Deutschthemen zum Freitag - Das Blog
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Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Gern dürfen die Beiträge zitiert werden - über eine entsprechende Quellenangabe mit Link freue ich mich.

Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.


631 - 640 von 651 Ergebnissen
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18/2007

  • Anzeige in der Zeitschrift Yacht: "Canada - Neupfundland - Azoren. Erfahrener Skipper mit 65' Segelyacht sucht…" - na immerhin schreibt er nicht "Neunpfundland". Der weniger mit Segeln am Hut habende Bayer würde sagen "Einfach pfundig!"
  • Denglisch der Woche: "Die Time-to-market wird massiv gesenkt"
  • Eine Meldung bei MDR Info: "Die Spiele der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz sind damit im öffentlich-rechtlichen TV zu sehen und zu hören." Oha - der Zusatz "zu hören" war überaus wichtig. Jeder hätte sicher sonst angenommen, die Spiele würden stumm übertragen und wir müssten auf die Sprüche von Kerner, Beckmann & Co. verzichten. Gleiches ereilt mich manchmal auf Bahnhöfen: "Der Regionalexpress 1234 nach Dummsdorf fährt heute abweichend am Gleis 6 ein und aus." Wohl keiner der - nun am falschen Gleis wartenden - Menschen hätte vermutet, dass der Zug am Gleis 6 einfährt, die Leute aussteigen lässt und dann auf ein anderes Gleis fährt, um die neuen Passagiere aufzunehmen.
  • Aus einem Interview mit Martin Schallbruch (IT-Direktor des BMI, c't 12/2007) zum digitalen Personalausweis: "Mit dem elektronischen Personalausweis werden wir die Lösung des Problems von der Kartenseite her befördern…" Das ist typisches Deutsch der öffentlichen Verwaltung. Kann man die Lösung eines Problems befördern? Man eine Lösung fördern, zur Lösung beitragen oder neuerdings pushen. Befördern, also transportieren muss man die Lösung i.d.R. nicht. Schließlich hälfe (ja - das ist der Konjunktiv von "helfen") es keinem Kunden, in unserem nächsten Newsletter zu lesen: "ePages befördert die Lösung aller offenen Bugs." Man könnte meinen, wir transportierten das Bugfixing zu unseren Partnern.
  • "Die sind sehr sichtbar.", "Das ist schon wesentlich realistischer." und "Wie können wir das noch transparenter darstellen?" sind die Steigerungsformen der Woche. Natürlich waren das alles Marketingsprüche;-)
  • "Der VfB Stuttgart verlängerte mit seinem Manager Host Heldt bis 2012." - fehlt da nicht ein Objekt? Was verlängerte man bei oder mit Herrn Heldt? Nun könnte Horsti mit seinen gerade 1,69m Körpergröße etwas größer sein, aber er ist ja nicht mehr aktiver Fußballer. Vermutlich ist die Zusammenarbeit und damit der Vertrag gemeint. Irgendwie zeichnet die Tendenz im Fußball ab, im Zusammenhang mit dem Wort Vertrag etwas wegzulassen. Bastian Sick griff das in seinem letzten Buch auf: "Ich habe Vertrag bis 2009." Ließ man dort noch den unbestimmten Artikel weg, ist es jetzt schon das gesamte Wort Vertrag - offenbar ein so heikles Thema, dass man es "mit spitzen Fingern" anfasst.
  • Homonym der Woche: das Gericht. Das hohe Gericht isst gerade ein Gericht, das ist zwar ein Gedicht, erhöht aber das Gewicht.
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17/2007

  • "Umverpackung" Es handelt sich dabei um einen Pleonasmus (weißer Schimmel). Mit der Vorsilbe "um-" gibt's offenbar so manche Schwierigkeit. Die Verpackung wird wohl kaum innen und das eigentlich Produkt außenherum sein, oder? Weitere überflüssige "um-" findet man in: umwenden, umändern, umbewegen und umwechseln. Kann es sein, dass mit "umwenden" eine Wendung um 360° gemeint ist, wenn "wenden" allein schon 180° bedeutet? "Umändern" würde dann folgerichtig die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes heißen, nachdem bereits "geändert" wurde. Oder eine Änderung der Änderung. Das kommt zwar immerhin recht oft vor, kann aber bestimmt nicht aus umändern geschlossen werden. Ein ganz harter Fall der letzten Zeit war "wurde...verumwechselt". Besonders im sächsischen Raum kann es einem passieren, dass man nach dem Weg fragt und in der Antwort kommt "Da müssen Sie einen Umbogen machen." vor (der echte Sachse sagt natürlich "Da missen'se en Umbooch'n mach'n.").
  • "Kleinod" ist der schönste bedrohte Begriff der deutschen Sprache. Das Kleinod hat übrigens zwei Pluralformen: Bei "die Kleinode" handelt es sich um Kostbarkeiten, "die Kleinodien" hingegen bezeichnen Schmuckstücke. Man möge also Kleinöde auf jeden Fall vermeiden.
  • Auf der Webseite von Antenne Thüringen bei den Verkehrsmeldungen: "Stadtgebiet Erfurt Auf Grund des Grönemeier Konzertes sind im Stadtgebiet die Park und Reit-Möglichkeiten zu nutzen." Ja, singt denn der Herbert jetzt auch Country-Songs? (Natürlich muss ich auch noch die fehlenden Bindestriche "Grönemeier-Konzertes" und Park-" anmeckern.)
  • Homonym der Woche: der Ball. Natürlich zunächst ein Spielgerät sowie ein Tanzabend. Und da haben wir sie auch gleich, die Alternativbeschäftigung für fußballlose Wochen - einfach mal Tanzen gehen.
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Mehr über: pleonasmus
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16/2007

  • Zunächst gab's ein Interview mit dem frisch wiedergewählten Fifa-Präsidenten Sepp Blatter. Er tritt seine dritte Amtszeit an und ist zweifellos ein Mann der Superlative. Das kommt auch in seinen Äußerungen zum Ausdruck: "Die Fifa ist neutraler als die Schweiz." Auch der Interviewer kommt Herrn Blatter in seiner Fragestellung: "Die Fifa ist…das internationalste Gebilde der Welt." entgegen. Das lehrt uns also, dass neutral und international steigerungsfähig sind
  • Im gleichen Interview offenbart der Sepp auf die Frage "Was lesen Sie?" noch: "Kurzbiografien, manchmal Krimis, Kreuzworträtsel, Sudoku." Also bei Kreuzworträtseln kann man zumindest die Fragen und nach erfolgreicher Lösung, die Lösungswörter lesen. Aber immer die Regeln für Sudoku zu lesen, wäre mir auf Dauer zu langweilig. Es sei denn, Herr Blatter liest die Sudoku-Lösung Zeile für Zeile als Zahl - mit beliebigem Währungssymbol
  • Denglisch der Woche: Aus einer Werbung von airberlin.com: "One-Way-Komplettpreis für ausgesuchte Flüge. Jetzt auch Quick- und Web-Check-in!"
  • Der Feuilleton-Teil meldet: "…die große Zeit der Malerei sei vorbei. Plastik kommt." Nun ist gegen den Begriff "Plastik" als solchen, noch dazu im Zusammenhang mit Kultur, durchaus nichts einzuwenden. Allenfalls "Plastiken" wäre in dem Zusammenhang besser gewesen, weil ja wahrscheinlich nicht nur eine einzige Plastik im Kommen ist. Plastik wird neuerdings als Bezeichnung für allerlei Kram benutzt, welcher auf chemischem Wege das Licht der Welt erblickte. Im Osten wurde dafür früher stets "Plaste" verwendet. "Plaste und Elaste aus Schkopau" war ein Werbespruch. Aber seitdem die Treuhand sowohl Buna (Schkopau) als auch Leuna recht klein machte, hielt Plastik Einzug. Dabei wäre bzw. war Plaste aufgrund der Mehrzahl der durchaus treffendere Begriff - schließlich handelt es sich bei nahezu allen Produkten der chemischen Industrie um Mischungen diverser Plastmaterialien, Kunststoffe eben. Aus solchen können oben erwähnte Skulpturen auch bestehen, das wären dann Plastik-Plastiken
  • Bundestrainer (Fußball) Joachim Löw: "Die Kräfte ließen zunehmend nach." Wenn etwas zunehmend nachlassen kann, dann brauchen wir uns über Negativwachstum nicht so sehr zu wundern. Klar, jetzt kommen die Mathematiker und sagen, dass der negative Betrag wachsen kann, aber es klingt einfach komisch. •Noch mal Herr Löw: "Man merkt, dass Spieler wie Ballack fehlen - gerade, wenn sie nicht spielen." Aha - Ballack kann also auch fehlen, wenn er spielt! Oder man merkt es dann weniger.
  • Und noch mal Fußball: Ein griechischer Spieler heißt bezeichnenderweise Nikos Liberopoulos. Klar - wenn sogar der Trainer in Rehakles umbenannt wurde. Falls also jemand gern in der deutschen Nationalmannschaft spielen möchte, hätte er vielleicht als Sepp Torwächter, Otto Blutgrätsche oder Paul Stürmerer gute Chancen.
  • "…das ist auch soweit vollständig, es fehlt nur noch…" - eine elegante Möglichkeit, Unvollständigkeit auszudrücken, oder? Hierein fällt auch die Frage: "Ist xyz fertig?" Antwort: "Im Prinzip ja, aber…" (auch bekannt als "Anfrage an Sender Jerewan")
  • Aus einer tegut-Werbung: "Tauchset Fitschi mit Schnorchel, Flossen..." Google liefert immerhin über 28.000 Treffer auf "fitschi", aber es sind i.d.R. Nicknamen. Google schreibt aber gleich auch "Meinten Sie: fidschi" (da gibt's dann über 5 Mio. Treffer). Manchmal kann man auch "Fidshi" lesen, was wohl "englischer" aussehen soll, aber im Englischen heißen die Inseln nördlich von Neuseeland Fiji Islands. Des Weiteren ist "Fidschi" auch die Sprache und es gibt den Fidschi-Dollar. Nun kann tegut seine Produkte benennen wie es will, aber der Verdacht auf einen Fauxpas liegt sehr nahe, wenn es sich um Artikel handelt, die man z.B. bei einem Urlaub auf einer der ca. 330 Inseln gebrauchen könnte. Aber als Vorschlag für die nächste Werbebeilage: "Taschentücherset Hatschi"
  • Homonym der Woche: die Base. Einerseits steht die Base für eine chemische Verbindung (Gegenstück wäre die Säure) und andererseits ist es die etwas veraltete Bezeichnung für die Cousine (männliches Pendant ist der Vetter). Es gibt ein Säure-Base-Gleichgewicht, was aber nicht bedeutet, dass deine Cousine sauer auf dich ist.
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Mehr über: denglisch, fußballer
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15/2007

  • Eine Kategorie bei den Homepages von T-Online heißt: "Auto & KFZ". Demnach ist also ein Auto kein Kraftfahrzeug? Tautologien dienen eigentlich eher zur besonderen Betonung eines Sachverhaltes (z.B. "ganz und gar" oder "immer und ewig"). Bei "Auto & KFZ" handelt es sich allerdings eher um eine Untermenge und man hätte besser "Auto & andere KFZ" oder "Auto & Verkehr" schreiben sollen. Kein Obsthändler würde schließlich auf die Idee kommen, "Äpfel und Obst" über seinen Laden zu schreiben, oder?
  • In eine ähnliche Kategorie - nämlich die der Pleonasmen - fällt die Bemerkung der Frontfrau der Gruppe "Wir sind Helden" in einem Interview: "Für mich ist das völlig eindeutig." Eine solche Übertreibung schrammt hart am "weißen Schimmel" und "runden Ball" vorbei. Niemand hätte wohl beim Verzicht auf "völlig" vermutet, dass es nur "halb eindeutig" hätte sein können.
  • Meine Jungs klebten diese Woche einen Zettel an die Tür zum Kinderzimmer: "Nur für Personal. Betreten für Unbefugte verboten. Eltern haften für irre Kinder." Eltern haften ja für ziemlich alles, also auch für kleine Rechtschreibfehler von 8-Jährigen und immerhin galten die Eltern (diesmal) nicht als "Personal".
  • Die Avenida-Therme kündigt eine "Sommer-Opening Party" an. Feinstes Denglisch in einer schönen Bindestrich-Deppenleerzeichen-Kombination.
  • "Weiterhin ist eine Darstellung...der Webpräsens gut." Webpräsens oder Webpräsenz? Ja, auch das Web hat Zeitformen. Web 1.0 war "Webpräteritum", Web 2.0 ist "Webpräsens" und Web 3.0 wird "Webfutur" sein. Oder anders: ePages 4.5 war Shopplusquamperfekt!
  • Denglisch der Woche: "Wörding" (danke Uwe) Spiegel.de meldet die Diskussion über die Besteuerung von Prostitution. Es gibt eben neben Netto und Brutto auch noch "Nutto";-)
  • Letztens musste ich mir den Vorwurf anhören, Kontaktanzeigen zu lesen. Es ist aber auch zu schön, was unsere Mitmenschen dort so mitteilen. Diese Woche zählte ein Mittvierziger in der TA seine Eigenschaften auf und erwähnte "…kann auch mal menscheln." Wie bitte, was kann er? Menscheln? Freilich gibt's Verben, die auf "-eln" enden, z.B. heucheln, pendeln und hecheln. Aber was bitte meint der gute Mann mit "menscheln" in einer Kontaktanzeige? Bei Google erhält man bei der Suche nach diesem Wort immerhin 19.400 Treffer! Spiegel Online titelt bspw. "Lizenz zum Menscheln" in Bezug auf den letzten Bond-Film. Von Management-Trainern wird der Begriff in Zusammenhang mit einer gewissen Kumpelhaftigkeit des Chefs benutzt. Wäre es aber nicht eher menschlich, das gute deutsche Adjektiv "menschlich" zu benutzen? Freilich - in der Kontaktanzeige würde "…ich bin auch mal menschlich…" eher geringe Chancen eröffnen.
  • Nochmal Denglisch: Wie lautet das Partizip Perfekt von cachen? Gecached, gecacht oder gecachet? Alle drei Varianten habe ich schon gesehen. Wie wäre es mit zwischengespeichert;-)
  • "Wir sind Papst!" skandierte die Unterschichtjournalie nachdem das letzte Konklave erfolgreich war. In einer Diskussion fiel diese Woche im Analogieschluss "Wir sind Perl." - freilich in Anspielung auf die von uns verwendete Programmiersprache. Ja, was dem Katholiken der Stellvertreter Gottes auf Erden ist, ist unseren Entwicklern eben ihr Perl. Und für uns alle gilt: "Wir sind ePages!"
  • Homonym der Woche nach Abschluss der Bundesligasaison heute: der Pass. Der Pass kann eine geografische Bedeutung haben (im Gebirge), er kann als Ausweis im Reiseverkehr dienen und eben im (Ball-)Sport vorkommen. Eine besondere Ausprägung ist hier der Laufpass, der aber auch außerhalb des Sports bei Auflösung zwischenmenschlicher Beziehungen zum Einsatz kommen kann (vermutlich nach einem Fehlpass). Apropos Fehlpass - qualitativ hochwertiges Zitat dazu: "Das war ein ziemlich schwacher Fehlpass." meinte einst Heribert Faßbender, aber den lässt die ARD schon lange nicht mehr kommentieren.
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14/2007

  • Auf MDR Info: "Wir sind eine Multi-Kulti-Kultur." und in jeder Uni gibt's einen Stura-Rat;-)
  • Nachtrag zum Thema Bindestriche. Ein Wort, freilich aus dem Englischen übernommen, sollte unbedingt ohne Bindestrich auskommen: Tee-Nager.
  • Aus dem Heise-Newsticker: "Unter dem Namen Indiana hat Sun ein Projekt gestartet, das Linux und Solaris kompatibler zueinander machen soll." Ich dachte immer, dass etwas entweder kompatibel sein kann oder eben nicht. In der Technik wird Kompatibilität im Sinne von Austauschbarkeit gebraucht. Ein "kompatibleres" Bauteil ist demnach "austauschbarer" als ein anderes?! Wir arbeiten hart daran, dass ePages 6 die kompatibelste Version wird, wozu auch immer…
  • Eine Radiomeldung: "…erwägt er nötigenfalls den Gang zum Bundesverfassungsgericht." Warum kommt man in diesem Satz nicht mit dem einfachen "notfalls" aus? Wahrscheinlich, weil das Bundesverfassungsgericht in letzter Zeit bei zu vielen Gelegenheiten "genötigt" wurde, sich mit Entscheidungen zu befassen, die zwar auf demokratischem Weg herbeigeführt, nichtsdestoweniger jedoch von Einzelpersonen nicht akzeptiert wurden. Jedenfalls würde ich es gegebenenfalls keinesfalls zu oft benutzen, bestenfalls oder widrigenfalls seltenenfalls;-)
  • Endlich wird eines der größten Probleme der deutschen Sprache angegangen - das fehlende große "ß" (http://www.heise.de/newsticker/meldung/89748). Wenn man wie ich Rieß heißt, sollte man eigentlich ein besonderes Interesse daran haben, dass es das ß auch als Großbuchstaben gibt. Aber meinetwegen macht sich das Deutsche Institut für Normung sicher keine Gedanken. Es könne zu Verwechslungen kommen, wenn Wörter in Großbuchstaben geschrieben werden. Als glorreiches Beispiel muss dann stets "MASSE" herhalten. Normal geschrieben kann es sich freilich sowohl um "Masse" als auch um "Maße" handeln. Ähnlich nach der Einführung der Rechtschreibreform, als nahezu ausschließlich Delfin und Känguru als Beispiele genannt wurden (wenn man nicht gerade Zoodirektor oder Tierpfleger ist, schreibt man diese Wörter doch recht selten), gilt für Masse/Maße, dass sie sehr selten allein, vollkommen außerhalb eines Kontextes stehen. In einem solchen kann man jederzeit erkennen, was gemeint ist ("MASSE: 5,6 kg" oder "MASSE können Toleranzen aufweisen"). Ein Beispielsatz soll die unkritische Verwechslungsgefahr noch unterstreichen: "Das FLOSS FLOSS dahin bis ich mir in den SCHOSS SCHOSS, woraufhin ich in einem BUSSE BUSSE tat und anschließend GENOSS der GENOSSE MASSEN von dem in geringen MASSEN servierten Getränken." Früher half man sich übrigens mit "MASZE", ich kann mich an meine erste Kreditkarte erinnern, auf der "RIESZ" stand. Im nicht-ß-kennenden Ausland hilft das alles allerdings wenig. Eine kanadische Amtsperson war in heller Aufregung, als sie meinen Pass (damals noch Paß) sah und rief eine Kollegin an: "It looks like a 'B'." Ich brauche das große Eszett nicht unbedingt, aber wenn die Typographen unbedingt eines erschaffen möchten - bitte. Wo allerdings werden wir dann auf unserer Tastatur das "?" finden? Weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Versal-Eszett
  • Homonym der Woche: die Beize. Entweder kann es sich hierbei um eine Jagdform oder um Gerbflüssigkeit handeln. Wenn einem allerdings das Beizjagdglück hold war und ein Stück Wild mit Fell erlegt wurde, dann braucht man nach der Beize Beize, um das Fell haltbar zu machen.
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13/2007

  • Die TA-Sportredaktion untertitelt ein Zitat mit: "Erwin Staudt, Präsident des Titanwärters VfB Stuttgart" - Titanwärter? Für weniger eingefleischte Fußballfans - der VfB liegt in der Meisterschaft knapp auf Platz 2 ist somit Anwärter auf den Titel. Daran sieht man, wie entscheidend ein "el" sein kann. "Schalom" bedeutet z.B. Friede und "el Schalom" bedeutet dann freilich Elfriede;-)
  • Die ADAC-Zeitung interviewt unseren Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee zum Thema "Warum fließen nicht alle LKW-Maut-Einnahmen in den Straßenbau?" Seine Antwort beginnt so: "Gut die Hälfte - und damit der größte Anteil aus den Mauteinnahmen…" - da haben wir sie wieder, die größere Hälfte. In dieser Woche tagte der Arbeitskreis Steuerschätzung der Bundesregierung - hoffentlich rechen die nicht genauso.
  • "Ihr Akzent war sichtlich hörbar." - weitere Möglichkeit: olfaktorisch fühlbar;-)
  • Spiegel Online schreibt: "Der Verlag nennt es sinnlich - die Fotos aber wirken eher sachte pornös. Das muss man mögen." (danke Peter) "Pornös" ist der letzte Schrei bei der Erfindungen neuer Adjektive. Ich halte mich aber bzgl. weiterer Kommentare bedeckt, bin sozusagen deckös.
  • "…meines Wissens nach…" (danke Daniel) Erstmal muss man den Sprecher loben, weil hier der Genitiv benutzt wird. Lasst uns aber Zeit und Platz sparen und auf die Präposition "nach" hinter "meines Wissens" verzichten. Alternativ kann man den Dativ benutzen und "nach meinem Wissen" sagen.
  • Und die TA von gestern zur Liste der 100 schönsten Frauen: "Thüringens Supermodel Eva Padberg verführt zwar auf der sieben, fiel aber damit um acht Plätze zurück." Wenn man annimmt, dass es einen nullten Platz gibt, war die Eva im vorigen Jahr also auf Platz -1.
  • Homonym der Woche: das Bankett. Einerseits ist das Bankett ein Festmahl, andererseits der Straßenrandstreifen. An den Rändern mancher Straßen gibt's allerdings so viel Müll, dass sicher so mancher Nager, Igel und Vogel ein Festmahl halten kann.
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12/2007

  • Thema der Woche: Zusammengesetzte Nomen und der Bindestrich. Ich gebe zu, dass die Rechtschreibreform (oder Recht-Schreib-Reform?) und ihre anschließenden Nachbesserungen nicht gerade zur Vereinfachung des Themas beigetragen haben. Allerdings gibt es eigenartige Auslegungen der Schreibweise. Zunächst einige Beispiele:
    • Park-Mitarbeiter, Fisch-Sterben, Diamanten-Raub, Hand-Mixer - hier wurde überflüssigerweise versucht, immer einen Bindestrich zu setzen
    • Cannabisbesitz, Styroporschachtel - an der Komplexität der Wörter kann das nicht liegen, denn hier wurde auf den Bindestrich verzichtet (was in Ordnung ist)
    • FundraisingForum, WebServices - offenbar ist es so, dass wenn man nicht genau weiß, ob man nun getrennt oder zusammen schreibt oder einen Bindestrich dazwischen setzt, dann einfach die beiden Wörter zusammen schreibt, den zweiten Teil jedoch dennoch mit einem Großbuchstaben beginnt. Angeblich wird das der besseren Lesbarkeit wegen gemacht, was allerdings eine Unsitte und außerdem falsch ist.
    • "Das Selbe" - na das gibt's nun leider überhaupt nicht. Das Demonstrativpronomen "dasselbe" wird selbstverständlich zusammen geschrieben.
    • Eine ganz besonders verwirrende "Kombi-Nation" aus Leerzeichen und Bindestrich liefert ein Geschäft am Westbahnhof in Jena: "Modell Bahn-Shop". Handelt es sich etwa um einen Bahngeschäft, welches derzeit noch im Probebetrieb arbeitet, also als Modellversuch? Oder ist unter "Modell" etwa ein Mannequin, eine Nachbildung in verkleinertem Maßstab oder ein Muster zu verstehen? Also der Laden hat eine normale Größe (im Gegensatz zu den Produkten) und eine junge Dame namens "Bahnshop" ist mir dort auch noch nie aufgefallen. Warum hätte man nicht einfach "Modellbahnshop" schreiben können?
    • Grundsätzlich sollte man einen Bindestrich dann setzen, wenn z.B. ein Wortteil besonders hervorgehoben werden soll (z.B. Soll-Stärke) oder es zu Missverständnissen kommen kann (z.B. Musiker-Leben <--> Musik-Erleben) oder wenn man das Zusammentreffen dreier gleicher Buchstaben vermeiden möchte (z.B. Schiff-Fahrt). Außerdem können mehrgliedrige Wörter aus dem Englischen mit Bindestrich getrennt (z.B. Application-Server), wobei hier auch die englische Schreibweise mit Leerzeichen erlaubt ist (Application Server).
  • Die TA meldet am 30.04.2007: "…die heutige Welt ist globaler." Früher war die Welt nur global, heute ist sie globaler und morgen schon wird sie...
  • Und wenn man den Blick versehentlich über den Anzeigenteil derselben Gazette schweifen lässt: "…sie sollte ein ansprechendes geflecktes Äußeres haben" - es war allerdings nicht im Tiermarkt abgedruckt, wo jemand einen Leoparden suchte, sondern unter "Er sucht sie" - von wegen unbefleckte Empfängnis!
  • Homonym der Woche: der Balg. Es kann sich hierbei um einen Luftsack (Blasebalg) oder ein unartiges Kind handeln. Die Überleitung von einer Bedeutung zur anderen wäre: "Aufforderung an ein unartiges Kind, einen Luftballon aufzupusten" --> blase Balg!
  • Aus einem Shop: "Wiederrufsbelehrung" - die hallt in den Ohren nach;-)
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11/2007

  • "Das ist meine persönliche Meinung." (danke Charles) Selbstverständlich ist meine Meinung, meine eigene, persönliche. Meine unpersönliche Meinung kann's auch nicht sein. Da fällt mir doch gleich der Fußballer Andreas Möller ein, der sagte "Ich bin immer sehr selbstkritisch, auch mit mir selbst."
  • Werbung im Radio: "Edeka feiert 100 Jahre und bietet viele Sonderangebote" - na das wäre was für meine Söhne: 100 Jahre lang Geburtstag feiern.
  • Kommentar bei der Champions League "Manchester müsste jetzt mal Initiative erzeugen." (danke Fouad-Steffen) - dem ist nichts hinzuzufügen.
  • Denglisch der Woche: "Das wird dann abgeslidet." - sollte bedeuten, dass eine Slideshow startet;-)
  • Politikerdeutsch: "Wir haben so entschieden." sprach Minister Trautvetter. Auf die Nachfrage eines Abgeordneten, wer denn "wir" sei: "Wir ist der Minister!" - keiner weiterer Kommentar.
  • Doppelt gemoppelt: "Top-Elite" (danke Peter)
  • Aus einer Abwesenheitsnotiz: "Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich habe bis zum 02.05.2007 nur beschränkten Zugriff auf meine e-Mails." Einschränkend muss gesagt werden, dass der Satz ein wenig beschränkt erscheint.
  • Homonym der Woche: die Dichtung. Es kann sich hierbei sowohl um ein Gedicht als auch um eine Vorrichtung zum Abdichten handeln. Allerdings kann es vorkommen, dass man bei manchen Gedichten denkt: "Der war nicht ganz dicht!" Mir geht das meistens bei Ernst Jandl so: "Ich hier sein - wo sein? - ich ich sein - wer sein? - ich jetzt sein - wann sein? - ich jetzt hier sein"
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10/2007

  • Pluralbildung: Letztens las ich ein Buch in deutscher Übersetzung und dort "...rannte er einige Häuserblocks weiter…" Häuserblocks? Freilich gibt es "block" auch auf Englisch, aber der Plural des deutschen Wortes Block ist immer noch Blöcke, oder? Somit gibt es weder Neubaublocks noch Häuserblocks - es sei denn, wir benutzen den Genitiv: "Die Fassade des Neubaublocks wurde renoviert."
  • Denglisch der Woche: "...Kinder und Jugendliche seien völlig oversexed...." (danke Peter) Ja, die Einführung der englischen Sprache. In der TA stand letztens in einem Interview mit einer Jugendlichen (politisch korrekt heißt bestimmt bald "Jugierende";-) "Hier kann ich ungestört mit meinen Freunden chillen." - klingt immerhin besser als "abhängen" oder "rumhängen", macht die "Tätigkeit" an sich jedoch nicht viel besser. Da die Temperaturen steigen, zeigen die chillenden Mädels noch mehr Fleisch als bei klirrender Kälte - allerdings können es sich die wenigsten leisten. Aber auch dafür hat die Jugendsprache einen, diemal deutschen, Begriff: Schnürschinken.
  • Wort der Woche: proprietär. Aktuell wurde der Begriff im c't-Shoptest verwendet: "Technisch gehen die Provider verschiedene Wege: Bei Strato, 1&1 und Host Europe richtet der Anwender seinen Shop in proprietären Online-Anwendungen ein." Proprietär stammt wahlweise aus der französischen oder lateinischen Sprache und bedeutet zugehörig oder auch eigentumsförmig. Bei Software wird das Adjektiv im Sinne von urheberrechtlich geschützt verwendet. Der Satz "Technisch gehen…in proprietären Online-Anwendungen…" hat daher eigentlich keinen rechten Sinn, denn ePages ist zwar urheberrechtlich geschützt, mit Technik hat der Urheberrechtsschutz allerdings nichts zu tun.
  • Die iX hat eine Übersetzung für Tagging gefunden: Rubrizierung. Derjenige, welche die Rubrizierung vornimmt, ist ein Rubrikator. Rubrizieurng hat allerdings nicht 100%ig genau etwas mit Tagging zu tun (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Rubrizierung). Eigentlich ist es eher eine Indexierung und zwar eine gemeinschaftliche, wenn mehrere mitmachen. Aber noch eigentlicher;-) muss man nicht zwangsläufig für alles eine deutsche Übersetzung haben oder kennt ihr jemanden, der statt "online" lieber "im Netz" sagt?
  • Neue Rubrik: Homonyme mit gleichem Genus (Substantive mit gleichem Artikel, aber unterschiedlicher Bedeutung) - heute: der Ausschuss. Einerseits könnte es sich um Produkte minderwertiger Qualität handeln, andererseits um ein Gremium, dess Mitglieder einen besonderen Fach- und Sachverstand haben. Bei manchen Vorschlägen von Bundes- und Landtagsausschüssen kommt mir allerdings eher wieder die Assoziation zur ersten Bedeutung;-)
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09/2007

  • Freitags unvorsichtigerweise den Fernseher eingeschaltet und durch die Programme geschaltet ("gezappt"), spricht eine Frau Sonja Kirchberger gerade: "Mallorca war ja schon vor meinem Sohn da, zu dem ich sehr close bin." - Hilfe, wo ist der Ausschalter?
  • Unsere Politiker sind ja generell sehr erfindungsreich in Bezug auf Begriffe und Phrasen. Eine solche, die man sehr oft hört, ist z.B.: "Wir haben das Gesetz auf den Weg gebracht." Herr Bundesminister Glos sprach sogar davon, dass "Ziele auf den Weg gebracht wurden." Das ist ein sehr schöner Zug, meine Damen und Herren Politiker. Es, das auf den Weg gebrachte, wird dann allerdings leider allzu oft auf eben diesem Weg allein gelassen, es nimmt vielleicht auch nicht die richtige Richtung und deshalb hört man leider sehr, sehr selten die Feststellung "Dieses und jenes Resultat haben wir erreicht."
  • "Jenseits von Gut und Böse" wird mittlerweile völlig falsch verwendet, meist für im übertragenen Sinne "extrem böse", aussätzig, abnormal weit weg vom Standard der Gesellschaft. Dabei bedeutet es doch eigentlich Mittelmaß, Durchschnitt, unauffällig, nicht der Rede wert, stinknormal, nix zu feiern und nix zu betrauern. In der Bundesliga ist eine Mannschaft im Mittelfeld spätestens nach dem letzten Spieltag jenseits von Gut (Meisterschaft, Europacup-Qualifikation) und Böse (Abstieg). (danke Wolfram) Was lehrt uns das? ePages 5 soll keinesfalls jenseits (also zwischen) von Gut und Böse sein!
  • Kleine Stilkunde: selber, gerne, alleine - im standardsprachlichen Gebrauch, also wenigstens im schriftlichen Deutsch, sollten stilistisch besser die Formen selbst, gern und allein benutzt werden.
  • Gestern erhielt ich eine Ansichtskarte aus Dresden. Auf der Rückseite der offizielle Aufdruck "Schloss Pillnitz, Sommerresidenz August dem Starken". Wegen "dem Dativ" an der falschen Stelle bekomme ich noch Magengeschwüre;-)
  • Zum gleichen Thema bei Heise.de (http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12479958&forum_id=114743): Zum Ausstieg Shai Agassis bei SAP schreibt ein User "Der gute Mann hat doch nur einen Bachelor und nicht einmal einen Master, geschweige einen ordentlichen Diplom." Dies kann ein zweiter User natürlich nicht auf sich beruhen lassen und kontert mit "Der Master ist einem Diplom gleichwertig." Also, wegen dem sächlichen Geschlecht von Diplom (nicht der, sondern das Diplom) kräuseln sich zuerst die Nackenhaare, infolge dem uns dann der geballte Dativ entgegen schlägt, statt dem Genitiv. Aber mal ehrlich, wenn heute einer auf der Straße "Der Master-Abschluss ist eines Diploms ebenbürtig." sagte, dann würde mindestens die Hälfte der Leute denken "Wow - der muss wirklich studiert haben, wenn er so gestelzt daherredet."
  • Aus der Beschreibung des Produktes Fritz!Fon 7150: "…Voipen bei ausgeschaltetem PC" (danke Jürgen) - klar, wenn es googlen, skypen und simmsen gibt, warum nicht auch voipen? Apropos SMS: Man kann eigentlich keine SMS verschicken, sondern lediglich den Short Message Service nutzen. Man schickt daher genau genommen eine SM. Aber Vorsicht vor "SM-Service" - das könnte missverstanden werden.
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