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Deutschthemen zum Freitag - Das Blog
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Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Gern dürfen die Beiträge zitiert werden - über eine entsprechende Quellenangabe mit Link freue ich mich.

Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.


601 - 610 von 644 Ergebnissen
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41/2007

  • Thema bei heise.de: "Dezember-Patchday: Microsoft will Windows noch dichter machen" Der Dichter…äh…der Redakteur meint wohl sicherer. Vergangene Woche durften wir ja lernen, dass der Internet Explorer sicherer als Firefox sei - fand MS heraus. Erinnert mich an den Witz, dass ein amerikanischer Arzt herausgefunden habe, dass Rauchen nicht schädlich sei - gez. Dr. Marlboro. Interessant ist jedoch, dass sich das Gegenteil von dicht, also undicht, durchaus steigern lässt. Tropft es nur ein wenig aus einer Rohrleitung, so ist diese undicht. Wenn aus einer anderen Leitung jedoch ein richtiger Wasserstrahl herauskommt, ist sie undichter als die erste Leitung, oder?
  • Pleonasmus der Woche (runde Kugel): "Schluss-Resümee" (danke Peter) Ich empfehle, dieses in jedem Fall nach dem Prä-Vorwort zu ziehen.
  • Dass auch Zeichen und Symbole zu Missverständnissen oder komischen Situationen führen können, beweist folgender Dialog zwischen meinem Sohn (5) und seiner Mutter beim Zugehen auf eine Ampel mit Bedarfsschaltung für Fußgänger: "Mama, da hast du aber Glück, dass ich dabei bin - die Ampel ist nämlich nur für Männer!"
    Ampel.JPG




    Es ist schon sehr verwunderlich, dass Alice Schwarzer das hat bisher durchgehen lassen. Ich werde den Bundesverkehrsminister informieren, dass diesem Chauvinismus unverzüglich ein Ende gemacht wird.






  • Eben gehört: "Ich bin schon immer ein Anti-Fan von..." Nach Anti-Aging (steht sogar im Duden) jetzt noch das! Kann man ein Gegen-Fanatiker sein? Auf jeden Fall kann man gegen Fanatiker sein. Eigentlich hätte jedoch "Ich war noch nie ein Freund von…" oder nicht substantiviert "…lag mir noch nie." vollkommen gereicht.
  • Der Erfurter Domplatz wird in der Vorweihnachtszeit für den Weihnachtsmarkt genutzt und die Budenburg ist nachts abgesperrt. Das zugehörige Hinweisschild: "Bitte in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr den Platz umqueren." Die TA, in Gänze nicht unbedingt ein Ruhmesblatt wenn es um die deutsche Sprache geht, griff das auf und schlug augenzwinkernd vor, falls jemand durchqueren nicht könne, solle er es mit "durchrunden" versuchen.
  • Homonym der Woche: der Giebel. Sicher bekannt als senkrechter Dachabschluss (in vielen Städten im Norden gebaut als Treppengiebel), aber auch ein Fisch. Fängt man einen solchen und hängt ihn oben ans Haus, dann hängt ein Giebel am Giebel - was immer das bringen soll?!
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40/2007

  • Fehlerbeschreibung: "Sind diese Leerzeichen einmal da, dann lassen sie sich nicht mehr von Hand wegeditieren." (danke Peter) Eine sehr schöne Umschreibung für Löschen, oder?
  • Sven Fischer sprach als Ko-Kommentator vom "Ziel-Finish" (danke Peter) Sicherheitshalber kann man ja einmal dazu sagen, dass sich das Finish im Ziel abspielen soll, sonst hören die Sportler womöglich bei der Hälfte des Rennens auf.
  • Die OTZ vermeldet, dass "ein Gartenzaun durch Unfallflucht beschädigt" wurde (danke Steffen). Naja, tatsächlich kam der Gartenzaun durch den Unfall zu Schaden und der Täter beging danach noch Unfallflucht. Das ist eben so eine Sache mit dem "durch".
  • Falscher Bezug der Woche im Kicker: "... Der Kapitän und Torwart der Ostwestfalen wurde am Sonntagabend nach seinem Zusammenprall mit Bayern-Sürmer Miroslav Klose in ein Bielefelder Krankenhaus eingeliefert. Dabei zog sich der 34-Jährige einen Riss am Brustbein zu." (danke Wolfram) Wenn bisher Zweifel daran bestanden, dass es die Stadt Bielefeld überhaupt gibt - jetzt sind sie ausgeräumt! Immerhin wird man in dieser Stadt von rüden Krankenwagenfahrern derart schlecht behandelt, dass man sich bei der Einlieferung ins Krankenhaus schwer verletzen kann.
  • Die TA berichtet vom Erfurter Weihnachtsmarkt und dessen Internationalität: "Lob auf Englisch und Französisch war am Mützenstand auf dem Domplatz aufzuschnappen. 'Very nice', outeten sich zwei Frauen als Pariserinnen." Das hat freilich mit Deutschthemen nicht so viel zu tun. Interessant ist jedoch, dass ausgerechnet französische Staatsbürgerinnen Englisch sprechen und an diesem "Very nice" als Einwohner der Stadt Paris erkannt werden. Man möge sich gegenüber Journalisten daher vorsichtig verhalten, sonst wird man mit dem nächsten "Bon giorno" gleich zum Aleuten gemacht.
  • Werbetafel für einen Fernseher bei Aldi: LCD-TV „42“ (danke Heiko). Da dachte wahrscheinlich der Azubi, dass dort wo Gänsefüßchen oben stehen, auch irgendwo welche unten sein müssen. Gemeint war allerdings nicht ein Gerät vom Typ 42 sondern 42" (Zoll).
  • Unser Webinar-Werkzeug WebEx läuft neuerdings unter deutscher Oberfläche und dort, wo früher "Share Application" stand, steht jetzt "Eine Applikation teilen". Bei einer Demonstration unserer Software hatte ich anfangs Angst, der Applikations-Server könnte dabei kaputtgehen;-)
  • Sprachkonstrukt der Woche: "...denn die Beauftragung für die Migration ist jetzt geBANFt und auch freigegeben" (danke Carsten), wobei BANF = Bestellanforderung. Es gibt ja substantivierte Adjektive (z.B. das Schöne oder der Alte). Wie man aber sieht, kann man selbst Abkürzungen von Substantiven "ververben" (BANFen) und das Partizip Perfekt bilden.
  • Bei mdr-Info warnte eine Meldung Bewohner einer Insel vor einem Wirbelsturm: "…wurden davor gewarnt, mit dem Schlimmsten zu rechnen." Macht euch also keine Sorgen - es könnte noch schlimmer kommen.
  • Homonym der Woche: das Gros. Es handelt sich einerseits um den überwiegenden Teil einer Menge, aber das Gros ist auch ein Maß: zwölf Duzend. Wenn also jemand vom Gros des Gros' spricht, dann sollte es sich mindestens um mehr als sechs Duzend handeln.
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39/2007

  • Die OTZ zitiert Herrn Bundesinneninspektor Schäuble: "Die Bundespolizei werde nach dem Wegfall der Kontrollen an den Grenzen zu Polen und Tschechien in der Region sichtbarer sein als bisher." (danke Steffen) Es gibt dann dreivierteltransparente Polizisten und Polizistinnen. Im Ministerium wird derzeit an der Version des sichtbarsten Polizisten gearbeitet.
  • Post aus der Schweiz: "Mit der neuersten Version..." - einer weitere Möglichkeit, zu steigern. Neben neu, neuer, am neusten existiert nun auch am neuersten. Diese Version ist so neu, die gibt's noch gar nicht;-)
  • Bei mdr-Info: "Verkehrsminister Tiefensee dringt darauf, den Sachsensumpf trocken zu legen." Dringen bedeutet: ins Bewusstsein dringen im Sine von auffallen. Was hier eigentlich gemeint war, ist jedoch drängen (bitten, drücken jemandem zusetzen). Wenn etwas drängt, dann eilt es. Zu beachten sind auch die unterschiedlichen Vergangenheitsformen: dringen, drang/drang[e]st, gedrungen - drängen, drängte, gedrängt. Drängen ist der sog. Kausativ zu dringen, was bedeutet, dass es bei drängen um das Verb des Veranlassens geht und ich denke, dass Herr Tiefensee die Aufklärung der Korruptionsvorwürfe veranlassen möchte.
  • Pleonasmus (runde Kugel) der Woche: "Zukunftsperspektive" (danke Peter)
  • Heise.de schrieb diese Woche von "PayPal-Mitgliedern". Das wirft weniger in Fragen der Rechtschreibung Stirnrunzeln hervor, als vielmehr hinsichtlich der Tatsache, ob eine Bank (und PayPal ist mittlerweile eine solche) Mitglieder hat?! Wenn ihr also demnächst zu eurer Bank geht, so eröffnet das Gespräch mit: "Ich hätte gern einen Kredit. Ich bekomme doch bestimmt Sonderkonditionen, weil ich bereits Mitglied Ihrer Bank bin!"
  • Ein barbarischer Text: "Das Design ist individuell anpassbar, sowie das Logo einfügbar. Die werbefinanzierte Version ist kostenlos nutzbar." (danke Daniel) Einfach furchtbar oder eben fürchterlich.
  • Homonym der Woche: das Glas. Klar, ein Trinkgefäß. Aber auch eine halbe Stunde in der Seemannssprache. Der Seemann kann also durchaus ein Glas beim Glas sitzen.
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38/2007

  • Bericht in der TA über die Biathletin Kati Wilhelm: "In der kleinen Gruppe ging es individueller zu als…" Individuell hat zwei Bedeutungen. Entweder meint es das Individuum betreffend oder der Eigenart des einzelnen entsprechend, persönlich. Wenn es also bei individuell um das Individuum, einen einzelnen Menschen geht, dann kann es nicht gesteigert werden.
  • "Bahn bereitet Streikende vor" (danke Markus) Als bloße Überschrift, ohne dass man den Kontext kennt, sehr doppeldeutig. Der gesunde Menschenverstand sagt freilich, dass die Bahn das Ende des Streiks vorbereitet. Andernfalls fragen wir uns, worauf die Bahn die streikenden Lokführer vorbereiten sollte - doch nicht etwa auf die Aussicht eines eigenen Tarifvertrages?
  • Gelesen bei eBay: "Sie bieten hier auf 8 -Die kinder Uni CD's.Sie sind ab 7. Es sind sehr vile spanende Themen vorhanden,und man lehrnt sehr viel." (danke Su) Leider hat der Anbieter aus den CD nichts gelernt. Besonders für Dreher und Fräser sind die "spanenden Themen" gedacht;-)
  • Denglisch der Woche: "hat um 11:25 mit folgender Meldung gepaniced und neugestartet" (danke Karsten)
  • Eine (zu) hastig geschriebene SMS: "Bin beim Vortrag vom Bundesfinanzminister Steinbruch." Selbstverständlich könnten wir hier den verwendeten Dativ missbilligen (besser: "...des Bundesfinanzministers…"), aber bei "Steinbruch" zeigen sich wieder einmal die Schwächen von T9 - Steinbruch kommt in der Liste der Wahrscheinlichkeit deutlich weiter oben als Steinbrück. Hoffen wir, dass der Schreiber für diesen Fauxpas nicht in den Steinbruch muss;-)
  • Im Kicker-Online: "Der 38-jährige Kerpener fuhr in Barcelona ohne Traktionskontrolle an beiden Tagen Bestzeit, denn die ist ab nächstem Jahr verboten" (danke Wolfram) Klassischer Fall falschen Bezugs, denn natürlich ist mit dem Verbot die Traktionskontrolle und nicht die Bestzeit gemeint.
  • Homonym der Woche: der Bückling. Eine heute leider weitgehend unbekannte Höflichkeitsform als Verbeugung sowie ein geräucherter Hering. Ob Bücklinge Bücklinge machen, ist mir nicht bekannt.
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37/2007

  • Große Anstrengungen, dass Deutschland bei den nächsten Pisa-Studien besser abschneidet. Der Nestle-Konzern hat die Inkarnation der Schokolinsen, die Smarties im Angebot. Die gibt es in verschiedenen Verpackungen eine davon als Buchstaben-Domino. Auf jeder Seite der kleinen Schachtel befinden sich zwei Buchstaben nebst dazu passendem Bildchen. Beispiele: U wie Uhr, E wie Erde und H wie Heft. Neben dem D ist allerdings eine Tube abgebildet?! Vielleicht ist das aber auch absichtlich so - meine Jungs kamen allerdings etwas verunsichert angelaufen und fragten, ob Tube denn nicht mit T geschrieben werde.
  • Eine Meldung Radio in Bezug auf evtl. bevorstehende Fankrawalle beim Fußball: "…dass die Sicherheitskräfte im Vorfeld reagieren können." (danke Peter) Manche sind eben ihrer Zeit voraus...
  • "geloadbalanct" (danke Steffen) Auch "loadbalancen" ist inzwischen ein deutsches Verb und benötigt daher ein Partizip Perfekt;-)
  • Gefunden im Drucker - ein Marketingfragebogen, Überschrift: "Wegweißer zum Shoperfolg". Damit haben wir, konträr zum "blau-weisen Symbol" von letzter Woche Leute, die die uns etwas weiß machen wollen. Passend zur kommenden Jahreszeit, wird der Weg weiß - hoffentlich habt ihr alle schon die Winterreifen aufgezogen.
  • Homonym der Woche: der Flor. Als bezeichnet man die Blüte oder Blütenfülle, aber auch eine samtartige Gewebeoberfläche. Wenn also Blüten auf einem Samtstoff sind, dann ist Flor auf dem Flor. Übrigens: Nicht verwechseln mit Fluor (chemisches Element), Flour (engl. für Mehl) und Flur (der Flur: Gang in einem Gebäude; die Flur: Wiesen und Lichtungen in der Natur)
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36/2007

  • Eine inzwischen gute Tradition bei ePages in Jena ist die sog. Obstfee. Ziel ist es, den Koffein-Süchtigen auch ein paar Vitamine aufs Auge zu drücken. Ein Mitarbeiter pro Woche kümmert sich darum, für die Kollegen frisches Obst zu besorgen und in der Küche nett herzurichten. Danach folgt eine E-Mail an alle, dass es eben jetzt Obst gibt. Der Ideenreichtum dieser Nachrichten ist enorm. Wie meistern die männlichen Kollegen die Schwierigkeit, "die Obstfee" zu sein? Schöne Varianten waren letztens "Der Obstfee-nrich" sowie dessen Bruder "Der Obstfähnrich".
  • "Ein Punkt, wo ich Augenmerkmal darauf legen möchte..." Wenn man auf etwas besondere Aufmerksamkeit lenken möchte, so ist es das Augenmerk. Augenmerkmale interessieren evtl. demnächst die Datensammler, welche gerade Fingerabdrücke in Reisepässen verewigen. Auf Augenmerkmale legt man vielleicht besonderen Wert, wenn einen jemand nachmittags im Café anlächelt oder man legt keinen Wert darauf, wenn man Boxer ist. Es sollte im stilistischen Sinn noch hinzugefügt werden, dass der Satz mit "Ein Punkt, worauf ich Augenmerk legen möchte…" noch besser geklungen hätte.
  • Gehört auf dem Partnertag in Berlin: "Hauptschwerpunkt" Es gibt Punkte, Schwerpunkte und Hauptschwerpunkte. Das ist ein bisschen wie beim Militär, denkbar wären also noch Oberstschwerpunkte und Generalschwerpunkte.
  • Denglisch der Woche (bei Heise.de): "Norton AntiVirus for Macintosh macht Mac unsicher" - wenn man nur acht Buchstaben entfernt und sechs andere wieder hinzufügt, wird es gleich: "Norton AntiVirus for Macintosh makes Mac unsafe" - das ist nicht nur kürzer, sondern auch kaum verändert.
  • "Die Shopping 24 GmbH, eine Tochter der Otto Gruppe, launchte seine Plattform Smatch.com." (danke Daniel) - eine klassische Verwechslung des Genus durch Verlust des Bezugs (dabei ist der Satz gar nicht so lang). Überhaupt sind fast ausschließlich weibliche Beteiligte in diesem Satz: die GmbH, die Tochter, die Gruppe und die Plattform. Sollte denn "der Otto" so stark und mächtig gewesen sein?
  • Aus unserem Bug-Tracker: "Wie dieses blau-weise Symbol aussehen soll, ist künstlerisch offen." Mitnichten wurde das ß mit der neuen Rechtschreibung gänzlich abgeschafft! Oder war gemeint, dass das Symbol besonders klug ist? Dann hört, hört: Wir werden bei ePages demnächst blau-schlaue Symbole haben!
  • In unserer eigenen Feature-Liste für ePages 5.04 steht - bar jeder Vernunft - "kaufbar"! Glücklicherweise aber nicht in der Applikation selbst, dort wird richtig "käuflich" benutzt. Oder war "kaufbar" als Substantiv (die Kaufbar - folglich eine Bar, an der man etwas kaufen kann) gemeint? Und wenn man eine solche Kaufbar erwerben kann, dann ist es eine käufliche Kaufbar.
  • Aus einem Newsletter eines unserer Händler bzgl. der Wartung bei seinem Provider: "Es wurde Angekündigt ,das in der Nacht vom 6 auf den 7 .11.2006 ein Abdate mit Neuerungen ausgeführt wird ." So viele Fehler in einem Satz - Groß-/Kleinschreibung, Leerzeichen an falschen Stellen, "das" statt "dass", aber "Abdate" ist der Hammer, oder? Da möchte man dem Schreiber zurufen: "Shut ab!"
  • Die TA interviewte den Rennrodler David Möller und darin sind gleich mehrere Highlights versteckt:
    • Wahrscheinlich liegt es am Namen, er sagt "Ich bin ja auch selbstkritisch gegen mich." (Der Fußballer Andreas Möller sagte einst "Ich bin ja sehr selbstkritisch, auch mir selbst gegenüber.")
    • Weiter: "Mir kam die Verletzung in so fern recht…" - auf diese Weise meckert die Rechtschreibprüfung keinesfalls. Wenn man ein Wort in möglichst viele passende Bestandteile zerlegt, muss es - auch wenn die Getrennt- und Zusammenschreibung durch die Rechtschreibreform vielleicht nicht einfacher wurde - nicht richtig sein. Insofern wird insofern immer noch als ein Wort geschrieben, darf aber selbstverständlich in|so|fern abgeteilt werden.
  • Homonym der Woche: das Futter. Es kann sich einerseits um Nahrung für Tiere und andererseits um die innere Stoffschicht für Oberbekleidung handeln. Für Motten kann also das Futter das Futter sein.
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35/2007

  • Was bedeutet eigentlich der Hinweis “enteisent” auf Mineralwasserflaschen? Dass dem Wasser Eisen weitgehend entzogen wurde. In einer abgefüllten Wasserflasche würde Eisen nämlich schnell braun-rötlich ausflocken und das sieht weder gesund noch lecker aus. Enteisent ist übrigens des 2. Partizip des Verbs „enteisenen“.
  • Gleich zwei Kandidaten für den Pleonasmus der Woche:
    • Die Aussage eines Politikers, gehört auf mdr-Info: "…um nur ein exemplarisches Beispiel zu nennen."
    • "Das war nur ein Test-Versuch."
  • "Der Kunde kann zubuchen, wenn er mehr Leistung braucht und wegbuchen, wenn er weniger benötigt." Wegbuchen? Das könnte ich mir als Werbebotschaft eines Reisebüros vorstellen: "Buchen Sie sich weg von hier."
  • Freud'scher Versprecher eines Referenten von Microsoft auf der UsabilityWorld: "Vielleicht benutzt der Entwickler .Not"
  • Denglisch der Woche: "Dann könnt ihr eure Lead-Statis in unserem CRM updaten." Nicht allein Denglisch, auch Statis als Plural von Status. Hatten wir bereits, aber noch einmal zur Erinnerung: Die Mehrzahl von Status ist weder Stati, noch Statis, noch Statusse (und auch nicht Statuen;-) - sondern Status (gesprochen mit langem u).
  • Gelesen in der FTD (Financial Times Deutschland): "Herdprämie" als Bezeichnung für Betreuungsgeld. Ich wage einmal, diesem Begriff eine gute Platzierung bei der Wahl zum "Unwort des Jahres" vorauszusagen.
  • Die Deutsche Bahn bereitet uns nicht allein durch ihre Ansagen und jüngst auch durch die Streiks viel Freude und Aufregung, auch der Newsletter bietet ein Füllhorn von Themen:
    • Werbung für eine "Jugend BahnCard" (ja, geschrieben mit Deppen-Leerzeichen): "Und das unabhängig davon, ob ein Elternteil im Besitz einer BahnCard ist, oder nicht." Wozu eigentlich das zweite Komma? Handelt es sich um eine Aufzählung, einen Nebensatz oder ...?
    • Eine eigene Meldung im Newsletter: "Aus Nachtzug wird City Night Line" Seit der Fußball-WM im letzten Jahr versuchen zumindest die ICE-Zugbegleiter einige englische Ansagen (manchmal klingt es grausig), aber ich würde auch heute noch bei der Auskunft nach Verbindungen fragen - muss jedoch nun zum Service Point gehen. Einfach nur umbenennen und sonst nichts ändern? Macht ja nicht einmal Microsoft! Weil die Bahn aber Angst hat, dass City Night Line nicht alle verstehen könnte, hießt es im Text weiter: "Besuchen Sie Europas schönste Metropolen - beispielsweise Amsterdam, Kopenhagen oder Zürich mit dem Nachtzug..." Gute Nacht.
    • "Oktober Highlights - 4 Städte im Rampenlicht!" Rein sprachlich ist an dieser Meldung nichts auszusetzen. Allerdings scheint der Wert angesichts der Tatsache, dass der Newsletter mich am 31.10. erreichte, mehr als zweifelhaft.
    • "Das unvergleichbare kulturelle Angebot..." Keine Angst, liebe Sprachpfleger, dieses Adjektiv heißt nach wie vor unvergleichlich, auch wenn die bar-Seuche immer weiter um sich greift.
    • "Erleben Sie…ein feierliches Entertainment." Warum schreiben die nicht gleich "...solemnly entertainment"?
  • Homonym der Woche: der Abzug. Klar, als Kunde denkt man sofort an einen Rabatt. Es kann sich aber auch um einen Schornstein (Rauchabzug) oder einen, den Schuss auslösenden, Teil einer Schusswaffe handeln. Merke: ePages gewährt nicht so viel Abzug, sonst geht zu viel Kohle durch den Abzug und am Ende betätigen wir den Abzug.
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34/2007

  • Gelesen bei T-Home: "T-Pay Logo für den Einsatz auf Ihrer Website (jpg, psd) - jeweils für positiven und negativen Hintergrund" - aber wer möchte schon ein T-Pay-Logo und gibt dabei zu, dass er einen negativen Hintergrund hat?
  • Auf der Verpackung chinesischer Essstäbchen: "Ess-Steabchen Gutenappetit" (danke Heiko) Sicher, es ist für einen Chinesen nicht einfach mit der deutschen Sprache. Aber diese wenigen Worte vor dem massenhaften Druck von einem Muttersprachler überprüfen zu lassen, hätte nicht einmal drei Flühlingslollen gekostet.
  • "Die Spezifikation kann bestenfalls als ungenügend betrachtet werden." - also wenn schon der beste Fall nur ungenügend ergibt, dann möchte ich lieber nicht wissen, was im schlimmsten Fall passiert?!
  • Aus dem Programm der UsabilityWorld: Arndt Groth, Pionier des europäischen Internet-Marketings, CEO von "ePages Software" - warum steht unsere Firma in Gänsefüßchen? Ist es ein Zitat? Nein. Oder weil es gar keine richtige Software ist? Nein!!! Die Anführungszeichen lassen den Satz nämlich eigentlich lauten: "Arndt Groth…CEO der sogenannten ePages Software." Die Gänsefüßchen gehören da nicht hin. Siehe: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,364349,00.html
  • Neben "meine persönliche Meinung" gibt es, wie ich in dieser Woche am Bahnhof lernte auch noch "Das ist mein persönliches Problem." Welch ein Glück, dass es kein unpersönliches Problem ist und noch besser: Es ist seines und nicht meines;-)
  • Beim abendlichen Vorlesen für meine Buben: "Diplodocus hatte durch die Leichtbauweise seiner Knochen maximal 10t Gewicht. Die Wirbel waren innen hohl." Nun fragte ich mich, ob denn Wirbel oder andere Dinge auch außen hohl sein können? Eigentlich bedarf es doch einer Hülle, welche den Hohlraum umschließt oder es handelt sich um einen Körper, welcher ausgehöhlt wurde. In diesem Zusammenhang fällt mir die physikalisch unkorrekte, aber sehr treffende Definition für ein Loch ein: Ein Loch ist nix und was drum rum.
  • Mercedes-Sportchef Norbert Haug zur Formel 1-WM: zweimal 109 ist nicht besser als 110. (danke Steffen) Ehe ihr jetzt zu Taschenrechner oder Excel greift - zwei Fahrer mit je 109 Punkten brachten Mercedes eben nur Platz zwei und drei in der Fahrerwertung und mit 110 Punkten wurde man Weltmeister. Aber dass ein Ferrari schneller als ein Mercedes ist, haben wir doch schon immer gewusst;-)
  • In einem Banner: "Ein Gratis-Geschenk ist Ihnen bereits sicher!" (danke Wolfram) Dem Verfasser des Textes ist der Titel "Pleonasmen-Schreiber der Woche" sicher, wenn er den kostenpflichtigen Preis bezahlt.
  • Die Steigerung von "Er hat in verschiedenen Ländern gelebt." ist "Er hat in ganz verschiedenen Ländern gelebt." (danke Markus) Erst einmal können wir froh sein, dass die Länder noch leben und nicht verschieden sind;-). Mit "ganz" hat es so seine Eier in unserer Sprache - je nachdem, in welchem Kontext es steht. "Es geht mir ganz gut." bedeutet ja eher, dass es nicht so gut geht, könnte in jedem Fall besser sein. Aber vielleicht war die Steigerung bzgl. der Länder ja gemeint als: er lebte nicht einfach ein paar Jahre in Deutschland und Österreich (nicht ganz so unterschiedliche Länder), sondern vielmehr in der Schweiz, Ungarn und Laos. Die können sicher als grundverschieden gelten.
  • Homonym der Woche: die Fessel. Eine Kette oder ein Band, mit dem man gefesselt ist sowie ein Teil des Beines. Man kann also Fesseln um die Fesseln haben.
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33/2007

  • "Da der Server XYZ als neuer Backup-Server eingerichtet werden soll wird er spätestens Montag den 15.10.2007 abgeschalten." Nicht allein, dass in diesem Satz zwei Kommas fehlen (hinter "soll" und "Montag"). Schlimmer ist, dass das Partizip Perfekt Passiv gut begann "eingerichtet", aber dann bei abschalten stark nachließ. Der Server wird selbstverständlich abgeschaltet. Alle Verben mit "schalten" werden schwach gebeugt, abgeschalten gibt es also nicht. Aber, trotz starker Beugung - der Server wird dann trotzdem nicht mehr verfügbar sein;-)
  • Aus einer Medion-Werbung: "aller Vorzüge digitaler Fernsehtechnologie: 2 HDMI-Eingänge mit HDCP-Entschlüsselung, 2 analoge Tuner" (danke Wolfram) So, so - Vorteile digitaler Technik sind also analoge Tuner. Naja, schließlich gibt's auch Waschvollautomaten mit dem Programm Handwäsche.
  • An der Buga-Kasse: "Eintrittskarten für 1 Erwachsenen und 1 Kind" - "Das wären dann 23 €." Auf diesen Konjunktiv musste ich einfach entgegnen: "Ich will aber immer noch hinein!" Verdutztes Gesicht der Kassiererin und ich sagte, dass ich ja nicht gefragt hätte: "Was würde es denn kosten, wenn ich mit meinem Sohn auf die Buga wollte." Sie meinte also eigentlich "Das kostet 23 €." und weil ich dann nicht länger erklären wollte, hab ich schnell bezahlt;-)
  • Kindermund der Woche: "Wenn wir die Blumen zu oft gießen, dann sind sie übersoffen." - das kommt davon, wenn man die Kinder an der Hausarbeit beteiligt.
  • Beschwerde eines Kunden nach Rücksprache mit seinem Rechtsanwalt. Der Text innerhalb des Bestellprozesses "Ich habe die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen und erkenne sie hiermit an." wäre abmahnwürdig und müsse stattdessen lauten "Ich akzeptiere die Allgemeinen Geschäftsbedingungen." Nun sind allerdings "anerkennen" und "akzeptieren" Synonyme!? Aber wenn schon eine Sprache nur manchmal logischen Gedankengängen folgt - Juristen wohl noch weniger. Nach Rücksprache mit Trusted Shops erwies sich unsere synonyme Deutung jedoch als genauso richtig.
    Eines lehrt uns dieses Beispiel hingegen eindrucksvoll: So klein sind die Probleme bei der Nutzung unserer Software inzwischen geworden;-)
  • Denglisch der Woche: "Sobald die Pilotanlage in Produktion ist, soll nach einem modularen Ansatz die Möglichkeit bestehen, diese Anlage weltweit (gecustomized auf die lokalen Bedingungen) auszurollen." (danke Ilka) - hoffentlich hat die Anlage auch Rollen.
  • "Anbei senden wir Ihnen unser neues Logo zur Einpflege in die Epages Seite" (danke Daniel) Ja, die korrekte Schreibweise unseres Firmennamens ist für viele eine zu große Hürde und ein Bindestrich gehört freilich auch dazu: ePages-Seite. Aber Einpflege - das ist doch mal was, oder? Vorschlag an unsere Marketingabteilung: Daniel wird Senior-Einpfleger und die damit verbundene Gehaltserhöhung lassen wir uns von den Partnern mit einer Einpflegeversicherung bezahlen;-)
  • Homonym der Woche: die Finne. Es kann sich hierbei um die Jugendform bestimmter Bandwürmer, die Rückenflosse von Hai und Wal, spitze Seite des Hammers und um einen Höhenzug in Thüringen handeln. Wenn der Wal also in der Finne eine Finne hat, so sollte man sie nicht mit der Finne rausschlagen - und in Thüringen schon gar nicht, da gibt's nämlich nur sehr, sehr wenige Wale.
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32/2007

  • Die TA schreibt: "Werner Lorant ist als Trainer von Fußball-Regionalligist SpVgg Unterhaching selbst zurückgetreten." Nicht allein die Missachtung des Genitivs (Wessen Trainer war er? Des Regoinalligisten...) ist hier zu bemängeln. Kann man eigentlich auch nicht selbst zurücktreten, zurückgetreten werden sozusagen? Schon - bzw. kommt dieser Fall sogar wesentlich öfter vor, nur heißt es dann eher "wurde beurlaubt" oder "von seinen Aufgaben entbunden/freigestellt". Dass ein Trainer selbst die Konsequenzen zieht, war also für die Zeitung so eindrucksvoll, dass sie meinte, wir müssten gesondert darauf hingewiesen werden.
  • Denglisch der Woche: "Ich habe mit ihm geICQed." Wenn das Verb von "den Nachrichtenservice ICQ benutzen" also "ICQen" heißt, dann muss das Partizip Perfekt davon folgerichtig "geICQed" heißen. Erreichte man den Menschen allerdings nicht via ICQ, so hat man evtl. mit ihm "geskyped" oder "geskypt";-)
  • Frage und Antwort in der Zeitschrift "TEST" der Stiftung Warentest: "Was macht heute ein gutes Geschichtsbuch aus?" "Sie müssen ganz vielen Ansprüchen standhalten…" (danke Wolfram) Stilistisch sollte man auf die Frage im Singular nicht im Plural antworten. Selbstverständlich geht es am Ende nicht um ein einziges Buch für alle Schüler, ja es wird sogar mehrere (viele?) verschiedene in Deutschland geben, weil die Föderalismusreform die Bildungshoheit ja weitgehend den Ländern zugesprochen hat. Somit ist sichergestellt, dass es Lehrer beim Wechsel des Bundeslandes schwer haben, von den Schülern ganz zu schweigen.
  • Aus einer Stellenanzeige in der TA: "Zu Ihren Aufgaben gehört…Analyse und Lösung von Hard- und Softwarelösungen" - hier werden also Lösungen gelöst. Weiter stand da noch: "SAN Storagesystem" - was ausgeschrieben bedeutet: "Storage Area Network Storagesystem" und überhaupt sollte es "SAN-Storagesystem", also mit Bindestrich geschrieben werden. Gelöste Lösungen erinnern mich an einen früheren Kunden, der mich immer fragte "Macht die Software-Ware das?"
  • Der Dativ auf dem Vormarsch (bei Heise.de zum Führungswechsel bei Intershop): "Der Führungswechsel sei 'von Anfang an so geplant' gewesen, sagte Intershop-Unternehmenssprecherin Ute Danz laut einem Bericht der Thüringer Allgemeine." Nun handelt es sich bei "einem Bericht" allerdings um ein sog. bekleidetes Hauptwort und hier muss der Genitiv verwendet werden "laut eines Berichtes". Im Gegensatz dazu das unbekleidete Hauptwort "laut Fehlermeldung...".
  • Homonym der Woche: der Kater. Klar, eine männliche Katze und auch die Nachwirkungen nach übermäßigem Alkoholgenuss (meist begleitet von einem weiteren Homonym: der Brand). Liebe Tierfreunde, gebt eurem Mäusejäger also keinen Schnaps ins Futter, sonst hat der Kater einen Kater. Hat der Kater auch ohne Alkohol einen Kater, dann ist er schwul.
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