Beiträge zum Thema: hyperlativ

Deutschthemen zum Freitag - Das Blog


Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

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13/2018: Hazardör

  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche:
    DummeFehler
    Gibt es eigentlich auch schlaue Fehler?
  • Grammatik und unbestimmter Artikel (danke Klaus):
    EinVersuch
    Das ist wie: „Es gibt nur ein Rudi Völler …“
  • Missglückte Autokorrektur: „Mit Freindlichen Größe“. Immerhin nicht feindlich.
  • Schwierige Wörter I (danke Klaus):
    Besenreisser
    Ja, was hilft da? Der Duden! Besenreiser nennt man direkt in der Oberhaut liegende (sichtbare) Venen. Reißerisch ist das nicht.
  • Hyperlativ der Woche I (danke Christian): „Die Panasonic Lumix DMC-G81 (Praxis) setzt diesen ‚Trend‘ fort und weiß in unserem Test in jedem Bewertungspunkt mit einer mindestens sehr guten Leistung zu gefallen.“
    Was kommt denn über „mindestens sehr gut“?
  • Einen an sich passenden Namen für sein Verhalten innerhalb Spaniens hat doch der Carles Putschdämon. So heißt der doch, oder?
  • Hyperlativ der Woche II (danke Klaus):
    Maximal-Gau
    Was ist noch einmal ein Gau? Der größte anzunehmende Unfall. Mithin bereits der Superlativ.
  • Übertreibung der Woche (danke Sascha):
    Sechsstellig
    Tatsächlich waren es 86kg — das ist zweistellig. Aber vielleicht haben sie es ja auf mehr als 100 000 Päckchen aufgeteilt? Nein, der Wert in Euro war sechsstellig.
  • Schwierige Wörter II (danke Klaus):
    Hazardor
    Ui — es gibt dann noch den Inschenör, den Deckoradör und den Installadör.
    Nicht bei allem kann man eben auf die Frage: „Wie wird das geschrieben?“ antworten: „Wie man’s spricht.“ Siehe auch: Roy Bär.
    Übrigens: Ein Hasardeur ist jemand, der ein hohes Risiko eingeht. Kommt aus Frankreich, wird dort aber lustigerweise nicht mehr benutzt.
  • Schwierige Wörter III:
    Mackulatur
    Macke?
    Makulattur
    Latte?
  • Schwierige Wörter IV (danke Klaus):
    Ovolus
    Eine Ovolution!
  • Fehlende Buchstaben (danke Christian):
    Grossprojekte
    Ach deshalb haben so viele Großprojekte in Deutschland Schwierigkeiten — weil die Oberbürgermeister sie stürzen.
  • Schwierige Wörter V (danke Klaus):
    Schuzpe
    Chuzpe stammt aus dem Jiddischen und bedeutet Frechheit, Anmaßung.
  • Schwierige Wörter VI (danke Klaus):
    assistiert
    Ah, mit einem Assistenten zusammen hatte er 210. Am Ende hat der Goethe den Osterspaziergang gar nicht selbst geschrieben. Nein, jemandem etwas bestätigen heißt natürlich: attestieren.
  • Übrigens, zur Klarstellung vor Ostern: Gründonnerstag hat nichts mit Salat essen zu tun, die Karwoche auch nichts mit Autos und die Kreuzigung nichts mit Lotto spielen. Atmen!
  • Homonym der Woche: der Orden (danke Klaus). Ein Orden kann eine geistliche (z.B. Mönchsorden, aber bei Nonnen ist es keine Ordin;-) und auch eine weltliche (z.B. Ritterorden) Vereinigung sein. Dazu ist er eine Auszeichnung (russische Offiziere fallen fast nach vorn, weil sie so viele davon haben) und in der Heraldik bezeichnet man ein Prachtstück im Wappen ebenfalls als Orden.
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37/2017: Konflickt-Wirrwar

  • Beim Fußball nach einem Torerfolg: „Der Rest ist eine Fingerübung für den Vollblutstürmer.“ Zehenübung?
  • Plural der Woche. Wie heißt es, wenn es mehr als einen Krösus (einen im Verhältnis zu anderen Reichen) gibt? Die Krösen? Die Krösus (mit langem „u“)? Nein, korrekt ist: die Krösusse. Als Genitiv gibt es zwei Formen: des Krösus oder des Krösusses.
  • Schwierige Wörter I:
    Konflickt
    Mit der korrekten Rechtschreibung gibt es ebenfalls Konflikte.
  • Aber die Frage, ob „ck“ oder nur „k“ ist an anderer Stelle schwierig:
    Dicktator
    Und gleich zwei Mal in diesem Text:
    DirecktorInspecktor
    Oder hier:
    Korreckt
    Besonders fragwürdig aber so:
    Ficktiv
  • Fehlende Buchstaben:
    Wirrwar
    Das Wirrwarr bezeichnet ein Durcheinander, ein Chaos.
  • Überflüssige Buchstaben (danke Michael):
    Mannn
    Oh, ich sehe schon die Forderung nach einer adäquaten weiblichen Variante, nämlich: Frauuu oder so.
  • Wenn das Bild nicht zum Text passt:
    Pastateig
    Ist die Faust nun ein Fuß oder eine Maschine?
  • So etwas kann sich nur Microsoft ausdenken (danke Regine):
    Absturzmelder
    Hoffentlich baut Microsoft niemals Rauchmelder!
  • Hyperlativ der Woche:
    alleinstehender
    Alleinstehend kann offenbar doch gesteigert werden.
  • Schwierige Wörter II:
    Serpentienen
    Serpentinen können zwar lang sein, aber so strecken muss man sie sprachlich nicht.
  • Homonym der Woche: der Mörser (danke Klaus). Der Mörser ist einerseits ein Geschütz und andererseits ein dickwandiges Gefäß zum Zerstoßen (mit einem Stößel oder auch Pistill genannt).
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43/2016: Entängstigung

  • Technikgeschichte (danke Herr Ebel): „Hier sehen Sie die seltenen Videoaufnahmen von 1941/1942.“ Videos hießen damals noch Filme.
  • Überflüssige Buchstaben (danke Klaus):
    Ruckendwind
    Wind kann drückend sein, aber auch rückend.
  • Aus einem James-Bond-Film: „Der Doppel-Null-Status ist annulliert.“ So viele „Genulle“ in einem Satz.
  • Neue Wörter I. Anlässlich des Jubiläums der Reformation in Deutschland sprach Bundespräsident Gauck: „Wir brauchen auch heute Agenten der Entängstigung.“ Nun, der Duden kennt nur das Gegenteil, die Beängstigung. Häufiger hört man ja heute von sog. „besorgten Bürgern“. Deren Sorgen beschränken sich allerdings meist darauf, ob die Butter reicht, der Bus pünktlich ist, ob man sein Kfz-Kennzeichen wählen kann und wie viel die Maß Bier auf dem Oktoberfest kostet. Insofern kann „entängstigt“ werden: Zum Leidwesen der Milchbauern gibt’s genug Butter zu niedrigen Preisen, der Nahverkehr arbeitet in Deutschland überwiegend gut, sein Kennzeichen kann man mittlerweile auch bei Umzug mitnehmen und die Maß kostet jedes Jahr nur ein bisschen mehr. Kein Grund zur Sorge, eigentlich.
  • Hyperlativ der Woche: „Die Niederlassungen sind jetzt autarker.“ Autark bedeutet unabhängig, auf niemanden angewiesen — eine Steigerung lässt selbst der Duden nicht zu.
  • Neue Wörter II: „Ich schreibe mal das auf, was mir passig erscheint.“ Das war nicht spaßig gemeint, passend war es auch nicht.
  • Homonym der Woche: das Rezept (danke Klaus). Ohne ein solches kann ich kaum etwas Kochen, in der Apotheke braucht man es auch und sowohl  der Automatisierungstechniker als auch der Chemiker kennen es.
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38/2016: Gigantische Riesenanakonda

  • Fehlende Buchstaben (danke Bastian):
    Genisser
  • Verwandtschaftsgrade:
    Urenkel
    Ist das Prinzenpaar nicht noch ein bisschen zu jung, um schon Urenkel zu haben?
  • Kommentar beim Berlin-Marathon: „Es ist fantastisch, was wir hier erleben: Die drei Läufer vornweg liefern sich ein solch packendes Duell.“
  • Politikerdeutsch bzw. Politikermathematik. Familienministerin Manuela Schwesig möchte, dass Eltern kleiner Kinder (bis 2 Jahre) nicht voll, sondern nur „vollzeitnah“ arbeiten müssen. Was bedeutet das? 28 bis 36 Wochenstunden. Also, bei 36h gehe ich mit, dass das nah an der Vollzeit ist. 28h sind (gerechnet auf 40h/Woche Vollzeit) nur 70%. Ist das immer noch nah?
  • Hypernativ der Woche: „Bauarbeiter finden gigantische Riesenanaconda“. Größer geht’s nimmer.
  • Lidl feuert gerade mit einer landesweiten Werbeaktion unter dem Motto: „DU HAST DIE WAHL“. Nun sind Plakate manchmal sehr groß und werden in mehreren Teilen aufgeklebt. Einem Plakatkleber unterlief dabei ein Fehler — er vertauschte die beiden Seiten (danke David). Heraus kam: „DIE WAHL  |  DU HAST“. Klingt sehr nach Meister Yoda.
  • Überschrift der Woche (danke Bastian):
    Erotikbriefe
    Dann haben die Briefe ja ihr Ziel erreicht, oder?
  • Verbuchselte Wechsstaben (danke Klaus):
    beleibter
    Zu viele Schnellessen?
  • Homonym der Woche: die Gründung (danke Klaus). Ruft man etwas ins Leben, z.B. einen Verein, eine Stadt, ein Unternehmen, spricht man von Gründung. Im Bauwesen ist die Gründung der Teil des Bauwerks, welcher Lasten in den Untergrund ableitet.
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22/2016: Entkompliziert

  • Fehlende Buchstaben (danke Dorit):
    Scheisszertifikate
  • Kurznachrichten (danke Klaus): „Die Deutsche Bank ist das nach der Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und hat nach letzten Angeben acht Millionen Privatkunden.“ Eigentlich hätte es „nach letztem Angeben“ heißen müssen.
  • Hyperlativ der Woche: „Das Urteil ist eine kleine Gleicherstellung eines immer noch ungleichen Lebensgefüges.“ Das kann lediglich durch die „Gleicheststellung“ überboten werden.
  • Zu viel des Guten (danke Klaus):
    Hundertprozentig
    Ausgeschrieben hieße das „Hunderprozenttig“ — eine rund 7%ige Überschreitung der eigentlich erforderlichen Buchstabenanzahl.
  • Negation der Negation (danke Klaus): „Wie viele Konten von der fehlerhaften Anzeige von Doppel-Abbuchungen betroffen sind, ist weiter unklar, genauso wenig wie die Ursachen der Panne.“ Genauso wenig unklar sind die Ursachen — alles klar.
  • Verbuchselte Wechsstaben: „Also ich hör euch, aber mein Mirko streikt gerade.“ Ja, ja der Mirko — der arbeitet nicht gern.
  • Aus der Welt der Werbung (danke Horst): „LGs neuer Edel-TV G6 ist ge-rade einmal so groß wie drei Kreditkarten – und bietet dank OLED-Technologie eines der besten Bilder überhaupt. Der Bildschirm ist 65 Zoll groß.“ Was haben denn die bei LG für riesige Kreditkarten? Gemeint war freilich die Dicke des Displays (2,57mm).
  • Neue Produkte (danke Holger):
    Urgesteinsmehl
    Jetzt wird Mehl schon aus alten Steinen gemacht.
  • Neue Wörter (danke Holger):
    entkompliziert
    „Vereinfacht“ ist offenbar nicht mehr modern.
  • Zweifelhaftes Adjektiv (danke Herr Ebel): „Mit viel Musik, Gauklern, historischen Handwerkern und einem großen Festumzug feiert die Lutherstadt Wittenberg, 3 Tage die Vermählung von Martin Luther und Katharina von Bora.“ Diese Handwerker sind vermutlich sehr alt.
  • Tolles Angebot:
    AusserEinerHand
    Außer Händen wird hier alles verkauft.
  • Durch diese Ansprache sieht die E-Mail wirklich täuschend echt aus:
    FrauMario
  • Homonym der Woche: die Pfanne (danke Klaus). Die Pfanne ist ein sehr vielfältig verwendetes Gefäß — von klein (zum Kochen) bis groß (in der Gießerei). Der Dachdecker kennt die Dachpfanne, ein Dachziegel. Die Pfanne ist auch eine Einheit (Volumenmaß für Salz und Holz), ein Teil früherer Feuerwaffen und eine Wappenfigur (in der Heraldik).
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17/2016: Nackedei

  • Starke Verben I: „Nicht umsonst heißt es beim Militär: ‚Befehle einem Mann nur das, was du auch selbst bereit bist zu tun.‘“ Gerade beim Militär wird der Imperativ häufig genutzt. Schließlich macht die grammatisch Befehlsform ihrem Namen dort alle Ehre. Befehlen ist allerdings ein starkes Verb — und wird im Imperativ zu „Befiehl!“
  • Zucchini kannte ich bisher immer länglich und grün (danke Anja):
    Zucchini
  • Ein „i“ kann im Deutschen lang oder kurz gesprochen werden, aber für die lange Variante gibt es drei Schreibweisen (i / ie / ih). Das kann schon mal schief gehen (danke Anja):
    Famielie
  • Starke Verben II:
    liesst
    Hoffentlich liest das Handy fehlerfrei.
  • Überschrift der Woche auf der Sportseite: „Nordhäuser Lamm boxt gegen Schuster um den Titel“. Aber, es ging keineswegs um einen Kampf Tier gegen Handwerker — die beiden Kontrahenten heißen tatsächlich so.
  • Kindermund der Woche. Mein Neffe Tobias (3) stürmt ins Bad, in dem ich mich morgens gerade anziehe und ruft: „Nackedei“. Ein paar Minuten später stelle ich mich, nunmehr vollständig angezogen vor ihn hin. Aber der Kleine ruft: „Immer noch Nackedei — am Kopf.“
  • Pro oder Contra (danke Holger) — das kann im Abstiegskampf schon mal verwechselt werden:
    KampfGegenKlassenerhalt
  • Hyperlativ der Woche aus einer Bewerbung: „Leider habe ich erkannt, dass dort nicht die perfektesten Möglichkeiten für mich zur Verfügung stehen, um meinem Wunschberuf erfolgreich zu bestehen.“ Die perfektesten Möglichkeiten sind noch perfekter als perfekt. Was bedeutet perfekt? Frei von Mängeln bzw. vollkommen.
  • Denglisch der Woche (danke Thomas): „Die Zeitachse muss sich auf Basis einer detaillierteren Schätzung, dem tatsächlichen Stuffing und ohne die Anwendung der idealen Zeit geschehen.“ Geht sich in Ordnung.
  • Homonym der Woche: der Ausfall (danke Klaus). Am meisten mögen ihn vermutlich die Schüler. Versagt ein System oder ein Teil davon, spricht man auch vom Ausfall. In der Chemie kann es in gelösten Stoffen zum Ausfall kommen. Kommt ein Zahlungspflichtiger seinen Verpflichtungen nicht nach, ist auch das ein Ausfall. Beim Fechten ist der Ausfall ein Angriffsschritt und beim Militär bedeutet ein Ausfall entweder die Taktik bei einer Belagerung oder ein personeller Verlust.
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14/2016: Lecktüre

  • Schwierige Wörter I:
    Leckture
    Wenn man mit der Zunge an der Tür …
  • Schwierige Wörter II:
    Werbeauftragter
    Bei einem Werwolf ist das fehlende „h“ ja in Ordnung, aber wenn’s um die Landesverteidigung geht …
  • Hyperlativ der Woche:
    Fehlerfreier
    Wie viele Fehler dürfen eigentlich enthalten sein, wenn etwas nur als fehlerfrei bezeichnet wird.
  • Schwieriger Plural (danke Herr Ebel):
    Baseballs
    Bei „Baseball“ kann es sich ja sowohl um das Spiel als auch um den dabei verwendeten Ball handeln. Das Spiel hat keinen Plural, beim Vergleich mit den Hagelkörnern war sicher die zweite Bedeutung gemeint. Hätte auf Deutsch dann sicher „Basebälle“ lauten müssen. Laut Regelwerk beträgt der Durchmesser des Balles ca. 7,4 cm. Vielleicht wäre ein Vergleich mit Tennisbällen (mit 6,54 bis 6,86 cm ähnlich groß) besser gewesen, zumal dieser Sport hierzulande wesentlich bekannter ist.
  • Manchmal wäre ein Bindestrich schon angebracht (danke Michael):
    AmericanExpressKarten
    Es sei denn, die Expresskarte ist für Amerikaner normal.
  • Denglisch der Woche (danke Fouad):
    Chickenbrust
    Hühnchen wird offenbar vom modernen Verbraucher nicht mehr verstanden.
  • Wenn die Überschrift nicht zum Artikeltext passt (danke Bernd):
    Vermisster
    Und dann stürzte er leider von der Drehleiter und ertrank im Tankwagen der Feuerwehr.
  • Homonym der Woche: die Stunde (danke Klaus). Neben der allgemein bekannten Bedeutung als Zeiteinheit gibt es die Stunde noch als altes Wegmaß, als Begriff für eine erbauliche Zusammenkunft (Pietismus) und im Bergbau für die horizontale Richtung.
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30/2015: Unmöglicher

  • Politiker- oder ist es Amtsdeutsch (danke Klaus)?
    Parteiverkehr
    So manche Partei wird demnach überlegen, nach Ingolstadt zu ziehen - denn dort wird sie niemals abgewickelt.
  • Unmögliche Steigerung (danke Klaus):
    unmoglicher
    Egal ob als Adjektiv oder Adverb gebraucht - unmöglich kann nicht gesteigert werden. Es existiert dafür also weder einen Komparativ (unmöglicher), noch einen Superlativ (unmöglichst).
  • Amtsdeutsch: „Ihrem Antrag auf Übernahme der Beförderungskosten nach § 4 des Thüringer Gesetzes über die Finanzierung der staatlichen Schulen in der Fassung der Bekanntmachung vom 30.04.2003 (GVBl. S. 258), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 31.01.2013 (GVBl. S. 22) i.V.m. der Satzung der Stadt Erfurt zur Beteiligung der Erziehungsberechtigten bzw. volljährigen Schüler an den Beförderungskosten auf Schulwegen vom 24.10.1995, wird ab 24.08.2015 unter Vorbehalt gleichbleibender Sach- und Rechtslage und der Widerrufs entsprochen.“
    Es gelingt dem Verfasser, für eine ziemlich kleine Gruppe von Menschen verständlich zu schreiben. Unnötigerweise werden alle Informationen in einen (!) Satz gepackt und die Eigenart des Deutschen ergibt, dass die Kernaussage „Ihrem Antrag … wird entsprochen.“ mit allerlei juristischem Schnickschnack gefüllt wird, sodass man am Ende glatt vergessen hat, wem denn da entsprochen wird.
    Die Initiative „Netzwerk Leichte Sprache“ hat noch viel zu tun.
    Eigentlich wäre es etwa so schöner und leichter verständlich: „Wir übernehmen die Beförderungskosten ab dem 24.08.2015.
    Dies geschieht aufgrund folgender Gesetze: …“
  • Homonym der Woche: das Revier (danke Klaus). Sowohl ein Tier kennt das Revier, wie auch der Bergmann, die Schifffahrt, der Jäger und Förster, Polizei und Feuerwehr. Es gibt das Krankenrevier und - das Revier, das Ruhrgebiet.
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21/2015: Angenehme Qual

 

  • Meldung vom Fußball: „Bis auf die Langzeitverletzten hat Preußer die Qual der Wahl, wer am Samstag auflaufen kann - eine angenehme Situation für den Trainer.“ Die Qual - eine, lt. Duden, „länger andauernde, unerträgliche Empfindung des Leidens“. Aber im Fußball können Qualen angenehm sein. Eine Qual für den Zeitungsleser sind jedenfalls die jährlichen Ansprüche und Sprüche des FC Rot Weiß Erfurt (um den ging es in o.g. Zitat) bzgl. der gefühlten, baldigen Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga - am Ende der Saison liegt die Gurkentruppe jedoch stets chancenlos hinter den Aufstiegsplätzen zurück!
  • Passende Namen. Der Anwalt der Komikerin Anke Engelke heißt Christian Schertz.
  • Kurznachrichten I (danke Klaus):
    Juroren
    Ja wie denn nun? Jedenfalls sind es keine Senioren.
  • Aus der Natur (danke Herr Ebel): „Sammeln sollte man die Brennesseln sowie so nur von geschützten Plätzen.“ So neu ist die neue Rechtschreibung nicht mehr - die Brennnessel, 3 x n. Das Adverb „sowieso“ wird zusammen geschrieben und sollte stilistisch besser mit „ohnehin“ ersetzt werden. Das „Sammeln von“ wäre mir als „Sammeln an“ auch lieber.
  • Kurznachrichten II (danke Klaus):
    Schiss
    Schiss gehabt?
  • Kurznachrichten III: „Das Jungtier ist die Tochter von Silberrücken Abeeku - so werden erwachsene männliche Gorillas etwa vom 12. Lebensjahr an genannt.“ Also, nicht alle so alten Gorillas heißen Abeeku.
  • Plural: „Bei echten Projekten müssen Sie bei den einzelnen Vorschlägen immer abwägen, ob deren Umsetzung sinnvoll sind.“ Zählt man mehrere Dinge auf, so sollte das Verb auch in der Pluralform verwendet werden, z.B.: „Pfeffer und Salz sind Gewürze“. Dichterische Freiheiten sind (!) hier freilich erlaubt: „Marmor, Stein und Eisen bricht“ (eigentlich: brechen).
    Wie ist es nun aber in obigem Satz? Bezieht sich das „sind“ auf (mehrere) Vorschläge? Nein, es bezieht sich auf die (eine) Umsetzung, weshalb es besser geheißen hätte: „… ob deren Umsetzung sinnvoll ist.“
  • Denglisch der Woche bei der FDP:
    German-Mut
    War „Deutscher Mut“ zu anrüchig? Oder „German Courage“ zu Englisch?
  • Wenn die Bildunterschrift nicht zum Foto passt:
    Strassenbahn
  • Biologiethema der Woche. Frank Plasberg zu Kristina Schröder wegen der Doppelbelastung (Ministerin + Baby) nach der Geburt: „Wie ging das - mit einer Hand stillen, mit der anderen SMS schreiben?“ Lieber Herr Plasberg, gestillt wird nach meiner Information mit der Brust!
  • Politikerdeutsch. Angela Merkel über ihren Kanzleramtschef (Pofalla) und ihren Regierungssprecher (Seibert): „Sie haben nach bestem Wissen und Gewissen geantwortet.“ Es ging dabei um die Aussagen, dass die USA einem No-Spy-Abkommen bereits mündlich zugestimmt hätten. Nachdem E-Mails belegen, dass das nicht stimmt, kann, sagt die Kanzlerin die Wahrheit, das nur heißen: Weder Herr Pofalla noch Herr Seibert haben ein Gewissen, noch wissen sie irgendetwas. Aber das beruhigt mich jetzt irgendwie auch nicht.
  • Dem schier undurchsichtigen Dschungel im Streit zwischen GDL und DB fügte GDL-Chef Weselsky einen weiteren Aspekt hinzu: Einen Streik, dessen Ende er nicht bekanntgeben wollte, nannte er trotzdem nicht unbefristet. Eine geheime Frist - toll! Aber nun ist er ja, zunächst, zu Ende. Jedoch, die Kuh ist noch nicht vom Gleis!
  • Hyperlativ der Woche: „Köln ist Deutschlands digitalste Großstadt.“ Bei digital lässt noch nicht einmal der Duden eine Steigerung zu.
  • Homonym der Woche: die Sichtung (danke Klaus). Die Sichtung findet im Gartenbau statt, aber auch Ärzte führen sie nach einem Massenunfall durch, um sich einen Überblick über die Verletzten zu verschaffen. Schließlich heißt die Auswahl von Darstellern auf Deutsch auch Sichtung, selbst wenn heute stets „Casting“ dazu gesagt wird.
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18/2015: Very Spannend

  • Einen Hyperlativ der Woche hatten wir lange nicht. Diese Werbebotschaft (danke Uwe): „Das kompletteste Werkzeugset der Männer“ schwingt sich auf ungeahnte Höhen. Natürlich kann man im Marketing nicht wie ein Ingenieur denken und sagen: komplett - das sind ja schon alle, 100%. Kompletter wären dann 110% und das kompletteste 125%?
  • Denglisch der Woche I (danke Daniel): „Das Operations WFM Team unterstützt und orchestriert die strategische und operative Personaleinsatzplanung innerhalb der BU Deutschland. Als interner Dienstleister für unsere Business Line Staffing Verantwortlichen, Delivery Units, Account Leads und Bench Member entwickeln wir Initiativen, Best Practices und verantworten das Tooling. WFM ist der Business Owner für SPM und das offizielle Bench Reporting. Desweiteren ist das WFM Team mit dem anstehenden Roll Out des PSA Ressource Management Moduls , PSA-RM und der Umsetzung des Operating Models befasst. Da PSA-RM in der Be-    dienung rollenrestriktiert ist, wurden in den einzelnen Business Lines PSA-RM Staffing Teams aufgestellt, die jeweils aus einem Workforce Manager pro Business Line, sowie einzelnen Staffing Officern pro Practice (Practice Staffing Officer) bestehen.“ Könnte sein, dass der Kopf des Autors mit etwas Anderem „gestafft“ ist, als Hirn.
  • Überraschender Erfolg (danke Micha):
    Ups
    Ups … etwas hat funktioniert. Wird nicht wieder vorkommen.
  • Toller Service - wie frühstückt man online?
    FruhstuckOnline
  • Denglisch der Woche II (danke Jürgen):
    VerySpannend
    Steht unten im Bild, meine Herren!
  • Verwirrende Namen. Beim 1. FC Köln spielt Bard Finne - ein Norweger!
  • Interessanter Arbeitsplatz (danke Klaus):
    Mottoradwerkstatt
  • Was es bei Königs so alles gibt (danke David):
    Popospiele
    „L“ und „p“ liegen auf der Tastatur aber auch verdammt nah beieinander!
  • Schwierige Wörter I (danke Klaus):
    Grotesque
    Das ist quasi Deuzösisch, aber die Groteske kann man viel schlichter schreiben.
  • „Da ich mich seit Anfang des Monats einer neuen Herausforderungen widme …“ Ich vermute einen Deutschkurs.
  • Schwierige Wörter II: „… weiterhin mit Schmerzen in der linken Verse.“ Zwar kann es linke Verse geben, wenn z.B. ein Kommunist dichtet. Sind diese schlecht, können sie womöglich gar Schmerzen verursachen. Der Teil des Fußes heißt jedoch „Ferse“.
  • Homonym der Woche: der Grund (danke Klaus). Der Grund - die Ursache. Der Philosoph und der Jurist kennen ihn auch, den Grund. Besitz und Eigentum nennt man auch Grund. Sie Sohle eines Gewässers und eines Tals. Der Maler nennt den ersten Anstrich auch Grund. Der Heraldiker sagt zum Schildfuß auch Grund.
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