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Deutschthemen zum Freitag - Das Blog
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Deutschthemen zum Freitag - Das Blog

Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Gern dürfen die Beiträge zitiert werden - über eine entsprechende Quellenangabe mit Link freue ich mich.

Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.


591 - 600 von 616 Ergebnissen
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23/2007

  • Auch wenn sich unter uns nicht so viele Fans der neuen Rechtschreibung befinden, möchte ich mich hier einmal dem "eProblem" widmen. Alle Abkürzungen für "Electronic-" werden nämlich mit einem großen "E-" geschrieben. Also z.B. E-Mail, E-Commerce etc. Nicht so gut: eMail oder e-Mail oder Email! Vorsicht allerdings: Email (Glassfluss, Emaille), e-Moll, E-Musik für ernste Musik - bedeutet in diesem Fall also nicht Electronic-, genauso wie die E-Schicht (eine Schicht der Ionosphäre).
  • MDR-Kultur: "Ein Film aus dem ganz normalen Alltag." (danke Heiko)
  • Im Heise-Forum: "Während die Wikipedia-Gemeinde ihre Seiten über Fehler in der Enzyclopaedia Britannica pflegt, fährt der ehemalige Wikipedia-Chefredakteur Larry Sanger eine neue Attacke auf den Dilletantismus der freien Online-Enzyklopädie." Küchenkräuter wie Petersilie, Basilikum oder eben auch Dill sind zwar gerade jetzt im Sommer in der Salathochsaison sehr beliebt, aber dass Dilettantismus deswegen als Dilletantismus bezeichnet wird, kann nicht hingenommen werden.
  • Eine große Belustigung war die haarsträubende Übersetzung in einer Spam-E-Mail dieser Woche: "Sie wollen, der Ihres Gurke GROSS & STARK geworden ist, als ein STEIN? Sie möchten sich an eine jungen Jahre... erinnern Die beste Qualität! 100% Wirkung! Anfangen von 30$! VERSUCHEN Sie JETZT! Visum Hat Online Laden Beglaubigt. Weltweite Lieferung. 100% vertraulich. BestPharmSpecial . COM  Tippen Sie Browser (ohne Plätze) Presse Einträgt ein. Mit den Besten Beachtungen" Also ich hab nichts bestellt, weil ich keine steinharten Gurken essen möchte, die auch noch ein Visum benötigen;-)
  • Es ist erstaunlich wie sehr der regelmäßige Bahnfahrer abstumpft. Erst gestern fiel mir folgende Durchsage im Zug auf: "Nächster Halt: Erfurt Hbf. Zu Ihren Anschlusszügen beachten Sie bitte die örtlichen Lautsprecherdurchsagen am Bahnsteig." Kann es etwa außerörtliche Lautsprecherdurchsagen am Bahnsteig geben?
  • Denglisch der Woche: "raus deleten" als gleichzeitiger Pleonasmus, das Gegenteil wäre dann "rein inserten" (danke Martin)
  • "Ganz" ist ein im Deutschen mit Vielfalt einsetzbares und darum gefährliches Wort. Einerseits vermutet man unter "ganz" die Gänze, in vollkommenem Umfang sozusagen. Allerdings ist die stöhnende Bemerkung "Ich musste die ganzen Briefe verteilen." nicht ganz korrekt, weil es eigentlich um "alle Briefe" geht. Es sei denn, es besteht die Möglichkeit, "die halben Briefe" zu verteilen. Andererseits kann "ganz" komischerweise eine Behauptung abschwächen. Fragt man "Wie geht's dir?" und bekommt "Ganz gut." zur Antwort, dann besteht schon ein Unterschied zu "Gut!" oder "Sehr gut." Dieses "ganz gut" meint also in diesem Fall ganz und gar nicht "vollkommen gut". Also Vorsicht bei der Beschreibung von Gefühlszuständen oder zählbarer Dinge. Bei Zeitangaben hingegen passt "ganz" besser: eine ganze Stunde, den ganzen Tag über, ein ganzes Jahr lang.
  • "Ich würde vorschlagen…" - ja, dann mach's doch! Eine eigenartige, aber sehr oft zu hörende Formulierung. Auf "Ich würde vorschlagen" folgt i.d.R. immer der Vorschlag. Warum also das konjunktivische "würde" dazwischen. Wir Deutschen sind doch für unsere Direktheit bekannt oder warum trauen sich die meisten nicht "Ich schlage vor…" zu sagen?
  • Meldung bei Heise.de: "Unsere Software kann besser mit Linux konkurrieren, wenn es Piraterie gibt, als wenn es keine gebe." übersetzt man dort Bill Gates. Leider wurde die falsche Konjunktivform (Konjunktiv I) verwendet, es muss natürlich "…als wenn es keine gäbe." heißen (Konjunktiv II), weil es sich um eine hypothetische Aussage handelt.
  • Eine Kolumne in der TA: "Was wiegt höher?" – ohne Worte.
  • Homonym der Woche: der Eskimo. Nicht nur ein arktischer Ureinwohner (Inuit), sondern auch ein Wollstoff. Ob allerdings die Eskimos Eskimo tragen, ist mir nicht bekannt.
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22/2007

  • Versprecher der Woche in den Sportnachrichten bei MDR Info: "Wir kommen jetzt zum Slalu-Kanon."
  • Aus dem Heise-Froum: "2010 will Neckermann einen Gesamtumsatz von 1,6 Milliarden Euro und ein positives dreistelliges Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichen." - ob damit wohl der Bereich zwischen 100,00 und 999,99 € gemeint ist?
  • "Die Abteilung XY ist wieder vollständig." (einige MA waren krank) Genau genommen ist die Abteilung wieder vollzählig, wenn die MA glücklicherweise wieder gesund sind. Vollständig wäre sie (die Abteilung), wenn bspw. eine Ausstattung nach erfolgreicher Reparatur wieder zur Verfügung stünde. Möchte man also mit einer Gruppe zum Wandern mit anschließendem Picknick aufbrechen, so sollte die Gruppe vollzählig (alle Personen sollen da sein) und vollständig (d.h. mit entsprechender Ausrüstung für Wanderung und Verpflegung) am Ausgangspunkt sein.
  • Antenne Thüringen: "SPD und Opposition kritisieren Schäubles Terrorpläne." (danke Markus) Das war wohl ein Freud'scher Versprecher. Aber so langsam kann man den Eindruck gewinnen, dass unser Bundesinnenminister einen persönlichen Feldzug führt und daher den Pfad des Anti-Terrorkampfes verlässt.
  • "Unser Mittelfeld ist voller geworden." spricht der Spieler Schulz aus Bremen (danke Steffen) Haben die Spieler im Urlaub zugenommen? Es gibt ja auch häufig den Spruch "Die Mannschaft/Abwehr muss kompakter stehen." Bedeutet das, dass sich alle Spieler im Fünfmeterraum versammeln sollen? Na Hauptsache, es wird keiner "von hinten gedeckt".
  • Noch einmal Sport und diesmal Leichtathletik. Tim Lobinger äußerte sich zum Thema Doping in seiner Sportart, sie sei "…in den vergangenen zehn Jahren weltweit cleaner geworden." Das erhält gleichermaßen den Titel "Denglisch der Woche" und "Hyperlativ der Woche" Es geht also sauberer als sauber? Immerhin erklärt uns ja die Waschmittelwerbung, dass das Pulver, welches sie uns gestern noch als "wäscht weißer als weiß" anpriesen, heute bereits wieder graue Hemden mit Soßenflecken zurück lässt und nur das super-tolle neue Streu mit den dreieckigen Perlen wieder alles gut macht.
  • Ins gleiche hyperlative Horn stößt Heise: "Die Lizenz ist umfassender geworden…" (http://www.heise.de/newsticker/meldung/92902)
  • Eine neuerliche "runde Kugel" gelesen in einem Kommentar bei Heise.de: "...ist eins mit Sicherheit sicher..." Evtl. könnte man "mit Sicherheit unsicher" durchgehen lassen, aber "mit Sicherheit sicher"?
  • Die iX 8/07 berichtet über einen Entwicklerwettstreit: "…jedes Team…brachte seine eigene IT-Hardware mit: Rechner, Monitore, Drucker, Kaffeemaschine..." - und weil für den Wettbewerb insgesamt 30 Stunden zur Verfügung standen, wurde der Kaffee von der Maschine intravenös in die Entwickler gepumpt;-) Der Artikel hält aber noch ein weiteres (sprachliches) Glanzlicht bereit: "Team 3…gab die vollständigste Lösung insgesamt ab..." Die Lösung des Teams 3 war demnach vollständiger als vollständig!
  • Ein Wort, welches ich immer wieder falsch geschrieben sehe, ist Standart - wobei natürlich Standard gemeint ist. Die Rechtschreibprüfung von Textprogrammen scheitert hier, weil Standart als Stand-Art (also der Art zu stehen) theoretisch möglich wäre. Standard kommt aus dem Englischen (weshalb der Plural auch die Standards sind) und wird dort genauso geschrieben. Warum im Deutschen viele hinten statt des "d" ein "t" nehmen, liegt an der sogenannten Auslautverhärtung. Gesprochen wird das hintere "d" in Standard fast wie ein "t". Genauso wie in Hund oder rund. Es gibt freilich noch die Standarte, was eine kleine, viereckige Fahne oder die Flagge von Fürsten und Staatsoberhäuptern oder in der Jägersprache der Schwanz des Wolfes oder Fuchses sein kann. Und damit haben wir auch gleich das:
  • Homonym der Woche: die Standarte. Aus der obigen Erklärung wissen wir jetzt auch, warum Mantafahrer einen Fuchsschwanz an der Antenne haben. Sie sehen das als Standarte und fühlten sich als "Fürst Manta" ;-)

 

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21/2007

  • Entwicklerdeutsch: "Die Rolle wird durchgeerbt." - keiner der Entwickler zuckte auch nur mit der Wimper;-)
  • Die TA vom 9.7. vermeldet: "Umso erfreulicher, dass das 100-km-Rennen scheinbar ohne die gewohnten Irrungen und Wirrungen passierte." Der leidige Kampf, dass es einen Unterschied zwischen anscheinend und scheinbar gibt, ist offenbar verloren. Wenn das Rennen nur scheinbar ohne Irrungen verlief (was als Verb hier auf jeden Fall besser ist als "passierte"), so traten in Wirklichkeit also doch welche auf. Warum ist dies dann aber "umso erfreulicher"? Auch die c't 15/2007 meint: "AllofMP3 gibt scheinbar auf" - ja, geben sie nun auf oder nicht? Aus scheinbar würde man grammatikalisch schlussfolgern, dass es eben nur so scheint.
    Hier noch einmal die korrekte Bedeutung:
    Er ist scheinbar der Täter (in Wirklichkeit aber nicht).
    Er ist anscheinend der Täter (er ist es tatsächlich).
    Und jetzt die Preisfrage: Gehört ePages nun anscheinend oder scheinbar zu den besten Herstellern von E-Commerce-Software?
  • Denglisch der Woche: "... wenn man in die TOC (Terms and Conditions) einen zu langen Text über den WYSIWYG-Editor einpastet ..." (danke Karsten)
  • Eine Wort-Erfindung in Bezug auf die durch Herrn Schäuble immerfort in Gang gehaltene Sicherheitsdebatte: "Gefährder". So oft, wie unser Bundesinnenminister dies in den letzten Tagen gebraucht hat, wird es bestimmt auch bald im Duden auftauchen, was derzeit jedoch noch nicht der Fall ist.
  • Diese Woche am S-Bahnsteig in HH gehört: "Morgenpost-Nachtausgabe". Das erinnert mich immer an "Der weiße Riese - kompakt". Es ist sicher schwer fürs Marketing, denn wie soll man den Leuten einen großen Zwerg an einer geraden Kurve verkaufen? So etwas heißt Oxymoron (also der schwarze Schimmel) - da entfährt mir ein stummer Schrei. In der Geschäftswelt könnte man noch von einer "exakten Schätzung des vorläufigen Endergebnisses" hören.
  • "Die einheilige Meinung dazu ist, …" - also man könnte eine scheinheilige Meinung haben oder aber es gibt die einhellige Meinung, was soviel wie einstimmig oder einmütig bedeutet.
  • Homonym der Woche: der Bauer. Entweder ein Landwirt oder ein Vogelkäfig. Sitzt der Bauer aber im Bauer so ist es eher kein Bauer mehr, sondern schon eine Voliere.
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Mehr über: neue Wörter, politiker
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20/2007

  • Folgende Übertreibungen waren unlängst zu hören: "Hauptfazit" und "gemeinsame Schnittmenge" (danke Peter) - dem ist nichts hinzuzufügen.
  • Phising-E-Mail: "Sollten Sie diese Kameras nicht gekauft haben, so käme es angeblich ein Fehler vor." - dafür braucht man keinen Phishing-Filter! Dass ein solch haarsträubender Text kaum von einem realen Shop kommen kann, merkt man auch so.
  • Sportmeldung der TA: "Die dritten Herren von Blau-Weiß Gebesee…" Das erinnerte mich an den früheren Sportunterricht. Um Mannschaften zu bilden, mussten wir zu soundsovielt abzählen. Blau-Weiß Gebesee (http://maps.google.de/maps?oi=eu_map&q=Gebesee&hl=de sowie http://www.gebesee.de/) hat also abzählen lassen und nun erste, zweite und dritte Herren. Also meine Damen, nehmen Sie nicht immer gleich den Erstbesten. Der Dritte ist unter Umständen auch passend;-)
  • Amtsdeutsch: "Regelmäßige gemeinsame Bestreifungen durch die Revierförsterin und Vollzugskräfte des Ordnungsamtes seien geplant." Der Duden kennt das Wort "Bestreifung" nicht. Wohl aber Wikipedia, allerdings ist es dem Oberbegriff "Streifendienst" untergeordnet. Dort gibt es auch den Begriff "gemischte Streife" (besteht aus weiblichen und männlichen Beamten) - hier wird für den Streifennachwuchs gesorgt;-)
    Mit den "Streifen" können vor allem Kinder ins Straucheln geraten, wenn die Streifen zu wörtlich genommen werden, denn neben Zebrastreifen gibt's noch Streifenboote, Streifenwagen und Fußstreifen. Nur gestreift sind die eben nicht.
  • Die Liste der Adjektiv-Substantiv-Homophone ist dank zahlreicher Zuschriften (vielen Dank dafür) recht lang geworden:
    • die coole Kuhle
    • arme Arme
    • die tolle Tolle
    • die weiche Weiche
    • ein leerer Lehrer
    • ein rechter Rechter
    • ein linker Linker
    • die schale Schale
    • die laute Laute
    • ein spitzer Spitzer
    • die taube Taube
    • es gibt barsche Barsche
    • ein fixer Fixer
    • ein fauler Fouler
    • ein fetter Vetter
    • ein träger Träger
    • die flotte Flotte
    • ein harter Harter
    • die faire Fähre
    • die wahre Ware
    • die weise Waise
  • Bin am Großstreiktag (Dienstag) mit der Bahn nach Hamburg gefahren - und war nur ca. 10min verspätet! Großes Lob. Aber folgende Durchsage weckte meine Aufmerksamkeit: "Durch eine Störung im Bordrestaurant ist es leider nicht möglich, heiße Getränke zu servieren. Wir bieten Ihnen aber kalte Getränke und Snacks. Das Bordrestaurant befindet sich im Wagen 26. Wir bitten Sie, dies zu entschuldigen." Was soll ich entschuldigen? Dass sich das Bordrestaurant in Wagen 26 befindet? Oder dass es kalte Getränke gibt? Klassischer Fall falschen Bezugs im Zug;-)
  • "Wie bereits schon erwähnt…" Damit ich diesmal nicht schon wieder die Pferdeliebhaber ob der weißen Schimmel verärgere, halte ich "bereits schon" dann eben für eine runde Kugel. Der Satz verändert seine Aussage durch "Wie bereits erwähnt…" oder "Wie schon erwähnt…" in keiner Weise.
  • Kleine Preisfrage. Wo steckt der Fehler in folgendem Satz (gelesen bei Heise.de): "Als einzig möglichen rechtlichen Schritt bleibt Google eine Nichtzulässigkeitsbeschwerde von dem Bundesgerichtshof, sonst wird das Urteil rechtskräftig."
  • Es gibt jetzt für die Mitglieder des Bundestages eine Veröffentlichungspflicht, die Entgelte aus Nebentätigkeiten anzugeben. Nicht so richtig in €, sondern in Stufen. Die Stufe 3 bedeutet z.B. "mehr als 7.000 € pro Monat". Und nun kommt es: Was steht wohl bei der Abgeordneten, Frau Dr. Angela Merkel als Nebentätigkeit? Bundeskanzlerin! (http://www.bundestag.de/mdb/bio/M/merkean0.html) Dafür, dass sie das nur nebenbei macht, macht sie es ganz gut, oder?
  • Homonym der Woche: die Beute. Der Vertrieb denkt hierbei natürlich zuerst an etwas Erbeutetes, insbesondere die Kohle des Kunden sowie die eigene Provision. Die Beute ist aber auch ein Bienenstock. Detaillierte Eindrücke kann man sich leibhaftig im Deutschen Bienenmuseum in Weimar holen (http://dbm.lvti.de/).

 

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19/2007

•Heute starte ich einmal mit einer Frage, auf die mich meine Söhne brachten. Sie amüsierten sich köstlich über den Ausdruck "eine coole Kuhle". Gesucht werden also Adjektiv-Substantiv-Kombinationen, die gleich klingen oder sogar identische Schreibweisen haben. Wisst ihr welche? Mir sind bereits zwei weitere Beispiele eingefallen:

•arme Arme

•eine tolle Tolle

•Bahndurchsagen: Manchmal sind die Ansagen so lang (besonders, wenn Verspätungen verkündet werden), dass der Sprecher am Ende des Satzes bereits den Anfang vergessen hat: „Die Regionalbahn von Hinterschießmichtot über Niedervergissmeinnicht, Obertöppeln, Kleinhaufen, Hohengähn – fahrplanmäßige Ankunftszeit 17:29 Uhr – zur Weiterfahrt nach Nahenwüstungen über Klecks, Trübsdorf, Bommelrungen, Krähtkeinhahn, Alttenweltend – fahrplanmäßige Abfahrtszeit 17:30 Uhr – ist in seiner Ankunftszeit ca. 15 Minuten verspätet.“ (danke Daniel). Der geübte Passagier kann übrigens bereits am Satzanfang der Ansage erkennen, ob es sich um eine Verspätungsansage handeln wird oder nicht. Anders als oben beschrieben beginnt nämlich die Ankündigung, dass der Zug nun eintrifft mit "Auf Gleis 2 fährt jetzt ein…" auf den Rest hört keiner mehr. Hingegen wartet bei der Verspätungsaussage jeder nur auf das Ende, denn dort wird die eigentliche Verspätung genannt - der Rest ist mehr oder weniger uninteressant. Wenn man allerdings vom Bahnhof Jena-West abfährt, hört man i.d.R. nichts - das Personal für die Durchsagen wurde inzwischen eingespart.

•Aus einem Quiz: "Mit wie vielen Figuren eröffnet ein Spieler ein Schachspiel?" Als Antwortmöglichkeiten gab es 24, 20, 18 und 16. Dabei eröffnet man eigentlich immer nur mit EINER Figur und nur 10 Figuren kommen dafür in Frage (die acht Bauern und die beiden Springer).

•Eine Radiomeldung zum Nahostkonflikt: "Sie trafen sich zu einem 4-Augen-Gespräch." - und es war sehr still, fehlte da noch. Wie werden die vier Augen denn miteinander gesprochen haben? Besser wäre da noch ein "2-Münder-Gespräch" gewesen oder eben wie der Satz eigentlich heißen sollte: "Sie trafen sich zu einem Gespräch unter vier Augen." •Noch einmal Bahndurchsagen. Bei den Standarddurchsagen hat der Bahnbedienstete ja noch einigermaßen Übung. Aber wehe, wenn er ad hoc etwas vermelden muss oder möchte. So geschehen heute. Die Zugbegleiterin wollte etwas für den Umsatz tun und ergriff das Marketingwort: "Meine Damen und Herren, wir haben auch einen Catering-Service an Bord." Bis hierhin war's noch zu schaffen. Aber dann verlor sie irgendwie den Faden: "Sie wird Ihnen beim Platz bedienen." Da war ich allerdings bedient!

•Eine Leserzuschrift (ja - sowas bekomme ich mittlerweile:-) erklärte sich mit "weißer Schimmel" als Pleonasmus nicht einverstanden, weil es auch noch Zimt- oder Rotschimmel geben würde. Ich kenne auch noch Apfelschimmel etc. Nach kurzer Recherche hab ich gelernt, dass alle Schimmelarten mit der Zeit weiß werden. Dieser Prozess nennt sich Ausschimmelung. Nur wenn es eben kein vollkommen weißes Pferd ist, beschreibt man es bspw. mit "Fuchsschimmel" näher. Aber: "weißer Schimmel" ist doch ein Pleonasmus, weil jeder bei dem einfachen Wort "Schimmel" sowieso an ein weißes Pferd denkt und das Adjektiv "weiß" nicht unbedingt notwendig ist. Ein anderes Beispiel ist "Holzbrett". Freilich gibt es Schneidbretter, Sprungbretter usw. und die können aus anderen Materialien als aus Holz bestehen. Aber wer würde beim bloßen "Brett" an ein anderes Material als Holz denken?

•Homonym der Woche: der Atlas. Mein bisheriger Rekordhalter in der Anzahl der Bedeutungen: ein Gebirge, ein Titan der griechischen Sage, ein Kartenwerk, ein Seidengewebe und der Name des ersten Halswirbels. Atlas sah in einem Atlas den Atlas und wickelte um seinen schmerzenden Atlas einen Schal aus Atlas.

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18/2007

  • Anzeige in der Zeitschrift Yacht: "Canada - Neupfundland - Azoren. Erfahrener Skipper mit 65' Segelyacht sucht…" - na immerhin schreibt er nicht "Neunpfundland". Der weniger mit Segeln am Hut habende Bayer würde sagen "Einfach pfundig!"
  • Denglisch der Woche: "Die Time-to-market wird massiv gesenkt"
  • Eine Meldung bei MDR Info: "Die Spiele der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz sind damit im öffentlich-rechtlichen TV zu sehen und zu hören." Oha - der Zusatz "zu hören" war überaus wichtig. Jeder hätte sicher sonst angenommen, die Spiele würden stumm übertragen und wir müssten auf die Sprüche von Kerner, Beckmann & Co. verzichten. Gleiches ereilt mich manchmal auf Bahnhöfen: "Der Regionalexpress 1234 nach Dummsdorf fährt heute abweichend am Gleis 6 ein und aus." Wohl keiner der - nun am falschen Gleis wartenden - Menschen hätte vermutet, dass der Zug am Gleis 6 einfährt, die Leute aussteigen lässt und dann auf ein anderes Gleis fährt, um die neuen Passagiere aufzunehmen.
  • Aus einem Interview mit Martin Schallbruch (IT-Direktor des BMI, c't 12/2007) zum digitalen Personalausweis: "Mit dem elektronischen Personalausweis werden wir die Lösung des Problems von der Kartenseite her befördern…" Das ist typisches Deutsch der öffentlichen Verwaltung. Kann man die Lösung eines Problems befördern? Man eine Lösung fördern, zur Lösung beitragen oder neuerdings pushen. Befördern, also transportieren muss man die Lösung i.d.R. nicht. Schließlich hälfe (ja - das ist der Konjunktiv von "helfen") es keinem Kunden, in unserem nächsten Newsletter zu lesen: "ePages befördert die Lösung aller offenen Bugs." Man könnte meinen, wir transportierten das Bugfixing zu unseren Partnern.
  • "Die sind sehr sichtbar.", "Das ist schon wesentlich realistischer." und "Wie können wir das noch transparenter darstellen?" sind die Steigerungsformen der Woche. Natürlich waren das alles Marketingsprüche;-)
  • "Der VfB Stuttgart verlängerte mit seinem Manager Host Heldt bis 2012." - fehlt da nicht ein Objekt? Was verlängerte man bei oder mit Herrn Heldt? Nun könnte Horsti mit seinen gerade 1,69m Körpergröße etwas größer sein, aber er ist ja nicht mehr aktiver Fußballer. Vermutlich ist die Zusammenarbeit und damit der Vertrag gemeint. Irgendwie zeichnet die Tendenz im Fußball ab, im Zusammenhang mit dem Wort Vertrag etwas wegzulassen. Bastian Sick griff das in seinem letzten Buch auf: "Ich habe Vertrag bis 2009." Ließ man dort noch den unbestimmten Artikel weg, ist es jetzt schon das gesamte Wort Vertrag - offenbar ein so heikles Thema, dass man es "mit spitzen Fingern" anfasst.
  • Homonym der Woche: das Gericht. Das hohe Gericht isst gerade ein Gericht, das ist zwar ein Gedicht, erhöht aber das Gewicht.
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17/2007

  • "Umverpackung" Es handelt sich dabei um einen Pleonasmus (weißer Schimmel). Mit der Vorsilbe "um-" gibt's offenbar so manche Schwierigkeit. Die Verpackung wird wohl kaum innen und das eigentlich Produkt außenherum sein, oder? Weitere überflüssige "um-" findet man in: umwenden, umändern, umbewegen und umwechseln. Kann es sein, dass mit "umwenden" eine Wendung um 360° gemeint ist, wenn "wenden" allein schon 180° bedeutet? "Umändern" würde dann folgerichtig die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes heißen, nachdem bereits "geändert" wurde. Oder eine Änderung der Änderung. Das kommt zwar immerhin recht oft vor, kann aber bestimmt nicht aus umändern geschlossen werden. Ein ganz harter Fall der letzten Zeit war "wurde...verumwechselt". Besonders im sächsischen Raum kann es einem passieren, dass man nach dem Weg fragt und in der Antwort kommt "Da müssen Sie einen Umbogen machen." vor (der echte Sachse sagt natürlich "Da missen'se en Umbooch'n mach'n.").
  • "Kleinod" ist der schönste bedrohte Begriff der deutschen Sprache. Das Kleinod hat übrigens zwei Pluralformen: Bei "die Kleinode" handelt es sich um Kostbarkeiten, "die Kleinodien" hingegen bezeichnen Schmuckstücke. Man möge also Kleinöde auf jeden Fall vermeiden.
  • Auf der Webseite von Antenne Thüringen bei den Verkehrsmeldungen: "Stadtgebiet Erfurt Auf Grund des Grönemeier Konzertes sind im Stadtgebiet die Park und Reit-Möglichkeiten zu nutzen." Ja, singt denn der Herbert jetzt auch Country-Songs? (Natürlich muss ich auch noch die fehlenden Bindestriche "Grönemeier-Konzertes" und Park-" anmeckern.)
  • Homonym der Woche: der Ball. Natürlich zunächst ein Spielgerät sowie ein Tanzabend. Und da haben wir sie auch gleich, die Alternativbeschäftigung für fußballlose Wochen - einfach mal Tanzen gehen.
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16/2007

  • Zunächst gab's ein Interview mit dem frisch wiedergewählten Fifa-Präsidenten Sepp Blatter. Er tritt seine dritte Amtszeit an und ist zweifellos ein Mann der Superlative. Das kommt auch in seinen Äußerungen zum Ausdruck: "Die Fifa ist neutraler als die Schweiz." Auch der Interviewer kommt Herrn Blatter in seiner Fragestellung: "Die Fifa ist…das internationalste Gebilde der Welt." entgegen. Das lehrt uns also, dass neutral und international steigerungsfähig sind
  • Im gleichen Interview offenbart der Sepp auf die Frage "Was lesen Sie?" noch: "Kurzbiografien, manchmal Krimis, Kreuzworträtsel, Sudoku." Also bei Kreuzworträtseln kann man zumindest die Fragen und nach erfolgreicher Lösung, die Lösungswörter lesen. Aber immer die Regeln für Sudoku zu lesen, wäre mir auf Dauer zu langweilig. Es sei denn, Herr Blatter liest die Sudoku-Lösung Zeile für Zeile als Zahl - mit beliebigem Währungssymbol
  • Denglisch der Woche: Aus einer Werbung von airberlin.com: "One-Way-Komplettpreis für ausgesuchte Flüge. Jetzt auch Quick- und Web-Check-in!"
  • Der Feuilleton-Teil meldet: "…die große Zeit der Malerei sei vorbei. Plastik kommt." Nun ist gegen den Begriff "Plastik" als solchen, noch dazu im Zusammenhang mit Kultur, durchaus nichts einzuwenden. Allenfalls "Plastiken" wäre in dem Zusammenhang besser gewesen, weil ja wahrscheinlich nicht nur eine einzige Plastik im Kommen ist. Plastik wird neuerdings als Bezeichnung für allerlei Kram benutzt, welcher auf chemischem Wege das Licht der Welt erblickte. Im Osten wurde dafür früher stets "Plaste" verwendet. "Plaste und Elaste aus Schkopau" war ein Werbespruch. Aber seitdem die Treuhand sowohl Buna (Schkopau) als auch Leuna recht klein machte, hielt Plastik Einzug. Dabei wäre bzw. war Plaste aufgrund der Mehrzahl der durchaus treffendere Begriff - schließlich handelt es sich bei nahezu allen Produkten der chemischen Industrie um Mischungen diverser Plastmaterialien, Kunststoffe eben. Aus solchen können oben erwähnte Skulpturen auch bestehen, das wären dann Plastik-Plastiken
  • Bundestrainer (Fußball) Joachim Löw: "Die Kräfte ließen zunehmend nach." Wenn etwas zunehmend nachlassen kann, dann brauchen wir uns über Negativwachstum nicht so sehr zu wundern. Klar, jetzt kommen die Mathematiker und sagen, dass der negative Betrag wachsen kann, aber es klingt einfach komisch. •Noch mal Herr Löw: "Man merkt, dass Spieler wie Ballack fehlen - gerade, wenn sie nicht spielen." Aha - Ballack kann also auch fehlen, wenn er spielt! Oder man merkt es dann weniger.
  • Und noch mal Fußball: Ein griechischer Spieler heißt bezeichnenderweise Nikos Liberopoulos. Klar - wenn sogar der Trainer in Rehakles umbenannt wurde. Falls also jemand gern in der deutschen Nationalmannschaft spielen möchte, hätte er vielleicht als Sepp Torwächter, Otto Blutgrätsche oder Paul Stürmerer gute Chancen.
  • "…das ist auch soweit vollständig, es fehlt nur noch…" - eine elegante Möglichkeit, Unvollständigkeit auszudrücken, oder? Hierein fällt auch die Frage: "Ist xyz fertig?" Antwort: "Im Prinzip ja, aber…" (auch bekannt als "Anfrage an Sender Jerewan")
  • Aus einer tegut-Werbung: "Tauchset Fitschi mit Schnorchel, Flossen..." Google liefert immerhin über 28.000 Treffer auf "fitschi", aber es sind i.d.R. Nicknamen. Google schreibt aber gleich auch "Meinten Sie: fidschi" (da gibt's dann über 5 Mio. Treffer). Manchmal kann man auch "Fidshi" lesen, was wohl "englischer" aussehen soll, aber im Englischen heißen die Inseln nördlich von Neuseeland Fiji Islands. Des Weiteren ist "Fidschi" auch die Sprache und es gibt den Fidschi-Dollar. Nun kann tegut seine Produkte benennen wie es will, aber der Verdacht auf einen Fauxpas liegt sehr nahe, wenn es sich um Artikel handelt, die man z.B. bei einem Urlaub auf einer der ca. 330 Inseln gebrauchen könnte. Aber als Vorschlag für die nächste Werbebeilage: "Taschentücherset Hatschi"
  • Homonym der Woche: die Base. Einerseits steht die Base für eine chemische Verbindung (Gegenstück wäre die Säure) und andererseits ist es die etwas veraltete Bezeichnung für die Cousine (männliches Pendant ist der Vetter). Es gibt ein Säure-Base-Gleichgewicht, was aber nicht bedeutet, dass deine Cousine sauer auf dich ist.
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15/2007

  • Eine Kategorie bei den Homepages von T-Online heißt: "Auto & KFZ". Demnach ist also ein Auto kein Kraftfahrzeug? Tautologien dienen eigentlich eher zur besonderen Betonung eines Sachverhaltes (z.B. "ganz und gar" oder "immer und ewig"). Bei "Auto & KFZ" handelt es sich allerdings eher um eine Untermenge und man hätte besser "Auto & andere KFZ" oder "Auto & Verkehr" schreiben sollen. Kein Obsthändler würde schließlich auf die Idee kommen, "Äpfel und Obst" über seinen Laden zu schreiben, oder?
  • In eine ähnliche Kategorie - nämlich die der Pleonasmen - fällt die Bemerkung der Frontfrau der Gruppe "Wir sind Helden" in einem Interview: "Für mich ist das völlig eindeutig." Eine solche Übertreibung schrammt hart am "weißen Schimmel" und "runden Ball" vorbei. Niemand hätte wohl beim Verzicht auf "völlig" vermutet, dass es nur "halb eindeutig" hätte sein können.
  • Meine Jungs klebten diese Woche einen Zettel an die Tür zum Kinderzimmer: "Nur für Personal. Betreten für Unbefugte verboten. Eltern haften für irre Kinder." Eltern haften ja für ziemlich alles, also auch für kleine Rechtschreibfehler von 8-Jährigen und immerhin galten die Eltern (diesmal) nicht als "Personal".
  • Die Avenida-Therme kündigt eine "Sommer-Opening Party" an. Feinstes Denglisch in einer schönen Bindestrich-Deppenleerzeichen-Kombination.
  • "Weiterhin ist eine Darstellung...der Webpräsens gut." Webpräsens oder Webpräsenz? Ja, auch das Web hat Zeitformen. Web 1.0 war "Webpräteritum", Web 2.0 ist "Webpräsens" und Web 3.0 wird "Webfutur" sein. Oder anders: ePages 4.5 war Shopplusquamperfekt!
  • Denglisch der Woche: "Wörding" (danke Uwe) Spiegel.de meldet die Diskussion über die Besteuerung von Prostitution. Es gibt eben neben Netto und Brutto auch noch "Nutto";-)
  • Letztens musste ich mir den Vorwurf anhören, Kontaktanzeigen zu lesen. Es ist aber auch zu schön, was unsere Mitmenschen dort so mitteilen. Diese Woche zählte ein Mittvierziger in der TA seine Eigenschaften auf und erwähnte "…kann auch mal menscheln." Wie bitte, was kann er? Menscheln? Freilich gibt's Verben, die auf "-eln" enden, z.B. heucheln, pendeln und hecheln. Aber was bitte meint der gute Mann mit "menscheln" in einer Kontaktanzeige? Bei Google erhält man bei der Suche nach diesem Wort immerhin 19.400 Treffer! Spiegel Online titelt bspw. "Lizenz zum Menscheln" in Bezug auf den letzten Bond-Film. Von Management-Trainern wird der Begriff in Zusammenhang mit einer gewissen Kumpelhaftigkeit des Chefs benutzt. Wäre es aber nicht eher menschlich, das gute deutsche Adjektiv "menschlich" zu benutzen? Freilich - in der Kontaktanzeige würde "…ich bin auch mal menschlich…" eher geringe Chancen eröffnen.
  • Nochmal Denglisch: Wie lautet das Partizip Perfekt von cachen? Gecached, gecacht oder gecachet? Alle drei Varianten habe ich schon gesehen. Wie wäre es mit zwischengespeichert;-)
  • "Wir sind Papst!" skandierte die Unterschichtjournalie nachdem das letzte Konklave erfolgreich war. In einer Diskussion fiel diese Woche im Analogieschluss "Wir sind Perl." - freilich in Anspielung auf die von uns verwendete Programmiersprache. Ja, was dem Katholiken der Stellvertreter Gottes auf Erden ist, ist unseren Entwicklern eben ihr Perl. Und für uns alle gilt: "Wir sind ePages!"
  • Homonym der Woche nach Abschluss der Bundesligasaison heute: der Pass. Der Pass kann eine geografische Bedeutung haben (im Gebirge), er kann als Ausweis im Reiseverkehr dienen und eben im (Ball-)Sport vorkommen. Eine besondere Ausprägung ist hier der Laufpass, der aber auch außerhalb des Sports bei Auflösung zwischenmenschlicher Beziehungen zum Einsatz kommen kann (vermutlich nach einem Fehlpass). Apropos Fehlpass - qualitativ hochwertiges Zitat dazu: "Das war ein ziemlich schwacher Fehlpass." meinte einst Heribert Faßbender, aber den lässt die ARD schon lange nicht mehr kommentieren.
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14/2007

  • Auf MDR Info: "Wir sind eine Multi-Kulti-Kultur." und in jeder Uni gibt's einen Stura-Rat;-)
  • Nachtrag zum Thema Bindestriche. Ein Wort, freilich aus dem Englischen übernommen, sollte unbedingt ohne Bindestrich auskommen: Tee-Nager.
  • Aus dem Heise-Newsticker: "Unter dem Namen Indiana hat Sun ein Projekt gestartet, das Linux und Solaris kompatibler zueinander machen soll." Ich dachte immer, dass etwas entweder kompatibel sein kann oder eben nicht. In der Technik wird Kompatibilität im Sinne von Austauschbarkeit gebraucht. Ein "kompatibleres" Bauteil ist demnach "austauschbarer" als ein anderes?! Wir arbeiten hart daran, dass ePages 6 die kompatibelste Version wird, wozu auch immer…
  • Eine Radiomeldung: "…erwägt er nötigenfalls den Gang zum Bundesverfassungsgericht." Warum kommt man in diesem Satz nicht mit dem einfachen "notfalls" aus? Wahrscheinlich, weil das Bundesverfassungsgericht in letzter Zeit bei zu vielen Gelegenheiten "genötigt" wurde, sich mit Entscheidungen zu befassen, die zwar auf demokratischem Weg herbeigeführt, nichtsdestoweniger jedoch von Einzelpersonen nicht akzeptiert wurden. Jedenfalls würde ich es gegebenenfalls keinesfalls zu oft benutzen, bestenfalls oder widrigenfalls seltenenfalls;-)
  • Endlich wird eines der größten Probleme der deutschen Sprache angegangen - das fehlende große "ß" (http://www.heise.de/newsticker/meldung/89748). Wenn man wie ich Rieß heißt, sollte man eigentlich ein besonderes Interesse daran haben, dass es das ß auch als Großbuchstaben gibt. Aber meinetwegen macht sich das Deutsche Institut für Normung sicher keine Gedanken. Es könne zu Verwechslungen kommen, wenn Wörter in Großbuchstaben geschrieben werden. Als glorreiches Beispiel muss dann stets "MASSE" herhalten. Normal geschrieben kann es sich freilich sowohl um "Masse" als auch um "Maße" handeln. Ähnlich nach der Einführung der Rechtschreibreform, als nahezu ausschließlich Delfin und Känguru als Beispiele genannt wurden (wenn man nicht gerade Zoodirektor oder Tierpfleger ist, schreibt man diese Wörter doch recht selten), gilt für Masse/Maße, dass sie sehr selten allein, vollkommen außerhalb eines Kontextes stehen. In einem solchen kann man jederzeit erkennen, was gemeint ist ("MASSE: 5,6 kg" oder "MASSE können Toleranzen aufweisen"). Ein Beispielsatz soll die unkritische Verwechslungsgefahr noch unterstreichen: "Das FLOSS FLOSS dahin bis ich mir in den SCHOSS SCHOSS, woraufhin ich in einem BUSSE BUSSE tat und anschließend GENOSS der GENOSSE MASSEN von dem in geringen MASSEN servierten Getränken." Früher half man sich übrigens mit "MASZE", ich kann mich an meine erste Kreditkarte erinnern, auf der "RIESZ" stand. Im nicht-ß-kennenden Ausland hilft das alles allerdings wenig. Eine kanadische Amtsperson war in heller Aufregung, als sie meinen Pass (damals noch Paß) sah und rief eine Kollegin an: "It looks like a 'B'." Ich brauche das große Eszett nicht unbedingt, aber wenn die Typographen unbedingt eines erschaffen möchten - bitte. Wo allerdings werden wir dann auf unserer Tastatur das "?" finden? Weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Versal-Eszett
  • Homonym der Woche: die Beize. Entweder kann es sich hierbei um eine Jagdform oder um Gerbflüssigkeit handeln. Wenn einem allerdings das Beizjagdglück hold war und ein Stück Wild mit Fell erlegt wurde, dann braucht man nach der Beize Beize, um das Fell haltbar zu machen.
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