Beiträge zum Thema: politiker

Deutschthemen zum Freitag - Das Blog


Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Gern dürfen die Beiträge zitiert werden - über eine entsprechende Quellenangabe mit Link freue ich mich.

Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

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13/2020: Musterstadium

  • Werbung der Woche I (danke Klaus):
    Senioren
    Für Senioren? Wie alt mag der Mann sein?
  • Werbung der Woche II:
    Fussfrench
    Also, meine Füße können nicht einmal Deutsch — wozu dann Französisch?
  • Die Fußballpause war für manchen Journalisten offenbar doch zu groß (danke Klaus):
    0-2
  • Verbuchselte Wechsstaben:
    Musterstadium
  • Fehlende Buchstaben (danke Klaus):
    plaziert
  • Politikerdeutsch der Woche (danke Jürgen). Frage an Außenminister Heiko Maas: „Wie wahrscheinlich wird ein Auslandsurlaub ab dem 16 Juni?“ Antwort: „Ich hoffe dass er wahrscheinlich wird …“
    Oder wie schon der berühmte Philosoph Oliver Kahn sagte: „Das versuchen wir zu probieren.“
  • Brüller der Woche (danke Robby):
    Maschinengewehrsalben
    Salbungsvolle Pflege — mit Gewehr.
  • Homonym der Woche: der Spinner (danke Klaus). Der Spinner ist ein Handwerker, ein Köder beim Angeln, in der Luftfahrt die Verkleidung des Triebwerkes, ein Felgenaufsatz und ein Handkreisel (Fidget Spinner) und außerdem die Bezeichnung verschiedener Schmetterlinge (z. B. Birkenspinner). In der Umgangssprache auch jemand, der durch absonderliches, skurriles Verhalten auffällt. Ich zähle ja Träger von Leichtmetallmützen dazu.
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11/2020: erlaubnisfähig

  • Schwierige Wörter I:
    nieveauvolle
    Nie? Wo?
  • Schwierige Wörter II:
    OhneZwiebel
    Soll was bedeuten? Döner, ohne Zwiebeln.
  • Amtsdeutsch der Woche:
    erlaubnisfahig
    „Erlaubt“ reicht wohl nicht mehr? Demnächst wird das noch substantiviert und heißt dann „Erlaubnisfähigkeit“.
  • Schwierige Frage:  „Die Polizei tappt noch im Dunklen.“ oder „Die Polizei tappt noch im Dunkeln.“ Gefragt ist hier ja die Schreibweise des Substantivs (das Dunkel). Im Gegensatz zum Adjektiv (dunkel) — hier kann nämlich dunkel oder dunkle verwendet werden („Es ist schon dunkel.“ oder „die dunkle Nacht“) — ist das beim Substantiv nicht so: das Dunkel, des Dunkels, im Dunkeln.
  • Markus Söder: „Corona ist ein Marathon, bei dem wir nicht wissen, wo das Ziel ist und wie lange er dauert.“ Also, so geht ein Marathon keineswegs! Evtl. sieht man das Ziel nicht, was an der Entfernung liegt — die steht aber fest: 42,195 km.
  • Finde mindestens sieben Fehler in diesem kurzen Aushang:
    Handschuhe
  • Geografiethema der Woche (danke Christian):
    Urlaub
    Ja klar — und Hamburg erlaubt Urlaub in Bayern. Föderalismus einmal anders.
  • Homonym der Woche: der Wirt (danke Klaus). Der Wirt kann ein Gastwirt sein, der Handelsbeauftragte des Deutschen Ordens und — ganz aktuell — in Biologie und Medizin vorkommen.
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45/2019: Chorage

  • Schwierige Wörter I (danke Klaus):
    Gestammt
    Warum sollten wir darauf stolz sein?
  • Politiker:
    TeamMannschaft
    Was ist denn ein Team?
  • Fehlende Buchstaben (danke Klaus):
    Estische
    Estnische? Oder sollte das eine „Esstische-Firma“ sein?
  • Schwierige Wörter II:
    Schwippbogen
    Korrekt geschrieben ist es der Schwibbogen.
  • Schwierige Wörter III (danke Klaus):
    verhankte
    Wer zum Hänker …
  • Ein guter Grund (danke Klaus):
    Versicherung
    Schön, dass
  • Schwierige Wörter IV (danke Klaus):
    Chorage
    Mit ein wenig Courage hätte man einen Duden …
  • Fake News (danke Klaus)?
    ungewohnlich
  • Homonym der Woche: der Puffer (danke Klaus). Den Puffer gibt es als Knautschzone, bei der Eisenbahn, als Schiffstyp (in Schottland), in der Chemie (pH-Wert-Stabilisator), in der Informatik und Geoinformatik, der Elektro- und Heiztechnik (Pufferspeicher), als Speicher für Wasser und Energie, als Zeit in der Projektplanung, in der Lagerwirtschaft und als Signalverstärker.
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43/2018: Eibrecher

  • Politikthema der Woche (danke Christian):
    47ProzentBurger
    Dass (Ham)Burger ausgerechnet die Grünen wählen wollen …
  • Überflüssige Buchstaben:
    Wahlkrampf
    Manchmal ist es tatsächlich ein Krampf.
  • Fehlende Buchstaben (danke Klaus):
    Eibrecher
    Eibruch — der Haushaltsunfall schlechthin.
  • Mengenangabe der Woche I (danke Herr Ebel):
    MeistSelten
    Wie oft? Immer nie!
  • Zweifelhafter Bezug (danke Klaus):
    Wahlkampf
    Im hessischen Wahlkampf gab es einen Mord?
  • Mengenangabe der Woche II:
    WinzigeHochststrafe
    Maximal niedrig eben.
  • Schwierige Wörter (danke Klaus):
    Karossiere
  • Homonym der Woche: das Feld (danke Klaus). Der Spieler, der Bauer, der Geologe, der Physiker, der Soldat, der Informatiker, der Soziologe, der Psychologe und der Heraldiker kennen alle das Feld.
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02/2018: Coach-Potato

  • Schwierige Wörter I:
    Skeletton
    Skeleton ist Englisch und bedeutet Gerippe/Skelett, ist aber eben auch eine Wintersportart. Eine abweichende deutsche Schreibweise gibt es nicht.
  • Neuer Beruf (danke Klaus):
    Coach-Potato
    Coach hat im Englischen viele Bedeutungen (u.a. Trainer, Reisebus, Kutsche, Waggon), aber ein Couchpotato wird anders geschrieben. Übrigens ist das Geschlecht männlich — und ich habe noch keinerlei wütende Proteste von Männern gehört, das schleunigst zu „gendern“. Vorschlag: Couchpotatress.
    Übrigens: „Couchpotato“ und „Coach“ ist mitnichten Neudeutsch — es ist Englisch!
  • Fehlende Buchstaben I:
    Bose
    Böse, sehr böse diese Börse!
  • Fehlende Buchstaben II (danke Klaus):
    Depo
    Vielleicht ist das allgemeines Börsenwissen, aber allgemeines Deutschwissen ist es nicht.
  • Alle Schotten öffnen (danke Klaus):
    Hochwasserschutz
  • Sportlicher Wetterfrosch:
    Aufwarmung
    Aufwärmen ist ein im Sport gebräuchliches Wort, auch Erwärmung wird genutzt. Fürs Wetter gilt diese Vorbereitung auf Übungen oder gar Wett-kämpfe eigentlich nicht. Das darf sich jetzt gern erwärmen oder so bleiben, aber bitte mit Schnee.
  • In den Nachrichten über die Fernsehsendungen (mit zweifelhaftem Wert) „Promi Shopping Queen“ und „DSDS“ war häufig zu lesen: „Ich hatte Pipi in den Augen.“ Jedesmal fragte ich mich, warum die vor laufender Kamera durch die Augen urinieren? Und wie geht das? Ich will’s gar nicht wissen!
  • Schwierige Wörter II (danke Klaus):
    Synonym
    Synonyme sind Worte gleicher oder sehr ähnlicher Bedeutung. Ein Pseudonym hingegen ist der fingierte (vorgetäuschte) Name einer Person. Pseudonym kommt aus dem Griechischen und bedeutet „fälschlich so genannt“.
  • Denglisch der Woche (danke Michael):
    aktualisiert
    Has geklappt.
  • Politikerdeutsch der Woche. Holger Stahlknecht, Innenminister Sachsen-Anhalts: „Wir haben unsere Gemeinden auskömmlich gestellt.“ Vielleicht könnte es Politikern demnächst angelegen sein, sich ob der höchst ge-quält klingenden Ausdrucksweise einer besseren und verständlicheren Form zu befleißigen?
  • Schweizerdeutsch der Woche: „Ich habe vor einer Stunde an Mario ein Mail gemacht …“ Man kann in der Schweiz also „ein Mail machen“, in Deutschland kann der Müller „ein Mehl machen“.
  • Wettermeldung der Woche: „Die Bahnverbindung aus Visp wurde einge-stellt. Sie soll am heutigen Mittwoch mit kontrollierten Sprengungen befahrbar gemacht werden.“ Ist nur scheinbar anachronistisch, denn es wird freilich nicht die Bahnverbindung gesprengt (und damit befahrbar gemacht), sondern die Lawinen, welche die Strecke gefährden.
  • Amtsdeutsch der Woche I (danke Klaus):
    Erfahrungsstufen
    Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht (der Krug!).
  • Amtsdeutsch der Woche II. Das Straßenbauamt Mittelthüringen eine Ampelanlage: „… dass die Einsatzgrenzen bezüglich regelmäßiger Fuß-gängerfrequentierungen nach Regelwerk deutlich unterschritten werden.“ Oder mit einfachen Worten: Die Ampel wird zu wenig genutzt.
  • Anzeige der Woche (danke Klaus):
    SmarterTechTrends
    Smart ist es nicht, dass da ein Bindestrich fehlt und was das mit „Tech“ zu tun hat …
  • Beruf der Woche (danke Klaus):
    Versorgungsbezugefestsetzerin
    Wenn ich mal groß bin, werde ich das auch!
  • Homonym der Woche: die Pfeife (danke Klaus). Der Schiedsrichter braucht sie oft, der Glasmacher nahezu immer und der Raucher ebenfalls. Die Pfeife ist auch eine Fangvorrichtung für Vögel und ein gekrümmtes Rohrende bei Abwasserleitungen. Außerdem kenne ich in der umgangssprachlichen Bedeutung auch ein paar Pfeifen.
    Übrigens: Pfeife, mit zwei „f“ — eins vor dem „ei“, eins nach dem „ei“.
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51/2017: Schneeschaudern

  • Kindermund der Woche. Werbung bei YouTube: „Das ist ein Google Pixel 2. Es kann sogar Texte lesen …“ Emma (10): „Pah, das kann ich auch! Dafür brauch’ ich kein Handy.“
  • Überflüssige Buchstaben I (danke Klaus):
    Schneeschaudern
    Schauderhaft, dieser Schnee!
  • Österreichisch der Woche (danke Klaus):
    angelobt
    Bei uns hier in Deutschland wird richtig gelobt, nicht nur so ein bisschen angelobt.
  • Und gleich noch die Schweizer hinterher (danke Klaus):
    Doktorieren
    Bei uns kann man ja umgangssprachlich „rumdoktern“ (dilettantischer Reparaturversuch), aber sonst — statt „doktorieren“ (die Doktorprüfung ablegen) sagen wir vielmehr promovieren oder auch dissertieren (Achtung: nicht mit „desertieren“ verwechseln!).
  • Übrigens ist auch „dilettantisch“ ein recht schwieriges Wort:
    Dilletantisch
    Ja aber, wenn man den Anderen Dilettantismus vorwirft, sollte man das Wort wenigstens richtig schreiben.
  • Politikerdeutsch der Woche I (danke Klaus):
    Geeignetheitserklarung
    Tolles Wort, oder? In der Wortdrechseleigedenkahnenliste sehr weit oben.
  • Schwierige Wörter:
    Seiten
    Wenn man bei Saiteninstrumenten andere Saiten aufzieht, verändert sich der Klang. Die Redewendung bedeutet, dass etwas strenger gehandhabt wird. Man betrachte die Saiten von allen Seiten, beizeiten.
  • Überflüssige Buchstaben II (danke Michael):
    Maschienenpistolen
    Das ist noch nicht einmal Second-Hand-Deutsch!
  • Denglisch der Woche I (danke Bernd):
    ClauseMatch
  • Plural der Woche:
    Eigelbe
    Das Eigelb verhält sich etwas eigenartig in der Mehrzahl. Zwar gilt offiziell „die Eigelbe“ als Plural, jedoch in Verbindung mit einer Anzahl heißt es nur „2 Eigelb“.
  • Denglisch der Woche II:
    Vendoren
    Fehler Nr. 1: Dämliche Begriffe verwenden!
  • Farbe der Woche (danke Herr Ebel):
    Gruner
    Das Leder ist zwar geprüft, aber die Farbe …
  • Politikerdeutsch der Woche II:
    KognitiveDissonanz
    Kognitive Dissonanz wird in der Sozialpsychologie für einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand verwendet. Ja, so einfach kann man das auch ausdrücken. Weniger verklausuliert ist das Ende des Tweets — dafür jedoch weit unter der Gürtellinie, denn ein Kadaver ist ein toter, verwesender Tierkörper. Mag sein, dass Frau von Storch mit solchen Ausdrücken die Mehrzahl ihrer im Geiste schlichten Anhänger beglückt — mir fallen dazu nur viele Wörter mit „un-“ ein: unangebracht, unpassend, unsäglich, unmöglich …
    (Sie entschuldigte den Beitrag übrigens mit einem Fehler ihres Teams. Sie selbst sei weit entfernt im Urlaub und mache Twitter-Pause — schrieb sie auf Twitter!)
  • Homonym der Woche: der Föhn (danke Klaus). Der Föhn ist ein warmer Fallwind, ein Haartrockner (auch: Fön — eine Wortmarke von elektrolux) und eine Flugabwehrrakete aus dem 2. Weltkrieg.
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45/2017: Medienlogistiker

  • Warum Interpunktion doch von Vorteil ist (danke Carola):
    Pfeffer
    Wahrscheinlich kennt man „Schnaps schwarz gebrannt“. Pfeffer wird offenbar auch schwarz gemahlen — wohl, um Steuern zu sparen.
  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche:
    autonomeAutos
    Also, ein autonomes Auto — ist das nicht per Definition ohne Fahrer?
  • Kindermund der Woche I. Beim Spielen verspreche ich mich und sage: „Ich baue einen Hafen.“ Das Kartenbild zeigt jedoch eine Kirche! Daraufhin mein Sohn Tom (15): „Papa, das ist ein Hafen für Gläubige.“
  • Kindermund der Woche II. Emma bereitet sich auf den Laternenumzug zum Martinifest vor. Allerdings hängt am Stab noch gar keine Laterne. Daher singt sie:
    Ich geh’ mit keiner Laterne
    und keine Laterne mit mir.
    Dort oben leuchten die Sterne,
    hier unten leuchten wir — nicht!
  • Beruf der Woche: Medienlogistiker. Klingt toll, oder? Was macht man da? Zeitungen austragen!
  • Politikerdeutsch der Woche: „Wir präferieren eine Lebendentnahme, um sowohl dem Artenschutz als auch dem Tierschutz gerecht zu werden.“
    Es ging um Wölfe bzw. Nachkommen zwischen einer Wölfin und einem wilden Hund. Warum kann man nicht einfach sagen, dass man sie — statt zu erschießen (Totentnahme?) — fangen will?
  • Artikel der Woche (danke Wolf):
    Erklarung
    Vielleicht ist es ja zu simpel, aber die Erklärung der Forscher, welche der Artikel verspricht, fehlt gänzlich. Dafür wird der Fakt, dass überwiegend Bullen gefunden werden, gleich dreifach erwähnt.
  • Homonym der Woche: die Piste (danke Klaus). Die Piste ist ein nicht ausgebauter Verkehrsweg, eine Start- und Landebahn, ein Wintersportareal, die Einfassung der Manege im Zirkus sowie im Motorsport eine Renn-strecke.
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42/2017: Einspreizen

  • Politikerdeutsch der Woche aus dem 10-Punkte-Plan der CSU: „Bürgerliche Politik ist, sich gerade auch für die Anliegen der kleinen Leute einzuspreizen …“ Autsch!
  • Einheitenwirrwarr der Woche (danke Klaus):
    Kerosin
    Ein offenbar unbedeutender Unterschied.
  • Unpassende Firmennamen (danke Herr Ebel):
    SchacherImmobilien
  • Gender-Thema der Woche. Der Trainer der Volleyball-Frauenmannschaft im Interview: „Wichtig ist, dass die Fans hinter uns stehen, als siebter Mann.“ Aber die ersten Sechs sind doch Frauen, oder?
  • Barbarei der Woche: „Missbrauch ist bekämpfbar …“ Und der Suffix -bar ist offensichtlich missbrauchbar!
  • Schwierige Wörter:
    ettliche
    Nicht erst nach einer Woche, schon im ersten Wort!
  • Homonym der Woche: das Arrangement (danke Klaus). Ein Arrangement ist eine Vereinbarung im Sinne eines verbindlichen Abkommens, aber auch ein Tischgedeck sowie ein an eine bestimmte Instrumentenbesetzung angepasstes Musikstück und ein durch neurotische Einstellungen bedingtes Sozialverhalten.
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05/2017: Woven Pant

  • Politikerdeutsch. Der neue Bundesaußenminister Gabriel: „Für uns ist wichtig, dass sowohl inhaltlich, aber auch öffentlich sichtbar wird, wofür wir stehen.“ Soll heißen: Manchmal wird der Inhalt nicht öffentlich sichtbar. Warum wohl?
  • Aussage des Jenaer Fußballtrainers: „Kein Spieler meiner Mannschaft, zumindest von denen, die heute auf dem Platz standen, hat auch nur annähernd sein Leistungsvermögen abgerufen.“ Aha — möglicherweise haben also einige von denen, die auf der Auswechselbank saßen, ihr Leistungsvermögen abgerufen? Sie hatten Sitzfleisch trainiert.
  • Gleich in mehreren Kategorien nominiert (danke Klaus):
    Entwirrburste
    „Kürstyling“ geht als Denglisch der Woche durch. Die „Antiknoten-Ent-wirrbürste“ als tolle Produktbezeichnung und „Antiknoten“ kann man auch als lustige Silbentrennung nehmen: Antik-Noten.
  • Denglisch der Woche II:
    Woven_Pant
    Früher haben wir statt „Woven Pant“ schlicht „Trainingshose“ gesagt.
  • Stellenanzeige der Woche (danke Bastian):
    Phyton
    Sowohl die Schlange als auch die Skriptsprache werden korrekt „Python“ geschrieben. Was sollen sich Bewerber dabei denken?
  • Angebot der Woche:
    Fleischhahnchen
    Offenbar kann es auch Hähnchen ohne Fleisch geben. Hähnchenskelette.
  • Beim Bäcker:
    Pappteller
    Das Ausrufezeichen am Ende des Satzes impliziert eine Aufforderung — der ich nachkam. Die Kassiererin gab mir einen Pappteller. Ich fragte, was ich damit machen soll und sie meinte verwundert, dass ich doch danach gefragt hätte. Meine Entgegnung, dass ich lediglich der Anweisung auf dem Schild gefolgt sei, verstand sie nicht so recht.
    Das gilt in vielen Bereichen. Auch wenn man z.B. mit der Bahn fährt heißt es: „Steigen Sie in Weimar in Fahrtrichtung rechts aus!“ Dieser Anweisung darf an jedoch nur Folge leisten, wenn man wirklich nach Weimar und nicht noch weiter will.
    Merke: Man sollte nicht jeden Imperativ wörtlich nehmen.
  • Überschrift der Woche: „Verwaltung will Handparken ermöglichen“. Kann man sein Handy parken? Will man das? Nun, eine Art Handyparkplatz gab es während einer Wanderung in einer Hütte des Deutschen Alpenvereins und der sah so aus:
    Handyparken
  • Um-zu-Fehler aus einer Volleyballmeldung: „… und führten im dritten Durchgang schon siegesgewiss mit 23:20, um den folgenden Tiebreak noch zu verlieren.“ Sie führten, um zu verlieren? Nein. Niemand fährt in den Urlaub, um zu ertrinken. Keiner klettert auf einen Berg, um abzustür-zen. Aber: Ich steige aufs Fahrrad, um zur Arbeit zu fahren oder ich nehme einen Stift, um zu schreiben.
  • Homonym der Woche: der Verschnitt. Verschnitt nennt man, wenn mindestens zwei Stoffe miteinander vermischt werden. Insbesondere bei Wein (Verschnitt mehrerer Rebsorten, auch Cuvée genannt) trifft das zu. Der Informatiker nennt teilweise belegte Speicherblöcke Verschnitt (interne Fragmentierung). Schneidet man Material zu, heißt das Überschüssige Verschnitt und beim Farbdruck gibt es ihn ebenfalls.
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48/2016: persönliche Auffassung

  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche: „Ich bin der persönlichen Auffassung, dass …“ Wenn ich einfach nur „der Auffassung“ bin, käme dann jemand auf die Idee, dass es nicht meine persönliche sein könnte?
  • Passt der Name zum Beruf (danke Jürgen)?
    FleischerOpfer
  • Zweifelhafter Bezug: „90% der chinesischen Online-Konsumenten informieren sich über soziale Netzwerke.“ Wollen die Konsumenten mehr über soziale Netzwerke wissen und informieren sich deshalb? Oder dienen die sozialen Netzwerke selbst als Informationsquelle? Sicher ist letzteres gemeint.
  • Elektrisch oder elektronisch (danke Klaus)?
    Elektronisch
    Bestimmt gibt es eine elektronische Steuerung, der Antrieb ist sicher elektrisch.
  • Aus dem Nahverkehr (danke Kerstin): „Drei Jahre lang war er als Kombifahrer eingesetzt. Eine Woche fuhr er Bus, die andere Straßenbahn. Das war auch schön. Sein Herz aber schlägt für den Bus. So macht er seit einem Jahr nur noch in Bussen.“ Wenn die Toilette im Bus so schön ist …
  • Kurz und knapp: „Die Thüringer sollen leichter an wichtige Informationen von Behörden kommen. Dazu sei ein neues Portal auf der Internetseite …“ Und kommt man aufs neue Portal? http://portal.thueringen.de/portal/page/portal/serviceportal/zirt — leicht, oder? Immerhin wird per URL deutlich gemacht, wie wichtig das Portal ist, denn das Wort kommt gleich 4 Mal vor.
  • Politikerdeutsch: „Tatsache ist, dass das Land zukünftig mit weniger Personal und weniger Geld auskommen und sich auf weniger Einwohner einstellen muss.“ Kann eigentlich etwas „eine Tatsache“ sein, was erst in der Zukunft passieren wird?
  • Homonym der Woche: der Abfall (danke Klaus). Abfall kann schlicht Müll sein. Einen Abfall gibt es aber auch in der Uhr (Gangsymmetrie) und eine Verringerung einer Größe, z.B. ein Druckabfall.
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