Beiträge zum Thema: politiker

Deutschthemen zum Freitag - Das Blog


Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Gern dürfen die Beiträge zitiert werden - über eine entsprechende Quellenangabe mit Link freue ich mich.

Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

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43/2018: Eibrecher

  • Politikthema der Woche (danke Christian):
    47ProzentBurger
    Dass (Ham)Burger ausgerechnet die Grünen wählen wollen …
  • Überflüssige Buchstaben:
    Wahlkrampf
    Manchmal ist es tatsächlich ein Krampf.
  • Fehlende Buchstaben (danke Klaus):
    Eibrecher
    Eibruch — der Haushaltsunfall schlechthin.
  • Mengenangabe der Woche I (danke Herr Ebel):
    MeistSelten
    Wie oft? Immer nie!
  • Zweifelhafter Bezug (danke Klaus):
    Wahlkampf
    Im hessischen Wahlkampf gab es einen Mord?
  • Mengenangabe der Woche II:
    WinzigeHochststrafe
    Maximal niedrig eben.
  • Schwierige Wörter (danke Klaus):
    Karossiere
  • Homonym der Woche: das Feld (danke Klaus). Der Spieler, der Bauer, der Geologe, der Physiker, der Soldat, der Informatiker, der Soziologe, der Psychologe und der Heraldiker kennen alle das Feld.
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02/2018: Coach-Potato

  • Schwierige Wörter I:
    Skeletton
    Skeleton ist Englisch und bedeutet Gerippe/Skelett, ist aber eben auch eine Wintersportart. Eine abweichende deutsche Schreibweise gibt es nicht.
  • Neuer Beruf (danke Klaus):
    Coach-Potato
    Coach hat im Englischen viele Bedeutungen (u.a. Trainer, Reisebus, Kutsche, Waggon), aber ein Couchpotato wird anders geschrieben. Übrigens ist das Geschlecht männlich — und ich habe noch keinerlei wütende Proteste von Männern gehört, das schleunigst zu „gendern“. Vorschlag: Couchpotatress.
    Übrigens: „Couchpotato“ und „Coach“ ist mitnichten Neudeutsch — es ist Englisch!
  • Fehlende Buchstaben I:
    Bose
    Böse, sehr böse diese Börse!
  • Fehlende Buchstaben II (danke Klaus):
    Depo
    Vielleicht ist das allgemeines Börsenwissen, aber allgemeines Deutschwissen ist es nicht.
  • Alle Schotten öffnen (danke Klaus):
    Hochwasserschutz
  • Sportlicher Wetterfrosch:
    Aufwarmung
    Aufwärmen ist ein im Sport gebräuchliches Wort, auch Erwärmung wird genutzt. Fürs Wetter gilt diese Vorbereitung auf Übungen oder gar Wett-kämpfe eigentlich nicht. Das darf sich jetzt gern erwärmen oder so bleiben, aber bitte mit Schnee.
  • In den Nachrichten über die Fernsehsendungen (mit zweifelhaftem Wert) „Promi Shopping Queen“ und „DSDS“ war häufig zu lesen: „Ich hatte Pipi in den Augen.“ Jedesmal fragte ich mich, warum die vor laufender Kamera durch die Augen urinieren? Und wie geht das? Ich will’s gar nicht wissen!
  • Schwierige Wörter II (danke Klaus):
    Synonym
    Synonyme sind Worte gleicher oder sehr ähnlicher Bedeutung. Ein Pseudonym hingegen ist der fingierte (vorgetäuschte) Name einer Person. Pseudonym kommt aus dem Griechischen und bedeutet „fälschlich so genannt“.
  • Denglisch der Woche (danke Michael):
    aktualisiert
    Has geklappt.
  • Politikerdeutsch der Woche. Holger Stahlknecht, Innenminister Sachsen-Anhalts: „Wir haben unsere Gemeinden auskömmlich gestellt.“ Vielleicht könnte es Politikern demnächst angelegen sein, sich ob der höchst ge-quält klingenden Ausdrucksweise einer besseren und verständlicheren Form zu befleißigen?
  • Schweizerdeutsch der Woche: „Ich habe vor einer Stunde an Mario ein Mail gemacht …“ Man kann in der Schweiz also „ein Mail machen“, in Deutschland kann der Müller „ein Mehl machen“.
  • Wettermeldung der Woche: „Die Bahnverbindung aus Visp wurde einge-stellt. Sie soll am heutigen Mittwoch mit kontrollierten Sprengungen befahrbar gemacht werden.“ Ist nur scheinbar anachronistisch, denn es wird freilich nicht die Bahnverbindung gesprengt (und damit befahrbar gemacht), sondern die Lawinen, welche die Strecke gefährden.
  • Amtsdeutsch der Woche I (danke Klaus):
    Erfahrungsstufen
    Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht (der Krug!).
  • Amtsdeutsch der Woche II. Das Straßenbauamt Mittelthüringen eine Ampelanlage: „… dass die Einsatzgrenzen bezüglich regelmäßiger Fuß-gängerfrequentierungen nach Regelwerk deutlich unterschritten werden.“ Oder mit einfachen Worten: Die Ampel wird zu wenig genutzt.
  • Anzeige der Woche (danke Klaus):
    SmarterTechTrends
    Smart ist es nicht, dass da ein Bindestrich fehlt und was das mit „Tech“ zu tun hat …
  • Beruf der Woche (danke Klaus):
    Versorgungsbezugefestsetzerin
    Wenn ich mal groß bin, werde ich das auch!
  • Homonym der Woche: die Pfeife (danke Klaus). Der Schiedsrichter braucht sie oft, der Glasmacher nahezu immer und der Raucher ebenfalls. Die Pfeife ist auch eine Fangvorrichtung für Vögel und ein gekrümmtes Rohrende bei Abwasserleitungen. Außerdem kenne ich in der umgangssprachlichen Bedeutung auch ein paar Pfeifen.
    Übrigens: Pfeife, mit zwei „f“ — eins vor dem „ei“, eins nach dem „ei“.
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51/2017: Schneeschaudern

  • Kindermund der Woche. Werbung bei YouTube: „Das ist ein Google Pixel 2. Es kann sogar Texte lesen …“ Emma (10): „Pah, das kann ich auch! Dafür brauch’ ich kein Handy.“
  • Überflüssige Buchstaben I (danke Klaus):
    Schneeschaudern
    Schauderhaft, dieser Schnee!
  • Österreichisch der Woche (danke Klaus):
    angelobt
    Bei uns hier in Deutschland wird richtig gelobt, nicht nur so ein bisschen angelobt.
  • Und gleich noch die Schweizer hinterher (danke Klaus):
    Doktorieren
    Bei uns kann man ja umgangssprachlich „rumdoktern“ (dilettantischer Reparaturversuch), aber sonst — statt „doktorieren“ (die Doktorprüfung ablegen) sagen wir vielmehr promovieren oder auch dissertieren (Achtung: nicht mit „desertieren“ verwechseln!).
  • Übrigens ist auch „dilettantisch“ ein recht schwieriges Wort:
    Dilletantisch
    Ja aber, wenn man den Anderen Dilettantismus vorwirft, sollte man das Wort wenigstens richtig schreiben.
  • Politikerdeutsch der Woche I (danke Klaus):
    Geeignetheitserklarung
    Tolles Wort, oder? In der Wortdrechseleigedenkahnenliste sehr weit oben.
  • Schwierige Wörter:
    Seiten
    Wenn man bei Saiteninstrumenten andere Saiten aufzieht, verändert sich der Klang. Die Redewendung bedeutet, dass etwas strenger gehandhabt wird. Man betrachte die Saiten von allen Seiten, beizeiten.
  • Überflüssige Buchstaben II (danke Michael):
    Maschienenpistolen
    Das ist noch nicht einmal Second-Hand-Deutsch!
  • Denglisch der Woche I (danke Bernd):
    ClauseMatch
  • Plural der Woche:
    Eigelbe
    Das Eigelb verhält sich etwas eigenartig in der Mehrzahl. Zwar gilt offiziell „die Eigelbe“ als Plural, jedoch in Verbindung mit einer Anzahl heißt es nur „2 Eigelb“.
  • Denglisch der Woche II:
    Vendoren
    Fehler Nr. 1: Dämliche Begriffe verwenden!
  • Farbe der Woche (danke Herr Ebel):
    Gruner
    Das Leder ist zwar geprüft, aber die Farbe …
  • Politikerdeutsch der Woche II:
    KognitiveDissonanz
    Kognitive Dissonanz wird in der Sozialpsychologie für einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand verwendet. Ja, so einfach kann man das auch ausdrücken. Weniger verklausuliert ist das Ende des Tweets — dafür jedoch weit unter der Gürtellinie, denn ein Kadaver ist ein toter, verwesender Tierkörper. Mag sein, dass Frau von Storch mit solchen Ausdrücken die Mehrzahl ihrer im Geiste schlichten Anhänger beglückt — mir fallen dazu nur viele Wörter mit „un-“ ein: unangebracht, unpassend, unsäglich, unmöglich …
    (Sie entschuldigte den Beitrag übrigens mit einem Fehler ihres Teams. Sie selbst sei weit entfernt im Urlaub und mache Twitter-Pause — schrieb sie auf Twitter!)
  • Homonym der Woche: der Föhn (danke Klaus). Der Föhn ist ein warmer Fallwind, ein Haartrockner (auch: Fön — eine Wortmarke von elektrolux) und eine Flugabwehrrakete aus dem 2. Weltkrieg.
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45/2017: Medienlogistiker

  • Warum Interpunktion doch von Vorteil ist (danke Carola):
    Pfeffer
    Wahrscheinlich kennt man „Schnaps schwarz gebrannt“. Pfeffer wird offenbar auch schwarz gemahlen — wohl, um Steuern zu sparen.
  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche:
    autonomeAutos
    Also, ein autonomes Auto — ist das nicht per Definition ohne Fahrer?
  • Kindermund der Woche I. Beim Spielen verspreche ich mich und sage: „Ich baue einen Hafen.“ Das Kartenbild zeigt jedoch eine Kirche! Daraufhin mein Sohn Tom (15): „Papa, das ist ein Hafen für Gläubige.“
  • Kindermund der Woche II. Emma bereitet sich auf den Laternenumzug zum Martinifest vor. Allerdings hängt am Stab noch gar keine Laterne. Daher singt sie:
    Ich geh’ mit keiner Laterne
    und keine Laterne mit mir.
    Dort oben leuchten die Sterne,
    hier unten leuchten wir — nicht!
  • Beruf der Woche: Medienlogistiker. Klingt toll, oder? Was macht man da? Zeitungen austragen!
  • Politikerdeutsch der Woche: „Wir präferieren eine Lebendentnahme, um sowohl dem Artenschutz als auch dem Tierschutz gerecht zu werden.“
    Es ging um Wölfe bzw. Nachkommen zwischen einer Wölfin und einem wilden Hund. Warum kann man nicht einfach sagen, dass man sie — statt zu erschießen (Totentnahme?) — fangen will?
  • Artikel der Woche (danke Wolf):
    Erklarung
    Vielleicht ist es ja zu simpel, aber die Erklärung der Forscher, welche der Artikel verspricht, fehlt gänzlich. Dafür wird der Fakt, dass überwiegend Bullen gefunden werden, gleich dreifach erwähnt.
  • Homonym der Woche: die Piste (danke Klaus). Die Piste ist ein nicht ausgebauter Verkehrsweg, eine Start- und Landebahn, ein Wintersportareal, die Einfassung der Manege im Zirkus sowie im Motorsport eine Renn-strecke.
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42/2017: Einspreizen

  • Politikerdeutsch der Woche aus dem 10-Punkte-Plan der CSU: „Bürgerliche Politik ist, sich gerade auch für die Anliegen der kleinen Leute einzuspreizen …“ Autsch!
  • Einheitenwirrwarr der Woche (danke Klaus):
    Kerosin
    Ein offenbar unbedeutender Unterschied.
  • Unpassende Firmennamen (danke Herr Ebel):
    SchacherImmobilien
  • Gender-Thema der Woche. Der Trainer der Volleyball-Frauenmannschaft im Interview: „Wichtig ist, dass die Fans hinter uns stehen, als siebter Mann.“ Aber die ersten Sechs sind doch Frauen, oder?
  • Barbarei der Woche: „Missbrauch ist bekämpfbar …“ Und der Suffix -bar ist offensichtlich missbrauchbar!
  • Schwierige Wörter:
    ettliche
    Nicht erst nach einer Woche, schon im ersten Wort!
  • Homonym der Woche: das Arrangement (danke Klaus). Ein Arrangement ist eine Vereinbarung im Sinne eines verbindlichen Abkommens, aber auch ein Tischgedeck sowie ein an eine bestimmte Instrumentenbesetzung angepasstes Musikstück und ein durch neurotische Einstellungen bedingtes Sozialverhalten.
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05/2017: Woven Pant

  • Politikerdeutsch. Der neue Bundesaußenminister Gabriel: „Für uns ist wichtig, dass sowohl inhaltlich, aber auch öffentlich sichtbar wird, wofür wir stehen.“ Soll heißen: Manchmal wird der Inhalt nicht öffentlich sichtbar. Warum wohl?
  • Aussage des Jenaer Fußballtrainers: „Kein Spieler meiner Mannschaft, zumindest von denen, die heute auf dem Platz standen, hat auch nur annähernd sein Leistungsvermögen abgerufen.“ Aha — möglicherweise haben also einige von denen, die auf der Auswechselbank saßen, ihr Leistungsvermögen abgerufen? Sie hatten Sitzfleisch trainiert.
  • Gleich in mehreren Kategorien nominiert (danke Klaus):
    Entwirrburste
    „Kürstyling“ geht als Denglisch der Woche durch. Die „Antiknoten-Ent-wirrbürste“ als tolle Produktbezeichnung und „Antiknoten“ kann man auch als lustige Silbentrennung nehmen: Antik-Noten.
  • Denglisch der Woche II:
    Woven_Pant
    Früher haben wir statt „Woven Pant“ schlicht „Trainingshose“ gesagt.
  • Stellenanzeige der Woche (danke Bastian):
    Phyton
    Sowohl die Schlange als auch die Skriptsprache werden korrekt „Python“ geschrieben. Was sollen sich Bewerber dabei denken?
  • Angebot der Woche:
    Fleischhahnchen
    Offenbar kann es auch Hähnchen ohne Fleisch geben. Hähnchenskelette.
  • Beim Bäcker:
    Pappteller
    Das Ausrufezeichen am Ende des Satzes impliziert eine Aufforderung — der ich nachkam. Die Kassiererin gab mir einen Pappteller. Ich fragte, was ich damit machen soll und sie meinte verwundert, dass ich doch danach gefragt hätte. Meine Entgegnung, dass ich lediglich der Anweisung auf dem Schild gefolgt sei, verstand sie nicht so recht.
    Das gilt in vielen Bereichen. Auch wenn man z.B. mit der Bahn fährt heißt es: „Steigen Sie in Weimar in Fahrtrichtung rechts aus!“ Dieser Anweisung darf an jedoch nur Folge leisten, wenn man wirklich nach Weimar und nicht noch weiter will.
    Merke: Man sollte nicht jeden Imperativ wörtlich nehmen.
  • Überschrift der Woche: „Verwaltung will Handparken ermöglichen“. Kann man sein Handy parken? Will man das? Nun, eine Art Handyparkplatz gab es während einer Wanderung in einer Hütte des Deutschen Alpenvereins und der sah so aus:
    Handyparken
  • Um-zu-Fehler aus einer Volleyballmeldung: „… und führten im dritten Durchgang schon siegesgewiss mit 23:20, um den folgenden Tiebreak noch zu verlieren.“ Sie führten, um zu verlieren? Nein. Niemand fährt in den Urlaub, um zu ertrinken. Keiner klettert auf einen Berg, um abzustür-zen. Aber: Ich steige aufs Fahrrad, um zur Arbeit zu fahren oder ich nehme einen Stift, um zu schreiben.
  • Homonym der Woche: der Verschnitt. Verschnitt nennt man, wenn mindestens zwei Stoffe miteinander vermischt werden. Insbesondere bei Wein (Verschnitt mehrerer Rebsorten, auch Cuvée genannt) trifft das zu. Der Informatiker nennt teilweise belegte Speicherblöcke Verschnitt (interne Fragmentierung). Schneidet man Material zu, heißt das Überschüssige Verschnitt und beim Farbdruck gibt es ihn ebenfalls.
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48/2016: persönliche Auffassung

  • Pleonasmus („runde Kugel“) der Woche: „Ich bin der persönlichen Auffassung, dass …“ Wenn ich einfach nur „der Auffassung“ bin, käme dann jemand auf die Idee, dass es nicht meine persönliche sein könnte?
  • Passt der Name zum Beruf (danke Jürgen)?
    FleischerOpfer
  • Zweifelhafter Bezug: „90% der chinesischen Online-Konsumenten informieren sich über soziale Netzwerke.“ Wollen die Konsumenten mehr über soziale Netzwerke wissen und informieren sich deshalb? Oder dienen die sozialen Netzwerke selbst als Informationsquelle? Sicher ist letzteres gemeint.
  • Elektrisch oder elektronisch (danke Klaus)?
    Elektronisch
    Bestimmt gibt es eine elektronische Steuerung, der Antrieb ist sicher elektrisch.
  • Aus dem Nahverkehr (danke Kerstin): „Drei Jahre lang war er als Kombifahrer eingesetzt. Eine Woche fuhr er Bus, die andere Straßenbahn. Das war auch schön. Sein Herz aber schlägt für den Bus. So macht er seit einem Jahr nur noch in Bussen.“ Wenn die Toilette im Bus so schön ist …
  • Kurz und knapp: „Die Thüringer sollen leichter an wichtige Informationen von Behörden kommen. Dazu sei ein neues Portal auf der Internetseite …“ Und kommt man aufs neue Portal? http://portal.thueringen.de/portal/page/portal/serviceportal/zirt — leicht, oder? Immerhin wird per URL deutlich gemacht, wie wichtig das Portal ist, denn das Wort kommt gleich 4 Mal vor.
  • Politikerdeutsch: „Tatsache ist, dass das Land zukünftig mit weniger Personal und weniger Geld auskommen und sich auf weniger Einwohner einstellen muss.“ Kann eigentlich etwas „eine Tatsache“ sein, was erst in der Zukunft passieren wird?
  • Homonym der Woche: der Abfall (danke Klaus). Abfall kann schlicht Müll sein. Einen Abfall gibt es aber auch in der Uhr (Gangsymmetrie) und eine Verringerung einer Größe, z.B. ein Druckabfall.
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Mehr über: pleonasmus, politiker
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38/2016: Gigantische Riesenanakonda

  • Fehlende Buchstaben (danke Bastian):
    Genisser
  • Verwandtschaftsgrade:
    Urenkel
    Ist das Prinzenpaar nicht noch ein bisschen zu jung, um schon Urenkel zu haben?
  • Kommentar beim Berlin-Marathon: „Es ist fantastisch, was wir hier erleben: Die drei Läufer vornweg liefern sich ein solch packendes Duell.“
  • Politikerdeutsch bzw. Politikermathematik. Familienministerin Manuela Schwesig möchte, dass Eltern kleiner Kinder (bis 2 Jahre) nicht voll, sondern nur „vollzeitnah“ arbeiten müssen. Was bedeutet das? 28 bis 36 Wochenstunden. Also, bei 36h gehe ich mit, dass das nah an der Vollzeit ist. 28h sind (gerechnet auf 40h/Woche Vollzeit) nur 70%. Ist das immer noch nah?
  • Hypernativ der Woche: „Bauarbeiter finden gigantische Riesenanaconda“. Größer geht’s nimmer.
  • Lidl feuert gerade mit einer landesweiten Werbeaktion unter dem Motto: „DU HAST DIE WAHL“. Nun sind Plakate manchmal sehr groß und werden in mehreren Teilen aufgeklebt. Einem Plakatkleber unterlief dabei ein Fehler — er vertauschte die beiden Seiten (danke David). Heraus kam: „DIE WAHL  |  DU HAST“. Klingt sehr nach Meister Yoda.
  • Überschrift der Woche (danke Bastian):
    Erotikbriefe
    Dann haben die Briefe ja ihr Ziel erreicht, oder?
  • Verbuchselte Wechsstaben (danke Klaus):
    beleibter
    Zu viele Schnellessen?
  • Homonym der Woche: die Gründung (danke Klaus). Ruft man etwas ins Leben, z.B. einen Verein, eine Stadt, ein Unternehmen, spricht man von Gründung. Im Bauwesen ist die Gründung der Teil des Bauwerks, welcher Lasten in den Untergrund ableitet.
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24/2016: Einer-Grüppchen

  • Die gerade laufende Fußball-EM beweist wieder einmal verstärkt, über welch eigene, umfangreiche und teilweise sonderbare Terminologie dieser Sport verfügt. Hier ein Auszug:
    Bei einem Pass ins Halbfeld ist keineswegs einfach eine Hälfte des Spielfeldes gemeint. Es gibt eine Doppel-Sechs, aber das ist nicht die Zwölf. Auch eine echte Neun wie Mario Gomez trägt z.B. die Rückennummer 23. Eine hängende Spitze ist keineswegs etwas Schlüpfriges! Manndeckung ist nicht die Zucht der nächsten Fußballergeneration.
    Nicht nur das umstrittene Wembley-Tor (WM 1966) gibt Rätsel auf, sondern auch, ob später (zur EM 1972 wieder im Wembley-Stadion) Günther Netzer aus der Tiefe des Raumes kam. Besonders martialisch klingt die Blutgrätsche, bei der jedoch nicht zwangsläufig Blut fließen muss. Das ist auch gut so, gleichwohl ist es ein brutales Foul. Ein Fliegenfänger ist manchmal zu beobachten. Obwohl dieser (unsichere) Torwart ebenfalls versucht, den Ball zu fangen. Erwähnt wird zuweilen auch das Gegenpressing, was ein Pleonasmus ist, weil Mitpressing wohl schlecht möglich ist. Geht ein Spiel 1:0 aus, spricht man vom Goldenen Tor — auch im Spiel um Platz 3 (Bronzetor?)!
    Eine Kerze bedeutet nicht etwa, dass die Spieler Geburtstag feiern, sondern einen steil nach oben geschossenen Ball. Ein Schuss ans Lattenkreuz trifft eigentlich nur die obere Ecke (!) des Tores. Eine Schwalbe kennzeichnet mitnichten die ornithologischen Kenntnisse der Spieler.
    Ein Fußball-Zwerg in nicht etwa ein winziger Spieler, sondern vielmehr eine vermeintlich schwächere Mannschaft. Eine Flügelzange ist kein Werkzeug mit brachialer Gewalt gegen Vögel.
    Eine Todesgruppe gibt es bei diesem EM-Turnier nicht und sie ist auch sonst nicht lethal. Das gilt auch für den tödlichen Pass.
    Eine Blitz-Tabelle hat weder etwas Meteorologisches noch etwas mit Geschwindigkeitsübertretungen zu tun.
  • Der bei der ARD eingesetzte Experte Mehmet Scholl: „Klar spielt jede Mannschaft auf Sieg, aber wir haben aufs Gewinnen gespielt.“ Ähm — den Unterschied verstehe ich nicht?!
  • Kleinanzeige der Woche (danke Ilonka): „Baugrundstück, erschossen zu verkaufen. Baugenehmigung liegt vor Preis pro qm 190,-€“. Ist der Verkäufer tot?
  • Politikerdeutsch. Hannelore Kraft: „Da gehen wir nochmal in den Kamin.“ Keine Angst, sie wird nicht als Hexe verbrannt — gemeint ist ein Gespräch im Kaminzimmer zur Lösung eines schwerwiegenden Problems.
  • Kindermund der Woche I. „Wir sind hier ganz ausgeschlafene Burschen, oder?“ Emma (8): „Also, ich bin eine Burschin.“
  • Kindermund der Woche II. Emmas Kommentar beim 5000m-Lauf: „Vorn ein Vierer-Grüppchen und danach ein Einer-Grüppchen. Gut, man könnte auch Einzelläufer sagen.“
  • Falscher Bezug: „Nach einer Schiffshavarie auf der Donau mussten die Passagiere evakuiert werden. Der Grund ist noch unklar.“ Also mir ist der Grund für die Evakuierung durchaus klar!
  • Denglisch der Woche: „Wir nehmen das Ergebnis als Teambuildung.“ In der Nachsilbe aus Versehen ins Deutsche abgeglitten.
  • Wenn der Name zum Beruf passt (danke Klaus):
    GutheilZahnarzt
  • Hochschuldeutsch: „Die Hochschule plant im Rahmen des Projektes ‚Aufstieg durch Bildung: offene Hochschule‘ die Einrichtung berufsbegleitender grundständiger Bachelorstudiengänge.“ Zunächst las ich „grundanständig“. Aber was bedeutet das Adjektiv „grundständig“? Lt. Duden gibt es drei Bedeutungen: bodenständig, in der Botanik unmittelbar über dem Boden wachsend und auf der Grundschule aufbauend. Alle drei sind sicher für ein Studium an einer Hochschule unpassend. Aber, ein Adjektiv beschreibt ja auch das Substantiv näher und insofern gibt es eine gemeinsame Bedeutung für ein „grundständiges Studium“: Es handelt sich um einen Studiengang, der zu einem ersten Studienabschluss führt. Ein darauf folgendes (konsekutives) Master-Studium ist hingegen postgradual, setzt also einen grundständigen Studienabschluss voraus.
  • Juristendeutsch. Das Bundesverfassungsgericht: „Die Deutsche Bundesbank darf sich an einer künftigen Durchführung des OMT-Programms nur beteiligen, wenn und soweit die vom Gerichtshof der Europäischen Union aufgestellten Maßgaben erfüllt sind …“ Ich halte das „wenn und soweit“ für eine unnötige Aufblähung eines Satzes. Beides sind Konjunktionen und ließe man eine davon weg, würde der Satz immer noch die gleiche Bedeutung haben. Beide zusammen machen die Satzaussage nicht eindeutiger.
  • Neues Zahlwort (danke Herr Ebel): „… als ein Tsunami dutzendtausende Menschen in den Tod gerissen …“ Sind das Zwölftausende? Gibt es dann auch „Schockhunderte“ (1 Schock = 60 Stück)?
  • Der Bundestrainer: „Er hat immer gute Flanken geschlagen, teilweise.“ Wie jetzt?
  • Physikalisches Wunder(danke Herr Ebel): „Durch die zweite Revolution wurden Entfernungen verkürzt — Menschen können nun zum Mond fliegen.“ Also, die Entfernung Erde - Mond schwankt. Aber das ist schon sehr lange so und keineswegs Ursache einer menschlichen Revolution. Möglicherweise wurde die Zeit verkürzt, die es braucht, um zu unserem Erdtrabanten zu gelangen. Die Entfernung beträgt ca. 384 400km, wobei jährlich etwa 3,8cm hinzukommen.
  • Das nenne ich eine Zuversicht ausstrahlende Meldung während einer Suche:
    SucheWird
    Wird … schon.
  • Neben dem Größenwahn gibt es offenbar auch den Minimalwahn (danke Herr Ebel): „Man muss allerdings beachten,  dass ich die erste Patientin überhaupt bin und mir die maximal niedrigste Dosis genetischen Materials injiziert wurde.“ Das fordert minimal höchsten Respekt!
  • Noch einmal Fußball: „Dem Team von der Insel fehlte oft der letzte Pass.“ Welchen Pass hat die Mannschaft denn vorher gespielt, wenn der letzte fehlte? Das ist doch wie beim Tennis oder Volleyball — den Punkt macht der Gegner nur bei einem letzten „Versagen“ der anderen Seite. Insofern fehlte wohl nicht der letzte, wohl aber der entscheidende Pass.
  • Homonym der Woche: der Ausdruck (danke Klaus). Sie Sprache kennt den Ausdruck, aber die Mathematik und die Informatik auch. In der Psychologie gibt es ihn und in der Kunst. Und schließlich bewerkstelligt der Drucker auch einen Ausdruck.
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19/2016: Hochhaus gewonnen

  • Fußball-Mathematik: „Vier aus Zwei lautet die Losung, die die Stuttgarter Kickers, Energie Cottbus, Werder Bremen II und Wehen-Wiesbaden be-trifft. Zwei Teams werden die Klasse halten, zwei den bitteren Gang in die Regionalliga antreten müssen.“ Vier aus Zwei oder eher doch Zwei aus Vier?
  • Denglisch der Woche (danke Klaus):
    Change
    Driven muss er ihn!
  • Politikerdeutsch der Woche von Ursula von der Leyen: „Die Bundeswehr braucht einen atmenden Personalkörper.“ Das hat sie doch schön gesagt, oder? Wobei — atmet denn das Personal der Bundeswehr gegenwärtig nicht? Jetzt halt’ aber mal die Luft an!
  • Adjektiv der Woche (danke Klaus): „Der geborene Leipziger Frank Schöbel war einer der erfolgreichsten Schlagersänger der DDR.“ Also es gibt ja geborene Läufer oder geborene Sänger, aber Herr Schöbel ist eher ein gebürtiger Leipziger.
  • Monate gibt’s, die gibt’s gar nicht (danke Klaus):
    Kaufvertrag
  • Yoda-Grammatik beim Fußballer M. Klose: „Jetzt werden wir sicherlich die Tage uns zusammensetzen und entscheiden.“ Und wenn herauskommt dabei, dass weiterspiele ich, dann Fans freuen sich. Der Miro ist zwar in Polen geboren, aber er ist Deutscher.
  • Schwieriger Plural (danke Herr Ebel): „Eine Gruppe britischer Parlamentarier sind nach Moskau gereist.“ Häufig ist es umgekehrt, nämlich dass im Singular geschrieben wird, obwohl Plural erforderlich wäre. Hier geht es jedoch um „eine Gruppe“ und diese „ist gereist“ (nicht: „sind“). Obwohl die Gruppe sicher aus mehreren Personen besteht, wenn sie den Namen verdient hat.
  • Fehlende Buchstaben (danke Klaus):
    herlich
    Die Frage ist nur, ob es „herrlich“ oder „herzlich“ heißen sollte;-)
  • Hoch hinaus wollen Fußballer ja immer und die Siegprämien sind auch üppig, aber Wolkenkratzer als Gewinn (danke Maria)?
    HochhausGewonnen
  • Zielgruppenorientierte Ansprache:
    Rasen
    Bitte jetzt keine Witze über Waldorf-Schüler!
  • Speisekarte der Woche (danke Michael):
    Gebbaten
    Champignons schreiben bestimmt auch viele Deutsche spontan falsch, aber dass „PAT PIK BAI GA PAU GAI“ mit „schaf“ angekündigt wird und dann Schwein ist … klar, sollte „scharf“ heißen. Die Asiaten und das „r“ stehen ja ohnehin etwas auf dem Kriegsfuß.
    Und auf der Getränke-Seite wird’s nicht viel besser:
    Heizgetranke
  • Homonym der Woche: die Rechnung (danke Klaus). Im Allgemeinen sieht man sie ungern, weil man etwas bezahlen muss (Dokument zur Abrechnung einer Leistung). Aber die Schweizer nennen ihren Haushaltsplan Rechnung (bei uns eher Etat) und die Lösung einer mathematischen Aufgabe kann ebenfalls in einer Rechnung münden.
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