser sind nicht erhältlich:
    Außer Haus
  • Politikerdeutsch der Woche von Frau Ilse Aigner: „Das ist uns alles nicht einfach gefallen.“ Schon Ihre sprachliche Einfalt, liebe Frau Aigner, unterstreicht, dass Sie im Ministeramt nicht jedem zu Gefallen ist.
  • Wahlplakate überall. Die FDP: Wollen die Mitte entlasten und hängen das Plakat genau mittig an die Laterne!
    Die Mitte
    Die Grünen locken mit:
    Hello Kita
    Aber ich sag lieber „Hallo“ statt „Hello“.
  • Mitteilungen unserer Hausverwaltung lesen sich manchmal lustig: „Die Kühlung wird während des Zählerwechseln mit Kaltwasser durchgeführt. Wir möchten Sie bitten aus Sicherheitsgründen bei den Etagenserveräume, in welchen sich Rechentechnik befindet die Türen von 08.00 Uhr bis ca. 12.00 Uhr zu öffnen, so das sich kein Wärmestau entstehen kann.“
    Grammatik und Rechtschreibung, fehlende Kommas und „sich entstehen kann“: Geht sich in Ordnung!
  • „Selbstverständlich handelt es sich bei diesem exemplarischen Beispiel um ein vergleichbar extremes Beispiel.“ Hier wurde ein Exempel verbeispielt!
  • Bahndurchsagen: „Aufgrund einer außerplanmäßigen Kreuzung des Zuges verzögert sich die Weiterfahrt um wenige Minuten.“ Leider ließ sich nicht feststellen, was das Ergebnis der Kreuzung (Regionalexpress mit Güterzug) war.
  • Die Freie Presse aus Chemnitz (danke Holger):
    Trainingswürfe
    Bezieht sich die Formkurve auf die Trainingswürfe oder die Athletin. Na egal, Hauptsache nach oben. Jedoch, dieses „ihr viele Trainingswürfe kosteten“ klingt schon grausam!
    Dazu passt die Meldung: „Der deutschen Innenminister empfiehlt“ – entweder ist ein „n“ zu viel oder das „d“ zu klein.
  • „Flattr ist ein Spendendienst für Kleinstbeträge (Neudeutsch: Social-Payment-Service).“ Liebe ct-Redaktion, das ist kein Neudeutsch, das ist Englisch!
  • Homonym der Woche: der Ausstieg (danke Klaus). Es kann sich hierbei um die Aktion, das Aussteigen an sich, handeln. Aber eben auch um die Stelle, an der man aussteigt („Ausstieg linke Seite!“, spricht der Schaffner manchmal). Auch die Abkehr oder das Verlassen können gemeint sein, wie der Atomausstieg beweist.

 

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31/2013: Oschätzchen und Poolympiade

  • HSV-Torwart René Adler äußerte sich zu einer Knieverletzung: „Ich muss mich zur Geduld zwingen und meinen Verstand einschalten. Ich kann noch nicht sagen, ob es klappt.“ Sein Trainer Thorsten Fink meinte dazu: „Er trainiert teilweise, aber das geht nicht von heute auf morgen. Wir wollen nichts übers Knie brechen.“
    Weil ich ja die Fußballer gern einmal aufs Korn nehme – nun erhielt ich Unterstützung. Julian Draxler (Schalke 04) über das geistige Niveau von Fußballprofis: „Man muss nicht der hellste Kopf sein, um Fußball zu spielen. Manche spielen auch mit Totalschaden in der Birne groß auf.“ Ich weiß nicht, ob er das mit seinen 19 Jahren schon umfassend einschätzen kann. Auf jeden Fall hielt der junge Mann den Fußball für wichtiger in seinem derzeitigen Leben als die Schule – er verließ das Gymnasium vor dem Abschluss und wurde Profi.
  • Kindermund der Woche. Man kann ja halbnackt sein, oder eben ganz nackt. Kann man das dann noch steigern? Nackt ist nackt, könnte man denken, nackter also nicht mehr werden. Emma (5): „Nackt ist, wenn man noch einen Schlüpfer anhat. Ohne Schlüpfer ist nackig!“
  • Jugendsprache. Tom (11) zu seinem Bruder: „Ich habe voll gar nicht überlegt.“ Ich hoffe sehr, dass dieser Zustand nicht von Dauer ist.
  • Die Verkleinerungsform, den Diminutiv, gibt es ja für viele Substantive. Offenbar auch für Ortschaften, denn für das sächsische Oschatz gibt es in Brandenburg:
    Oschätzchen
  • Die Lausitzer Rundschau (LR) titelte: „Pumpernickel nach original Rezept“. Original kann sowohl als Substantiv als auch als Adjektiv genutzt werden. Entweder hätte es also „Original-Rezept“ oder „nach originalem Rezept“ heißen müssen. Original Duden!
  • Die LR berichtet weiter: „CDU-Landtagsabgeordnete Anja Heinrich, die 2012 eine Protestfahrt spendierte …“ Ich dachte immer, einen Protest kann man organisieren, gegen etwas erheben oder anbringen. In Brandenburg kann man Proteste hingegen auch spendieren. Wenn man aber in der Fußgängerzone wegen einer Spende angesprochen wird – spendet möglichst keine Proteste.
  • In einer Bildunterschrift verhaspelte sich der LR-Journalist dann vollends: „40 Jahre lang hatte er in dieserleben Wohnung gelebt und geraucht.“ Beim Rauchen hätte es vielleicht besser „diesertoten“ schreiben sollen.
  • Die Sportseite der LR warf erneut die Frage auf, wie das Land südlich von Kasachstan heißt: „… und holten den in Kirgisistan geborenen Stürmer nach Weißwasser.“ Früher sagten wir Kirgisien. Im Original heißt es „Кыргызстан“, weshalb vermutlich doch Kirgistan besser wäre.
  • Schildbürgerstreiche in Dresden. Wegen Baumaßnahmen wurden in dieser Straße Halteverbotsschilder für tatsächlich jede Parklücke aufgestellt:
    Schilderwald in Dresden
    Das ist vermutlich gesetzlich so geregelt, aber das Wiehern des Amtsschimmels kann man bis hierher hören.
  • Umgangssprache (danke Uta): „Diese Seilbrücke war so schmal, da konnte nur einer nebeneinander gehen.“ Oder eben alle hintereinander;-)
  • Auf der TA-Sportseite war von einer „Poolympiade“ die Rede. Erst nach dem Lesen des Artikels wurde mir klar, dass es nicht um eine Po-Olympiade ging.
  • Schwierige Wörter. Bei heise.de stand in dieser Woche: „Fast schon skuril anmutende Rechtsstreitigkeiten.“ Skurril (sonderbar, seltsam), eben mit „rr“, steht im Duden in der Liste der sog. schwierigen Wörter. Denn man muss schon aufpassen: Attrappe (2x Lautverdoppelung), aber Galerie. Jackett, aber Kumulation. Kommentar, aber Komitee.
  • Steigerungen (danke Herr Jarmuschek). Die Werbeleute haben’s aber auch nicht einfach. Wie soll man z.B. aus dem Meer der Gießkannenanbieter herausragen. Vielleicht mit einer solchen Beschreibung: „Ein schicker und stabiler Holzgriff rundet das Bild ab und macht die urige Gartenkanne noch besonderer.“ Mich, als Ingenieur, hätte ja vor allem das Volumen der Kanne interessiert. Meine Tochter geht mehr nach der Farbe – überraschend steht Hellblau derzeit hoch im Kurs. Dass der Griff stabil ist, davon würde ich immer ausgehen. Aber gut, dass das noch einmal dasteht. Was an einer Gießkanne urig sein soll, ist mir schleierhaft. Aber nun, der Holzgriff macht sie sogar „besonderer“! Dieses Adjektiv hat mehrere Bedeutungen, von denen hier vermutlich „über das Normale, das Übliche weit hinausgehend, hervorragend“ gemeint ist. Nun ist hervorragend durchaus zu steigern und über das Übliche kann man unterschiedlich weit hinausgehen. Lassen wir den Marketing-Strategen also eine längere Leine und die Steigerung zu. Denn: alle sind gleich, aber manche sind gleicher.
  • Eine gute Idee hatten die Produktmanager der Fa. Lego (danke Alex). Den drei Leuchttürmen unter den deutschen Bauvorhaben, nämlich dem Bahnhof Stuttgart21, dem Flughafen Berlin und der Elbphilharmonie Hamburg, widmen sie eine eigene Serie. Beworben wurde diese allerdings mit: „Gescheitere deutsche Großprojekte“. Womit bewiesen ist, dass die Autoren des Rundbriefes nicht ganz gescheit waren.
  • Fremdwort der Woche bei heise.de: „Wenn das einen Dateinamen meldet, handelt es sich um eine JavaScript-Datei, die mit eingestreuten Kommentaren obfuszierten PHP-Code enthält.“ Na, wer weiß jetzt gleich, was „obfusziert“ bedeutet? Tatsächlich handelt es sich um einen Fachbegriff, welcher Verschleierung von Quelltext bedeutet. Wie wir aktuell wissen, wird ja gern und viel verschleiert. Nicht schleierhaft ist hingegen, dass der Duden obfuszieren nicht kennt, er schlägt stattdessen „konfiszieren“ vor. Vielleicht sollten wir obfuszieren besser konfiszieren.
  • Denglisch der Woche bei t3n.de: „iPhone 5C und iPad 5: Neuer Leak zeigt, wie die Gehäuse aussehen“. Nun wissen, seit WikiLeaks so richtig bekannt wurde, vermutlich viele, was gemeint ist. Werden Wörter aus anderen Sprachen im Deutschen verwendet, stellt sich auch die Frage nach dem Geschlecht und dem damit zu verwendenden Artikel. In der o.g. Überschrift geht der Autor offenbar von „der Leak“ aus. Es soll im Deutschen jedoch vorrangig der Genus der deutschen Übersetzung verwendet werden. Leak kann (im o.g. Sinn) als (das) Leck oder auch (die) undichte Stelle übersetzt werden. Dann also eher das oder die Leak. Inhaltlich geht es ja darum, Details über ein Produkt vor der offiziellen Vorstellung zu verbergen (wenn es kein Leck gibt). Die gute alte Automobilbranche hat für ein solches Teil einen sehr schönen (deutschen) Namen: Erlkönig.
  • Mathematik-Thema der Woche (danke Micha):
    Undefined Apolda
    Wie viel ist -4,undefined???
  • Bahndurchsagen. Eine neue Variante, auf welcher Seite sich denn beim nächsten Halt des Zuges der Bahnsteig befindet: „Wir steigen auf der linken Seite aus.“ Ich fühlte mich ein wenig wie im Kindergarten: „Wir waschen uns die Hände und stellen uns dann in Zweierreihe an.“ Ich ignorierte jedoch auch die so formulierte Aufforderung, denn beim nächsten Halt handelte es sich um Weimar und ich wollte schon wie üblich bis Erfurt fahren und eben nicht aussteigen.
  • Paradoxon der Woche: Kann es bei Toiletten auch Einsteigermodelle geben?
  • Der Klops, ein typisch deutsches Gericht. Je nach Dialekt heißt er auch Frikadelle, Bulette, Fleischleiberl oder Fleischkloß.
    Klöpse
    Vielleicht, weil die Ähnlichkeit zum Kloß (Plural: Klöße) so groß ist, lässt der Duden sogar Klöpse als Mehrzahl zu. Empfohlen wird allerdings: Klopse.
  • Homonym der Woche: der Spieß (danke Klaus). Der Spieß ist zunächst eine Waffe, eine Stangenwaffe. Köche kennen ihn auch (z.B. Fleischspieß). Auch der Schachspieler (dort ein taktisches Motiv) und der Drucker nutzen diesen Begriff. Wenn früher tote Vögel (nach der Jagd) gezählt wurden, zählte man in Spießen (1 Spieß = 4 Vögel). Und schließlich kennen viele den Spieß bei der Armee: der Kompanie- oder Hauptfeldwebel, meist brüllend sorgt er für Ordnung.
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16/2013: Ich süße, ich LOLte.

  • Amtsdeutsch. Autos, die offenbar nicht mehr genutzt werden, blockieren manchmal Straßen oder Parkflächen. Dann wird vom Bürgeramt eine „Beseitigungsverfügung“ erlassen. Wenn der Fahrzeughalter dann immer noch nicht reagiert, wird das Auto „im Wege der Ersatzvornahme entfernt“. Ersatzvornahme klingt auch viel besser als Abschleppen.
  • Kurznachrichten (danke Klaus):
    Fuerchten.jpg
    So, so – mit der Berlin also.
  • Bahndurchsage: „Die Weiterfahrt unseres Zuges wird sich um ca. 5 Minuten erhöhen.“ Nach dieser Wartezeit fühlte ich mich irgendwie erhaben.
  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche. Klaus Wowereit bei Günther Jauch: „Das war ja das finale Ende.“ Kurz nach dem beginnenden Anfang.
  • Wer gehört zu den Feigen (danke Michael):
    FeigenAnRum.jpg
    Zu 95% am Ofen gekocht, dieser Glukoseslurp. Besonders schön ist die Ansage an den Rum selbst: ich süße.
  • Die TA-Sportredaktion mit dem Geographiethema der Woche: „Afrikaner siegen in Boston. Der zweimalige Sieger Bernhard Langer und Martin Kaymer schlossen das US Golf Masters in Augusta beim Sieg des Australiers Adam Scott als 25. bzw. 35. ab.“ Natürlich ist ein Australier kein Afrikaner, schon gar nicht mehrere. Augusta, wo das Golfturnier stattfand, ist auch nicht in der Nähe von Boston, sondern knapp 1 000 Meilen entfernt. Es handelt sich vermutlich um eine Vermischung der Marathon- und Golfergebnisse.
  • Auf allen Vieren (danke Maria):
    AufAllenEinkaeufen.jpg
    20% auf allen Einkäufen – da ist man von den Socken!
  • Kurzformen als Verb (danke Michael):
    LOLte.jpg
    LOL steht ja in Kurzbotschaften für „Laughing out loud“ (lautes Lachen). Meine Söhne benutzen das sogar, wenn sie sich unterhalten („LOL, guck dir das mal an!“ Dabei wäre z.B. „Ha!“ viel kürzer.) Dass man aber offensichtlich auch „LOLen“ kann, wusste ich noch nicht. Immerhin führt die Twitter-Beschränkung auf 140 Zeichen dazu, dass einfaches Präteritum benutzt wird („LOLte“ statt „habe geLOLt“), weil das nämlich Zeichen spart.
  • Homonym der Woche: der Artikel (danke Klaus). In der Grammatik bestimmt der Artikel ein Substantiv näher. Im Rechtswesen besteht z.B. ein Gesetz aus Artikeln, er ist dort eine Einteilungseinheit. In der Zeitung kennen wir den Artikel auch und der Handel kennt ihn als ein Teil des Sortiments. Insbesondere grammatikalisch wird es für Nicht-Muttersprachler wohl immer ein Geheimnis bleiben, warum es z.B. der Rhein aber die Weser heißt.
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45/2012: Abgenervt und abgespact

  • Denglisch der Woche I (danke Sebastian): „Im MBO für das Produkt zur Slightshow die Sortierung zu ändern. Das führt dann dazu, dass die Slightshow neu berechnet wird.“ Eine Bildergalerie kann als Diaschau dargestellt werden – Englisch: Slide show.
  • Neue Wörter I (danke Klaus):
    Rekruitung.jpg
    Ein voll krasser Rekrut!
  • Denglisch der Woche II: „Wie kann ich die Leads durch den Funnel kriegen?“ Na this ist doch easy, oder not?
  • Neue Wörter II: „Ich bin total abgenervt.“ Da bin ich aber angewidert.
  • Denglisch der Woche II: „das sind total abgespacte Sachen.“
  • Denglisch der Woche III: „Von den Age Groupern waren schon ein paar gute dabei.“
  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche: „Insofern es ein Erfolg wird und gut läuft.“ Wird es denn ein Erfolg, wenn‘s schlecht läuft?
  • Kurznachrichten I (danke Klaus):
    Geistesfahrer.jpg
    Und dann muss der Todesgräber kommen.
  • Kurznachrichten II (danke Klaus):
    Dachs.jpg
    Tierschützer laufen Sturm und sogar der DAX geht auf Talfahrt!
  • Sparen, sparen, sparen (danke Robert):
    Sparen.jpg
    Sparen Sie mit dieser Preiserhöhung! Im Bauwesen heißt das Zurückbauen.
  • Leistungsversprechen (danke Klaus): „In unserer Werkstatt wird Ihr Fahrrad fachmännisch repariert und revidiert. Wir sind steht’s darum bemüht Ihre Probleme zu lösen. Auch Fahrräder die nicht aus unserem Haus stammen werden selbstverständlich repariert.“ Also die Einstellung ist ja löblich und die Monteure am Fahrrad vermutlich gut. Das Deutsch ist es leider nicht. Kommas sind unbekannt. Grausam ist allerdings „steht’s“ (kurz für: steht es). So etwas sollte man stets vermeiden.
  • Bahndurchsagen: „We arrive in Weimar at 10.06.” Bei der Abfahrt am Bahnhof Naumburg. Das ist nur scheinbar Simple Present, also Gegenwart. Denn es ist gerade 21:46 Uhr, als die Zugbegleiterin das sagt. In Verbindung mit der Uhrzeit, drückt es die Zukunft aus und, so hab ich einmal gelernt, dann wird diese Zeitform im Englischen benutzt, wenn das Ganze auf einem Zeitplan, hier Fahrplan, beruht. Davon, von einem Plan nämlich, konnte allerdings keine Rede mehr sein – zu diesem Zeitpunkt lag der Zug bereits 45 Minuten hinter diesem. Und natürlich stimmte die kühne Voraussage auch nicht. In Weimar hielt der Zug schließlich 22:19 Uhr (auf dem Machwerk aus Papier vor mir stand: 21:16 Uhr!). Wäre sie Anwältin gewesen, hätte Sie gesagt: „Möglicherweise erreichen wir Weimar heute noch.“ Gute Nacht, DB.
  • Fußballer. Jürgen Klopp (Dortmunds Trainer): „Wir haben kein Gegenpressing gespielt.“ Gegenpressing – gibt es auch Mitpressing oder Fürpressing? Klopp sagte weiter: „Wir waren nicht klar genug.“ Genau!
  • Politikerdeutsch: „Er hat das ganz klar deutlich gemacht.“ Kann man etwas deutlich machen und dabei nicht ganz klar sein?
  • Stilblüten aus unserem Forum:
    • „So wie es jetzt ist, bekommt man einfach zu viele Kartei Laichen.“ – Neben Fröschen können jetzt auch noch Karteien laichen.
    • „Was mache ich flasch?“ – Weiß ich auch nicht.
  • Homonym der Woche: der Bogengriff (danke Christoph). Der Bogengriff kann ein Teil (nämlich der Griff) eines Bogens, die Fassart beim Geigenbogen oder ein geschwungener Griff bei Möbelstücken sein. Wer den Bogen raus hat, hat’s begriffen.

 

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40/2012: Gamesspiele

  • In der Tagesschau (danke Sebastian): „Weltbevölkerung altert immer schneller“. Wir werden schneller alt? Wozu gibt’s denn dann Öl vom Olaf? Und überhaupt: Bei der täglichen Arbeit, unseren netten Kunden und meinen freundlichen Kollegen altere ich fast überhaupt nicht;-) Gemeint war freilich: Das durchschnittliche Alter der Weltbevölkerung steigt kontinuierlich an.
  • Bahndurchsagen. Der Zug verlässt Weimar und auf freier Strecke höre ich: „Wir begrüßen die zugestiegenen Fahrgäste in Weimar auf der Fahrt nach Göttingen.“ Ja, so ein Satzbau ist schon kompliziert. Die Frau Zugbegleiterin begrüßt mich in Weimar, wo wir doch gerade am Haltepunkt Hopfgarten vorbeifahren.
  • Ausgerechnet die Zeitung des Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS), Sprachnachrichten, hat auf der Titelseite der Ausgabe Nr. 55 einen Fehler! Niemand ist perfekt. „Und der erste, noch von Stanford selber eingesetzte Präsident der jungen Universität, der wie viele amerikanische Gelehrte dieser Tage sehr gut Deutsch verstand, lies auf die Siegel, Briefköpfe und Torbögen von Stanford einen Spruch in deutscher Sprache anbringen …“ Lies, der Imperativ von lesen? Oder doch eher ließ, Präteritum von lassen!
  • Gurken mit enormer Preissenkung (danke Holger):
    Gurken.jpg
  • Neue Wörter. Die IWB, sonst ja eher in der Rubrik Denglisch anzuprangern, versucht sich diesmal in der Erfindung neuer Wörter: Es gibt unzählige Beanstandungen, die angemäkelt beziehungsweise abgestraft werden.“ Anmäkeln gibt’s nicht. Es kann etwas einen Makel haben oder an etwas kann ein Makel anhaften und es gibt bemakeln (lt. Duden „als mit einem Makel behaftet ansehen; verunglimpfen“).
  • Kurzmeldungen (danke Klaus):
    Sparkus.jpg
    Man könnte, statt des fehlenden „r“ auch ein „s“ anhängen, dann wird’s evtl. angenehmer.
  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche: „Da wir auch Gamesspiele verkaufen …“ Da knallt mir doch glatt der Headkopf auf den Tabletisch!
  • Fundgrube ePages-Forum:
    • „ja wenn ich das so mal durch lese hier und da fällt mir auf das es zimlich viele Probleme giebt mit der softwehr“ – Wenn wir so programmieren würden, wie du schreibst, würde praktisch gar nichts funktionieren!
    • „Alsomalles super! irgendwie ist daswie die wahl zwischen oest und chollora!“ – Siehe oben.
    • „Ein magisches Wort heißt Relevenaz.“ – Zauberhaft!
    • „… und danke für das Warenkorb Problem.“ – Probleme können wir. Darin sind wir sogar richtig gut!
  • Homonym der Woche: der Läufer (danke Klaus). Der Läufer kann ein Sportler sein oder auch eine Schachfigur. Er kommt als langer, schmaler Teppich daher oder als rotierendes Teil an Maschinen.
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