Beiträge zum Thema: genitiv

Deutschthemen zum Freitag - Das Blog


Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Gern dürfen die Beiträge zitiert werden - über eine entsprechende Quellenangabe mit Link freue ich mich.

Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

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14/2018: Feindstaub

  • Neue Wörter (danke Klaus):
    Fakturation
    Guter Versuch, aber es heißt korrekt dennoch: Fakturierung.
  • Gleich zwei Fehler haben sich hier eingeschlichen (danke Steffen):
    Badebetrieb
    Man kann einen 14-tägigen Urlaub machen, dann ist man zwei Wochen am Stück weg. Wenn aber, wie hier gemeint, an jedem zweiten Dienstag Einschränkungen zu erwarten sind, dann heißt das 14-täglich. Wirklich.
  • Technikthema der Woche (danke Klaus):
    elektronischesAuto
    Elektrisch?
  • Schwierige Wörter I:
    Kascher
    Zwar gibt es den Häscher, aber ein sackartiges Netz an einem Rahmen heißt Kescher.
  • Schwierige Wörter II (danke Klaus):
    Kieferorthopede
    Stante pede? Das bedeutet übrigens: stehenden Fußes — so viel wie: sofort, umgehend. Ansonsten: Alles mit dem hintenangestellten Wortbildungselement -pädie bedeutet (aus dem Griechischen) Erziehung. Orthopädie bedeutet also eigentlich wörtlich: richtige Erziehung.
  • Anachronismus der Woche:
    NegativerBonus
    Also, ich bin ja auch eher fürs Belohnen, denn fürs Bestrafen. Aber das Gegenteil eines Bonus’ ist nun einmal ein Malus.
  • Überflüssige Buchstaben (danke Klaus):
    Feindstaub
    Zu Hause ist der Staub ja auch mein Feind Nr. 1.
  • Schwierige Verben (danke Steffen):
    Felsabsturz
    Die Gegensteine sind eine Felsformation im Harzvorland. „Aus zuschließen“ ist aber eine sehr seltsame Trennung.
  • Politikum der Woche (danke Klaus):
    SaarlandischerBundestag
    Oha — das Saarland, diese Querulanten. Jetzt haben sie schon ihren eigenen Bundestag!
  • Überschrift der Woche:
    Tokio
    Mit dem Fahrrad bis nach Japan — alle Achtung! Allerdings ist gemeint: An den 2020 in Tokio stattfindenden Olympischen Spielen nimmt die radelnde Frau Vogel auf jeden Fall noch teil.
  • Schwierige Wörter III (danke Klaus):
    rescharchieren
    Insbesondere empfiehlt es sich, im Duden zu recherchieren.
  • Wortspiel der Woche: In der erogenen Zone ist nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt!
  • Genitiv der Woche (danke Klaus):
    gedenken
    Wessen gedenkt man? Kings. Klingt komisch? Ist aber korrekt.
  • Homonym der Woche: die Börse (danke Klaus). Die Börse ist allgemein ein Handelsplatz oder auch für Austausch, Kontaktaufnahme usw. (z.B. Jobbörse, Singlebörse, Tauschbörse). Speziell für den Handel mit Aktien spricht man auch von der Börse und schließlich heißt der Geldbeutel ebenso.
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39/2016: Wollige Atmosphäre

  • Genitiv: „… sondern die DDoS-Artillerie auch als Waffe gegen ganze Teile des Internet aufrüsten.“ Mit Wörtern, die aus dem Englischen entlehnt sind, ist es ja manchmal schwierig. Welches Geschlecht, ist die Frage. Beim Internet sollte das aber einfach sein: Es handelt sich um „das Netz“ also auch „das Internet“. Folglich ist aber auch der Genitiv „des Internets“.
  • Anzeige der Woche (danke Klaus):
    russfilter
    Es handelt sich nicht um ein besonderes Inkasso-Unternehmen — es geht tatsächlich um das Filtern von Ruß.
  • Haarige Angelegenheit:
    WolligeAtrmosphare
    Ich denke, es soll „wohlige Atmosphäre“ heißen.
  • Homonym der Woche: das Feuer (danke Klaus). Gut, wenn etwas verbrennt, heißt es Feuer. Die Heraldik kennt den Begriff aber auch, genauso wie es ein Kartenspiel dieses Namens gibt. Das Feuer ist weiterhin ein Qualitätsmerkmal bei Edelsteinen.
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44/2015: Job Shadowing

  • Kindermund der Woche (danke Thomas). Enzo (5): „Ja Papa, die Früchtlinge brauchen Kleider.“ Ja, so ein freches Früchtchen.
  • Denglisch der Woche: „Job Shadowing in verschiedenen Unternehmensbereichen“ Hat jemand eine Ahnung, was das bedeutet? Ich denke, es hat mit einen Knall habing zu tun!
  • Das Adjektiv „perfekt“ bedeutet so viel wie „vollkommen“. Der neue Bundestrainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft hatte laut Zeitung „einen perfekten Einstand“, weil seine Mannschaft ein Turnier gewann. Allerdings verlor Deutschland eine Begegnung gegen die Schweiz. Ist das Turnier dennoch als vollkommen zu bezeichnen? Es gibt aber offenbar Relativierungen für perfekt, denn ich wurde jüngst beim Training gefragt: „War dein Tag halbwegs perfekt?“ Mega-teilweise, sage ich euch!
  • Schwieriger Genitiv (danke Robert): „Guido Westerwelle bei der Präsentation seinen Buchs in Berlin“. Dieser Fall heißt vermutlich vorvollendeter Genakkusativ.
  • Neue Wörter: „Es gibt noch eine alternativere Methode.“, hörte ich in einem Podcast. Die Alternative wird, nicht nur hier als Adjektiv, oft falsch genutzt. Denn, der Bedeutung nach, handelt es sich entweder um die Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten oder eben um genau eine, zweite Möglichkeit. Es kann also eigentlich zu einer ersten Möglichkeit nicht noch zwei oder mehr Alternativen geben. Das liegt am lateinischen Wortursprung - alter. Insbesondere unsere Bundeskanzlerin sieht häufig nur eine einzige Möglichkeit für etwas, weshalb „alternativlos“ stark mit ihr verknüpft ist.
  • Homonym der Woche: die Fraktion (danke Klaus). In der Politik der Zusammenschluss von Abgeordneten, ein Stück Siedlung mit eigenem Namen (Ortsteil), in Italien eine Gemeindegliederung (frazione), in der Chemie eine Untergruppe von Substanzen in einem dispersen Gemisch und bei der Destillation die Destillationsprodukte bestimmter Temperaturbereiche.
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29/2015: Um 0 übertroffen

  • Vermisster Genitiv bei Telefonnamen:
    Matthias_sein_Telephone
  • Und bärisch falscher Genitiv: „Die Ermittlungen zum Diebstahl eines Beton-Bäres …“
  • Eine neue Form des Nullwachstums:
    Um0ubertroffen
  • Bitte keinesfalls im Ganzen schlucken:
    Kaut
  • Pufferkartoffel mit Fleischmischung - oder auch umgekehrt:
    Mischungfleisch
  • Denglisch der Woche:
    OutdoorLand
    Warum ausgerechnet dieser östliche Zipfel Outdoor-Land heißen muss?!
  • Oberlausitzer Mundart - wer kann’s übersetzen?
    Fadervieh
    Auflösung: Federvieh (also Geflügel). Ein gebratenes Brüstchen von einem Hühnchen (haben wir vorher eingelegt in leckere Kräuter) auf einer Tunke von Tomaten mit ein paar Nudeln.
  • Homonym der Woche: die Vorstellung (danke Klaus). Sind wir uns etwas bewusst, haben wir eine Vorstellung davon. Bei einer Präsentation wird auch vorgestellt und so ähnlich ist es beim Bewerbungsgespräch. Die Darbietung vor einem Publikum ist eine Vorstellung und auch wenn man sich miteinander bekannt macht. In Österreich ist die Vorstellung noch ein Rechtsmittel gegen einen Bescheid oder Beschluss im Verwaltungsrecht.
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09/2015: Johannes oder Johannis

 

  • Unregelmäßigkeiten bei mdr-Info: „Unsere Reporterin aus Kiew gedenkte dem ersten Jahrestag des Massakers auf dem Maidan.“ Wer hätte das gedacht, dass das unregelmäßige Verb „gedenken“ solche Probleme verursacht.
  • Geschlechtsneutralität geht über alles (danke Klaus): „Begegnungen mit Wegbereitenden aus Wissenschaft und Praxis“. Nach „Zu Fuß gehenden“ (StVO) und „Studierenden“ gibt es nun zum Glück auch die Wegbereitenden. Wie man sieht - es gibt genügend an der Genderisierung Arbeitende!
  • Auch deutsche Restaurant-Inhaber machen Fehler:
    Johannesbeersaft
    Es gibt zwar Johannes als Namen, aber die Beeren heißen Johannisbeeren. Wie auch das -brot, das -feuer, das -fest und der -käfer.
  • Des Genitivs zu viel:
    DesKarte
  • Kommentar beim Stabhochsprung der Frauen: „Nach dem Versuch geht doch ordentlich Luft aus dem Körper. Die hört man hier entweichen.“ Nicht, was ihr denkt - sie schrie!
  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche: „Es geht um die internationalen Champions-League-Plätze.“ Als ob die Champions League national wäre.
  • Doppelter Infinitiv mit zu: „Ein weiterer Erwachsener bekundete, von der evangelischen zur katholischen Kirche zu wechseln zu wollen.“ Das brauchen die sich nicht zu gefallen zu gelassen!
  • In Dubai brach in einem Wolkenkratzer ein Brand aus. Und wie heißt das Gebäude? „Die Fackel“! Ein böses Omen also.
    Eine australische Fluggesellschaft heißt „Emu Airways“ - das klingt auch nicht gerade vertrauenswürdig.
  • Modalverbenhaufen der Woche: „Die Fraktion von CDU und CSU ist dagegen, dass die Opposition Minister zu Fragestunden einbestellen dürfen soll“. Das kann man nicht wollen müssen!
  • Kindermund der Woche I. Tom (13): „Hannes hat zwei Halbschwestern. Das macht dann eine ganze!“
  • Kindermund der Woche II (danke Ilka). Helena (2) schaut die Nachrichten: „Mann hat Tuch um.“ Tja, der Papa trägt wohl nicht so oft Krawatten.
  • Mathematikthema der Woche bei stern.de:
    Dividieren
    Autsch - „1+1=?“ ist doch Addieren, oder?
  • Denglisch der Woche. Die Autoren dieses Schreibens konnten sich wohl nicht so recht entscheiden:
    Tablett
    Selbst der Duden empfiehlt: „Tablet-PC“. Die Verwendung als Tablett ist für diese Geräte eher selten, außer hier.
  • Homonym der Woche: das Pflaster (danke Klaus). Einerseits ein Straßenbelag, andererseits ein in der Medizin verwendetes Klebeband. Da kann man schon pflastermüde werden.
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25/2014: Merkels Lustreisen?

  • Kreatives Deutsch: „Kannst Du mich bitte dringend anskypofonieren?“ Statt Kreuz-und-Quer-Twittern.
  • Kurznachrichten (danke Klaus):
    Verklauf
    Ist das eine geschickte Kombination aus Verkauf und Klauen?
  • Ich berichtete ja bereits über das Phänomen, dass ich fortgesetzt vom Mario zur Marion werde. Die kriminellen Typen, die versuchen, Passworte zu stehlen (Phishing), schreiben zwar nun manchmal sogar korrektes Deutsch, aber es passieren dennoch andere Fehler:
    FrauMario
  • Reisegründe: „Merkels Auslandreisen sind meistens recht kurz, weil sie erstens der Politik zu Hause nicht lange den Rücken kehren mag und zweitens jeden Eindruck von Lustreise vermeiden will.“ Also, auf die Idee, dass unsere Kanzlerin Lustreisen unternimmt, wäre ich nie gekommen!
  • Wenn der Name nicht zum Beruf passt:
    MalerDurst
    Kein Getränkeservice, ein Malermeister.
  • Weil es nicht mehr Hausmeister, sondern Projektleiter Facility Management heißt, werden die Ankündigungen immer ausgeklügelter (danke Wolfram): „Es wird immer nur ein Aufzug gleichzeitig stillgelegt.“ Schneller ginge es, wenn man zwei Aufzüge mehrzeitig stilllegen würde.
  • Fehlende Buchstaben (danke Heiko):
    Sicherheitsuecken
    Hier fehlt sogar die Lücke für das „l“.
  • Genitiv (danke Holger): „Durchgängige Sicherstellung der Qualität mittels modernsten Koordinaten- und Formprüfgeräten sowie mit …“ Was ist eigentlich „mittels“? Eine Präposition – und sie verlangt den Genitiv. „Mittels modernster Koordinaten- und Formprüfgeräte“ hätte es also heißen müssen.
  • Fußball-WM-Splitter:
    • Der Bundestrainer: „Es ist wichtig, dass jeder zu hundert Prozent da ist.“ Klar, man stelle sich vor, Lahm würde ein Fuß fehlen!
    • Kurznachrichten (danke Klaus):
      Gewinn1-2
      1:2 gewonnen?
    • „Das ist der einzige 6er in der Aufstellung …“ Ich dachte immer, die Spieler werden von 1 bis 11 durchnummeriert. Aber jetzt wird schon extra darauf verwiesen, dass nur eine 6 mitspielt. Irgendwo wird also eingespart, hoffentlich vergessen sie nicht irgendwann die 1.
  • ALDI informiert (danke Wolfram):
    BetroffeneRegionen
    Kann man von einem Feiertag betroffen sein?
  • Kirchensprache. Weil der Papst für das Bistum Erfurt noch immer keinen Bischoff ernannt hat, gibt es einen „Diözesanadministrator“. Toller Name für einen, der die Geschäfte führt. Die „bischoffslose“ Zeit nennt die Kirche übrigens „Sedisvakanz“.
  • Konjunktionen (danke Herr Staps): „... bei der Zuordnung von 610 Flügen keinen einzigen Fall gab, bei dem meine Sekretärin oder ich unterschiedlicher Meinung gewesen wären.“ Wenn die Meinung zweier Personen verglichen wird und der Vergleich positiv ausgeht, warum steht da „oder“ und nicht „und“?
  • Neue Wörter: „… und er teilte mir mit, dass Sie für den Bereich Webentwicklung (Javascript) zustänstig sind.“ Zuständig zu sein, hat womöglich einen Hauch Widerspenstigkeit.
  • Wortbedeutungen (danke Torsten):
    Strassenunterhaltungsdienst
    Wenn in dem Auto nur einer sitzt, ist es dann ein Straßenalleinunterhalter?
  • Seltsame Produkte (danke Torsten):
    RetortenHolzkohle
    Ausgehend vom Retorten-Baby könnte man hier annehmen, man habe hier in einem Labor im Reagenzglas künstlich Holzkohle hergestellt. Tatsächlich besteht Retorten-Holzkohle aus Retortengrafit, was so viel wie fast reiner Kohlenstoff bedeutet.
  • Redewendungen (danke Herr Ebel): „Internationale Rettungsteams brachten den Forscher in den letzten Tagen Stück für Stück nach oben.“ Hoffen wir einmal, dass sie ihn oben wieder richtig zusammensetzen.
  • Homonym der Woche: die Unterhaltung. Es kann sich um ein Gespräch handeln, aber eben auch um die Instandhaltung (siehe oben). Gewässer werden in ihrer Funktion auch unterhalten und ein Zeitvertreib kann der Unterhaltung dienen.
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03/2014: Rechtscheck und 13 Hälften

  • Diese Woche wurde mir ein „Rechtscheck“ angeboten. Zunächst dachte ich natürlich, es ginge um Geld (Recht-Scheck). Aber es war dann doch nur ein Rechts-Check. Manchmal verbessert ein Bindestrich die Lesbarkeit enorm.
  • Politikerdeutsch von unserem Innenminister de Maizière: „... und dann schlagen wir konkrete Ergebnisse vor.“ Das ist ja nett – inzwischen wird nicht mehr „auf den Weg gebracht“ (=Maßnahmen beschlossen, die teilweise oder gar nicht umgesetzt werden), jetzt werden gleich die Ergebnisse vorgeschlagen!
  • Anzeige mit Anzeige (danke Wolfram):
    ProzessorProzessor
    Ein Prozessor mit Prozessor!
  • Journalistische Übertreibungen. So lautet die Überschrift (danke Klaus):
    Millionaere1
    Und so der Text:
    Millionaere2
    268 von 534 (oder: 50%) sind gleich einmal „fast nur noch“.
  • Wenn Nachrichten verkürzt werden (danke Horst): „Kirchen sind gegen Homosexualität im Unterricht“. Ich denke, nicht nur da!
  • Automatische Übersetzungen I (danke Micha):
    Geburtstagserinnerung
    Brauche ich weder im Moment noch später.
  • Automatische Übersetzungen II (danke Klaus):
    Orden
    Hä?
  • „… du weißt, das ich bestimmt nicht unhöfflich daher komme.“ In der Summe stimmt die Konsonantenverdoppelung des Satzes, nur nicht für jedes einzelne Wort.
  • Genitivbildung für Ländernamen. Ausgangspunkt bildet diese Überschrift: „Slowakeis Premier drängt ins Präsidentenamt“. Löblich immerhin, dass der Genitiv versucht wurde. Aber …
    Danke an Herrn Dr. Soukop für diesen Gastbeitrag.
    Im Deutschen gibt es für geografische Namen (bzw. Namen von Staaten und Ländern) mehrere Möglichkeiten:
    • Die meisten Namen sind neutral und werden ohne Artikel gebraucht (vermutlich etwa 90 %), dazu gehören vor allem Namen auf „-ien“ oder „-en“, aber auch andere: Italien, Schweden, Österreich, Frankreich, Deutschland, China, Venezuela, Israel etc. Von diesen kann man einen Genitiv auf „-s“ bilden: Italiens, Schwedens, Österreichs, Frankreichs, Deutschlands, Chinas, Venezuelas, Israels etc. Präsident bzw. König.
    • Einige sind maskulin und werden mit Artikel gebraucht: der Iran, der Irak, der Jemen etc. Von diesen kann man ebenfalls einen Genitiv auf „-s“ bilden: der Präsident des Irans, des Iraks, des Jemens etc.
    • Einige wenige sind neutral und werden mit Artikel gebraucht: das Elsass, das Baskenland etc. Von diesen kann man einen Genitiv auf „-s“ bilden: des Elsass (oder des Elsasses), des Baskenlands etc.
    • Einige sind Pluralwörter und werden mit Artikel gebraucht: die Niederlande, die Vereinigten Staaten von Amerika, die Philippinen etc. Von diesen gibt es den Genitiv König bzw. Präsident der Niederlande, der Vereinigten Staaten von Amerika, der Philippinen etc.
    • Einige sind feminin und werden mit Artikel gebraucht. Dazu gehören vor allem Namen auf „-ei“, aber auch andere: die Slowakei, die Türkei, die Schweiz etc. Von diesen ist ein Genitiv auf „-s“ nicht möglich: der Präsident der Slowakei, der Türkei, der Schweiz etc.

Womöglich teilt die Textverarbeitung sonst noch „Slowak-Eis“ ab!

  • Hyperlativ der Woche in folgender Schlagzeile: „Free WLAN Karlsruhe – jetzt noch draht- und kostenloser!“ Wenn etwas bereits drahtlos funktioniert und nichts kostet – kann das noch gesteigert werden?
  • Mathematikthema der Woche (danke Hajo). Ex-Dschungelkönig J. Kelly: „Die Krone sollte man in 13 Hälften schneiden und jeder kriegt ein Teil davon ab.“ Die geistigen Fähigkeiten der Beteiligten übertreffen sich beim Niveau-Limbo.
  • Homonym der Woche: der Boden (danke Klaus). Sicher ist der Grund und Boden (hierbei kann es um den Besitz ebenso gehen wie dass man sich in selbigen schämen kann) jedem genauso bekannt, wie der (Dach- und Fuß-)Boden im Haus. Instrumente haben im Klangkörper einen Boden und beim Turnen ist es eine Disziplin. Außerdem gibt es einen Asteroiden dieses Namens. Sprichwörtlich kann man noch auf dem Boden der Tatsachen landen.
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48/2013: Vorgetroffene Bedingungen

Dies ist die 48. Ausgabe der Deutschthemen zum Freitag im Jahr 2013. Ich bedanke mich bei allen Lesern für das Interesse, vor allem bei den „Zuträgern“ für deren Fotos und Hinweise.
Allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Jahreswechsel.

  • Getrennt- und Zusammenschreibung (danke Wolfram) auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt:
    Oekokinderbacjstube
    Was sind Ökokinder und werden die hier gebacken?
  • Schwierige Wörter. Im Buch „Kleines Mathematikum“ von A. Beutelspacher steht: „Dann fragt er mit Unschuldsmine …“ Womöglich gibt’s im Bergbau Minen, die ihre Unschuld verloren. Aber der unschuldige Gesichtsausdruck ist eine Unschuldsmiene.
  • Wie heißt die Truppe, welche in Deutschland Fahrzeuge prüft (danke Jens)?
    TUeF
    Der Technische Überwachungsferein!
  • Denglisch der Woche: „Sourcen Sie noch out oder sourcen Sie schon in?“ Saucen sind immer in!
  • Kann man das Internet ausdrucken (danke Jens)? Ja:
    Internetdruck
  • Schlagzeile der Woche: „China will heute auf dem Mond landen“. Na hoffentlich passen die alle drauf.
  • Oliver Bierhoff zur Unterkunftssuche für die Fußball-WM: „Wir haben dort optimale Bedingungen vorgetroffen.“ Er meinte natürlich: angefunden.
  • Dativ der Woche (danke Klaus): „Aufgrund vom Trend zu Big Data werden …“ Aufgrund kann entweder eine, den Genitiv verlangende, Präposition oder ein Adverb sein, welches dann in Verbindung mit „von“ verwendet wird. Der Dativ darf hier nicht stehen.
  • Schwieriges Plusquamperfekt: „Er (der Trainer) ist sehr kommunikativ, hatte von Anfang an einen klaren Plan vermittelt und gibt jedem Spieler das Gefühl, gebraucht zu werden.“ Hatte vermittelt ist hier die vollendete Vergangenheit (Plusquamperfekt). Vermutlich meint der Spieler im Interview jedoch nicht, dass der Trainer nun keinen Plan mehr vermitteln kann oder muss. Mit einer abgeschlossenen Planvermittlung können Fußballer vermutlich nicht umgehen.
  • Homonym der Woche: die Kammer (danke Klaus). Die Kammer ist entweder ein Raum, ein kleines Zimmer oder auch ein Hohlraum in einer Maschine (z.B. Brennkammer). In ihr lagern die Patronen einer Waffe, wohnen manche Tiere. Die Kammer ist ebenfalls ein Organ der Rechtsprechung und eine gesetzgebende oder berufsständige Körperschaft.
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6/2010

  • Es war Montag und wohl noch sehr früh: „Ja, ich bin auch sehr dafür, wenn das Format schon gewerden werden muss,… “
  • Feminismus der Woche: der Lieferschein. Bei jeder Bestellung dabei, stellt er wohl den Inbegriff des Affronts gegen militante Feministinnen dar. Aber Abhilfe ist in Sicht:
    Lieferschein.jpg
  • Weiß jemand, was ein „Ultra 3D-Saugwirker“ ist? Nein, hat nichts mit dem neuen Kino-Hit „Avartar“ zu tun, sondern stammt aus dem (bei Strato laufenden) ePages-Shop www.windelversand24.de (danke Benjamin).
    Windeln.png
    Begrüßt wird man auf der Seite mit folgendem Satz: „Liebe Kunden wir wollten Ihnen mitteilen das wir eine grosse Lagerrämung durchführen. Und unsere Preise für viele unserer Produkte stark gesenkt haben, solange Vorrat reicht.“ Nach einem Blick ins Impressum wollen wir die vielen Fehler in diesen zwei Sätzen, der eigentlich nur einer hätte sein sollen, gar nicht einzeln auflisten.  Eines nur: Ob die Preise wieder steigen, wenn der Vorrat erschöpft ist? Marktwirtschaftlich wäre das ja…
  • Aus einer Kunden-E-Mail: „…unter Anderem ein Butten auf der startseite der auf alle Produte verlinkt.“ Rechnungen werden hier auch nur auf Buttenpapier gedruckt!
  • Neue Wortschöpfung, welche mir von einem verdeckten Twitter-Mitleser zugetragen wurde: „Mit dem bereits gesetzten Ziel einer strikten Komponentisierung unserer Lösungen…“
  • Die IWB 3/10 beglückt uns mit folgender Überschrift: „Wir sind gegen niemand“. Puh – also ich verlange ja nicht unbedingt die Verwendung des Genitivs (z.B. „Wir sind niemandes Feind“), aber die zwei Buchstaben hätten es doch noch sein müssen: „Wir sind gegen niemanden“.
  • Aus dem gleichen Artikel stammt das Denglisch der Woche: „Buchbare Werbeformen sind Rectangles, Scyscraper und Superbanner.“
  • Aus dem Schlecker-Angebot:
    • „Olympia Aktenvernichter“ – nur für IOC-Mitglieder.
    • „Mistral Festplatte“ – ökologisch, weil windgetrieben (Mistral = Nordwestwind in der Provence)
  • Kuriose Silbentrennung:
    • Zie-gen – gestreckter DNA-Abschnitt
    • Vers-ehen – wenn Reime heiraten
    • Spar-gelesser – geiziger Tubennahrungsvertilger
  • Homonym der Woche: die Edda. Es handelt sich um die Sammlung altnordischer Dichtungen und auch einen Vornamen. Ob die Edda allerdings einst die Edda schrieb, weiß ich nicht.
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30/2009

  • Ein Leichtathletik-Wochenende gab’s noch:
    • Kommentar während des Marathonlaufes: „Man sieht beim Führenden (ein Kenianer) gar keine Waden. Schauen Sie mal da unter dem Knie – das könnte auch ein Mückenstich sein.“
    • „Der kommt von der kurzen Langstrecke.“ Ist das ein Widerspruch? Nun ja, 5 000m sind sicher kürzer als 10 000m. Allerdings fiel der Kommentar während des 5 000m-Laufes und es ging um Bernard Lagat als eigentlichen 1 500m-Läufer – und die 1 500m sind eindeutig eine Mittelstrecke.
    • „Jetzt sind wir bei den 800m – da braucht man breite Ellenbogen.“
    • 47 Entscheidungen gab es bei der WM und damit auch 47 Siegerehrungen. Genausooft wurde der Genitiv schmählich missachtet: „Bitte erheben Sie sich für die Nationalhymne von Deutschland.“
  • Spielerinterview nach dem Mainzer Sieg über die Bayern und warum der neue Trainer die Mannschaft gut im Griff hat: „Der Trainer ist nah an der Mannschaft.“ Das wollen wir doch von jedem Trainer hoffen, oder? Im Spiel sitzt oder steht er gleich neben dem Platz und im Training manchmal sogar darauf.
  • Auf digitalfernsehen.de: „Bis 2014 fordere die Bundesregierung in ihrem Kulurturprogramm, dass zwei Drittel aller Haushalte über schnelle Internetleitungen verfügen“ (danke Wolfram) Das Programm wird gesungen von Koloratursopranistin A. Merkel;-)
  • Hyperlativ der Woche I bei Spiegel Online (danke Pit): „2009 tödlichstes Jahr für ausländische Soldaten in Afghanistan“. Besonders betroffen sind die ausländischsten unter den Soldaten!
  • Hyperlativ der Woche II auf dem Etikett einer Wasserflasche: „Ganz ohne Kohlensäure“. Da ist in jedem Fall weniger Kohlensäure drin, als wenn nur „ohne Kohlensäure“ drauf gestanden hätte.
  • „Was hälst du von…“ sieht auf den ersten Blick richtig aus. Doch halt – eben nur auf den ersten. Die Konjugation des Verbs halten behält in der zweiten Person sowohl im Präsens (du hältst) als auch im Präteritum (du hieltst oder hieltest) das „t“. Das gilt freilich auch für davon abgeleitete Formen wie behalten und enthalten. Da hat die Grammatik uns also wieder mal was aufgehalst!
  • Die TA zur Eröffnung des Skitunnels in Oberhof: „Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt, und Kinder bis zwölf Jahre zahlen die Hälfte.“
  • In die Kategorie „Übelsetzungen“ (siehe http://www.langenscheidt.de/katalog/titel_uebelsetzungen_3260_1618.html) gehört dieses Hotelschild (danke Markus):
    Notausgaenge.JPG
  • Die TA schreibt: „…ihr Plus ist höher als das im Bundesdurchschnitt“ (danke Horst). Schon früher, als die TA noch „Das Volk“ hieß, war dort von einem „hohen Planplus“ die Rede. Nun kennen wir ein hohes C (in der Musik!), ein hohes Haus oder ein hohes Ross – aber ein hohes Plus gibt’s nicht.
  • Eine sehr mehrdeutige Überschrift in der TA: „Martha und Erich Tietz verbindet das gleiche Schicksal – Heute feiert das Paar Diamantene Hochzeit“. Hoffen wir mal, dass nicht die Hochzeit vor 60 Jahren das Schicksal war;-)
  • Kuriose Silbentrennung:
    • Anzug-leichen – nach der Bankenkrise
    • Hau-stiere – besonders in Spanien verbreitet
    • Schiffs-irene – vermutlich eine Matrosin
  • Homonym der Woche: der Kiel. Der Kiel kann ein Blütenteil oder Federschaft, aber auch der Grundbalken von Wasserfahrzeugen („Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.“). Ein altertümlicher Schiffsbauer könnte also früher seinen Namen mit dem Kiel auf den Kiel geschrieben haben.
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