Deutschthemen zum Freitag - Das Blog
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Ja, Sie lesen richtig: das Blog. Da es sich um das Internet-Tagebuch handelt, ist Blog von sächlichem Genus. Aber das nur als Erklärung für die Überschrift.

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Gern dürfen die Beiträge zitiert werden - über eine entsprechende Quellenangabe mit Link freue ich mich.

Die bisherigen Ausgaben stehen jeweils als zusammengefasster Beitrag zur Verfügung. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.


631 - 640 von 679 Ergebnissen
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4/2008

  • Pleonasmus ("runde Kugel") der Woche I: "richtige Wahrheit" - klar, wir müssen immer aufpassen, dass und niemand falsche Wahrheiten verkauft;-)
  • Pleonasmus der Woche II: "Wir haben ein persönliches Einzelgespräch geführt." Ich hoffe, dass mit dir niemals jemand ein "unpersönliches Einzelgespräch" führen wird.
  • Pleonasmus der Woche III:"Das ist nur eine winzige Kleinigkeit." - quasi ein Kleinigkeitchen.
  • In der Tagesschau: "Von Herrn Clement lassen wir uns nicht auseinander dividieren." Fragt sich nur, ob man auch etwas "zusammen dividieren" kann?! Natürlich nicht und auch "zusammen addieren" ist eine unnötige Übertreibung, welche i.d.R. nur Politikern erlaubt ist;-)
  • Die OTZ beschäftigt sich mit der Jugendkriminalität: "Die Rückfallquote ist negativ." (danke Steffen) Wenn die Rückfallquote negativ ist, gibt es dann wieder mehr Fälle?
  • Denglisch der Woche: "Ein change fatiguer Mitarbeiter ist die ewigen Reorganisationen satt und veränderungsmüde." (danke Herr Kletschka) Hauptsache, ich drücke mich so aus, dass meine Zuhörer oder Leser mich verstehen - bei "change fatiguer" habe ich da so meine Zweifel.
  • Neue Wortschöpfungen:
    • Guido Westerwelle: "Die gefühlige Knutisierung der Politik ist nicht meine Sache." (danke Jan) Inzwischen ist der Eisbär Knut gar nicht mehr so knuddelig, dass es sich lohnte, ihn gleichsam zum Begriff zu erheben.
    • Stefan Kretzschmar über einen erst kürzlich eingebürgerten Ungarn: "Den haben sie erst jüngst eingeungart." (danke Steffen) An "eingedeutscht" haben wir uns gewöhnt, aber was sagt man wohl in der Türkei? Getürkt;-)
  • Ein Sprecher des Verbandes der Krankenkassen zur Reform der Pflegeversicherung: "Ich gehe davon aus, dass diese Beträge für die Kunden nicht merkbar sind." Welch Barbarei! Die Beträge können unmerklich sein oder kaum zu bemerken, aber nicht merkbar.
  • Aus einem Bewerbungsanschreiben mit zunächst fehlenden Anlagen: "...bitte entschuldigen Sie meinen Faupax." Da gewöhnen wir uns nun mehr und mehr an englische Begriffe und verlernen darüber die französischen - welch ein Fauxpas!
  • Homonym der Woche: der Hascher. Ein Haschischraucher und in Österreich die Bezeichnung eines armen Menschen. Da ich annehme, dass Haschisch teuer ist, kann in der Alpenrepublik daher kein Hascher ein Hascher sein, es denn, er wird dazu eingeladen.
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3/2008

  • Hyperlativ der Woche: "optimierter" - nur eine optimierte Lösung zu haben, reicht in der heutigen Zeit natürlich schon lange nicht mehr!
  • Denglisch der Woche I: "Greenpäcks - Das sind Zusammenstellungen aus 6 verschiedenen Pflanzen zu verschiedenen Themen." Bitte nicht essen - schmeckt äcks;-)
  • Denglisch der Woche II: "Deutschland ist fast schon overbanked." (IWB 23/07) Das hätte man auf Deutsch nicht besser sagen können;-)
  • Denglisch der Woche III: "gecustomiseder Shop" (danke Daniel) Diese Schreibweise wäre dann von der Insel übernommen. Adaptiert aus dem Amerikanischen hieße es wohl "gecustomizeder Shop" oder "gecustomizter" oder eigentlich "(nach Kundenbedürfnissen) angepasster Shop". Übrigens ist "Level of customization" kein bisschen kürzer oder intelligenter als "Anpassungsgrad" und der deutsche Begriff wird trotzdem verstanden.
  • Angesichts des Doping-Vorwurfs gegen eine große Anzahl deutscher Wintersportler sprach die TA vom "Super-GAU". Obgleich Doping freilich keinesfalls gut geheißen werden kann, sollte man sich als Journalist dessen bewusst sein, dass die Abkürzung GAU für "Größter Anzunehmender Unfall" steht. Der Superlativ "größter" kann jedoch nicht weiter durch den Zusatz "super" gesteigert werden.
  • "Das U-Boot musste höher tauchen." Im ersten Moment klingt das lustig, weil man vom normalen Standpunkt aus, welcher sich i.d.R. wohl oberhalb der Wasseroberfläche befindet, "tauchen" stets mit etwas verbindet, was nach unten gerichtet ist. Andererseits wäre "auftauchen" auch nicht richtig, weil dies bedeutet, dass das U-Boot teilweise aus dem Wasser ragt. So beschreibt "höher tauchen" es vermutlich am besten, oder?
  • Untertreibung der Woche: "ein kleines Mini-ERP-System". Selbst das ließe sich noch schrumpfen, indem man "Systemchen" schriebe.
  • Pleonasmus ("runde Kugel") der Woche: "Das nehmen wir als initialen Startschuss."
  • Homonym der Woche: die Horde. Als Horde bezeichnet man ein Flechtwerk oder Lattengestell aber auch wilde Menge. Um deren Herr zu werden, sperre man die Horde in die Horde.

 

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2/2008

  • Dass Bindestriche durchaus eine Bedeutung haben und nicht durch ein Deppen-Leerzeichen ersetzt werden sollten, kann man auch daran erkennen, dass manchmal explizit kein Bindestrich geschrieben werden sollte. Ein Newsletter bot z.B. "Frosch-Scheuermilch" an. Liebe Tierschützer keine Angst, es handelt sich um Scheuermilch des Herstellers Frosch, also "Frosch Scheuermilch".
  • "Lernsoftware aus Jena erhält Medienpreis" titelt die TA. Müsste es nicht eigentlich Lehrsoftware heißen, weil die Software doch Wissen vermittelt und daher lehrt?
  • Politikerdeutsch I: Bundesverkehrsminister Tiefensee: "…dass wir in bevorstehender Zeit eine Lösung haben werden." Wenn man von der Zukunft spricht "haben werden" dann dürfte es wohl immer um bevorstehende Zeit gehen, nicht wahr?
  • Politikerdeutsch II: Der Kultusminister Thüringens, Jens Goebel, spricht bei mdr-Info über Gründe, die Schule abzubrechen. Einer davon sei "die unzureichende Unterstützung des sozialen Nahraums." Er meinte damit freilich das Elternhaus, aber als Minister kann man derlei profanes Vokabular nicht verwenden. Die Frage ist nur, ob er mit dieser Ausdrucksweise nicht den betroffenen Familien gar zu fern ist.
  • Komparativ der Woche: Gelesen in der Internet World Business 26/07: "Unternehmen will internationaler werden". International bedeutet zwischenstaatlich. Wahrscheinlich käme niemand auf die Idee, "Unternehmen will zwischenstaatlicher werden" zu schreiben. Ansonsten sind vermutlich die UNO und die FIFA die "internationalsten" Organisationen, oder?
  • Aus einer Fehlerbeschreibung: "Gehe zur Produktdetailseite -> Produkt & Preis sichtbar (Default Variation), aber nicht kaufbar" - selbstverständlich muss es "käuflich" heißen, kaufbar ist barbarisch.
  • Homonym der Woche: der Horst. Klar, ein männlicher Vorname und auch ein Raubvogelnest. Wenn Horst also Ornithologe ist, kann ein Horst im Horst sitzen.
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Mehr über: hyperlativ, politiker
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1/2008

  • Bei ntv: "Ab dem 1.1.2008 wird das Rauchverbot für alle Kneipen (…) in Kraft treten." (danke Jan) Also die Bayern handhaben das Rauchverbot erfreulicherweise sehr strikt. Aber dass neben den Gästen und Angestellten die Kneipe selbst auch nicht rauchen darf?! Das was in der Küche abziehen muss, kann als Dunst bezeichnet werden, aber wenn die Kneipe über einen Kamin verfügt, muss der nun still gelegt werden;-)
  • Angela Merkel: "Der Aufschwung ist unten angekommen." Das ist schon paradox, oder?
  • Interview mit Skispringer Michael Neumayer nach einem dritten Platz: "Als ich in die Kabine gekommen bin, haben sich alle brutal gefreut."
  • Denglisch der Woche: "Der erste Formater in dieser Klasse ist…" Interessant an "Formater" ist, dass das englische Wort "Formatter" heißt und auf Deutsch eigentlich ein Formatierer ist.
  • In einem historischen Buch las ich: "Sie gab ihm einen lohfarbenen Mantel." Und wer weiß jetzt gleich, welche Farbe das ist? Lohfarben kommt von "mit Lohe (eine Gerbrinde) gerben". Gerben ist die Verarbeitung von Tierhäuten zu Leder. I.d.R. handelt es sich bei lohfarben um ein helles Rotbraun.
  • Homonym der Woche: die Lohe. Wie eben beschrieben handelt es sich einerseits um Gerbrinde, andererseits um die Glut oder die Flamme sowie auch ein Mittel zum Konservieren von Segeln und Fischernetzen. Außerdem gibt's eine Fluss namens Lohe, ein Nebenfluss der Oder in Polen (heißt dort Ślęza). Wenn es an der Lohe Fischer und Gerber gibt, die gern am Feuer sitzen, dann sitzen sie an der Lohe und arbeiten mit der Lohe und wärmen sich an der Lohe.
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Mehr über: denglisch, politiker
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42/2007

  • Vorweihnachtszeit - es werden wieder mehr Märchen vorgelesen, hoffe ich zumindest. Wenn man sich einen dicken Band der guten alten Brüder Grimm vornimmt, so fällt sprachlich nicht nur auf, dass dort jede Menge inzwischen altmodische Begriffe und Wendungen benutzt werden. Grammatikalisch spielt freilich die Zeitform Präteritum, also die Vergangenheit die entscheidende Rolle. Fast schon eigenartig mutet die Benutzung deshalb an, weil nicht wie heute zumeist gebraucht, ein quasi sittsam aus dem Englischen übernommener eingedeutschter Present Perfect verwendet wird. Beispiele? Gern: "Was hast du heute früh gegessen?", "Welchen Film habt ihr euch gestern angesehen?", "Ich bin vorgestern schon früh ins Bett gegangen." und "Ich habe letzte Nacht kein Auge zugemacht." Caesar sprach schließlich auch nicht: "Ich bin gekommen, ich habe gesehen und habe gesiegt." Aber gebt zu, wenn wir heute folgende Sätze formulieren, wie "Ich sah mir gestern den Tatort an." oder "Ich aß Jogurt zum Frühstück." oder "Ich schlief letzte Nacht ausgezeichnet." dann mutet das etwas komisch an. Aber eigentlich ist daran nichts auszusetzen - grammatikalisch ist alles sauber und inhaltlich versteht es auch ein jeder, oder?
  • "Ich habe mir also mal die aktuellen (noch geschätzten) Umsatzvolumen…" Der Plural mancher Fremdwörter ist offenbar trickreich, der von Volumen lautet Volumina. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man immer auch die deutschen Begriffe nutzen. Beispiele: Aquarium --> Fischgläser, Globus --> Weltkugeln;-)
  • Die TA übertitelt einen Polizeibericht: "Safe im Autohaus aufgeflext" Aha - man kann nicht nur "kärchern", sondern auch "flexen" bzw. sogar "aufflexen". Der Name des Herstellers oder Gerätes wird also als Verb benutzt. Weiter gedacht hieße das: "Ich excele mal diese Zahlen." und "Photoshoppen Sie dieses Bild, bevor Sie es verwenden." und "Kaufen Sie noch oder ePagen Sie schon?"
  • Neue Begriffe in der Ausgabe 25 der Internet World Business:
    • Es gab eine Umfrage über "Zahlungsstörungen". Ich dachte, man zahlt oder eben nicht. Aber wir erfahren, dass ähnlich Verdauungs- oder Verkehrsstörungen die Gründe oder Ursachen für die nicht getätigte Bezahlung der Ware gefragt waren. Sieht man sich allerdings manche Gründe genauer an (Adresse falsch oder Annahme verweigert), so stehen diese nicht unmittelbar mit der Zahlung in Zusammenhang. Vermutlich bilden sich bei häufigen Vorkommnissen dieser Art vor dem PC des Händlers aber atmosphärische Störungen.
    • "eBay und T-Mobile partnern" Freilich gibt es das Wort "Partnern", z.B. in dem Satz: "Es ging um die Zusammenarbeit mit mehreren Partnern." (In diesem Fall Dativ, Zusammenarbeit mit wem.) Aber als Verb? Komischerweise stört es vermutlich wenige Leser, da es um zwei Firmen geht. Aber wenn der Standesbeamte demnächst spräche: "Möchten Sie mit dem hier anwesenden Max Mustermann partnern?" Oder in der Sportschau kündigt man die Mannschaftsaufstellung an mit: "Im Sturm partnern wieder Toni und Klose." Das gäbe zumindest Anlass zu Spekulationen.
  • In nahezu jeder Stadt gibt es Häuser aus der Gründerzeit. Interessant, dass ein bestimmter Zeitraum wirtschaftlichen Aufschwungs (im 19. Jahrhundert bis zum großen Börsenkrach 1873) einen solchen Namen trägt und behält. Als wäre davor oder danach nichts mehr gegründet worden. Insbesondere Ende der 1990er Jahre und nach 2000! Zugegeben waren zu viele dieser Gründungen auf Sand gebaut. Aber im guten Business-Denglisch werden wir bestimmt demnächst von der "Start-Up-Ära" sprechen.
  • Homonym der Woche: der Stollen. Grundsätzlich natürlich der Gang im Bergwerk. Neben weiteren Bedeutungen im Zusammenhang mit Schuhen, Hufeisen, Ilmenau, Literatur und Tischlereien (http://de.wikipedia.org/wiki/Stollen) möchte ich den vorweihnachtlichen Bezug nutzen und auf das mittlerweile über das Erzgebirge hinaus populäre Gebäck hinweisen. Dieser Stollen heißt so, weil er - aufgeschnitten - wie der Eingang zum Bergwerksstollen (Mundloch genannt) im Winter aussieht (die Form). Der Puderzucker symbolisiert den darauf liegenden Schnee und die Rosinen das im Erzgebirge früher abgebaute Silber. Heiligabend fand eine sog. Mettenschicht statt. Der Steiger, der Chef der Bergleute, hielt eine Predigt im sog. Huthaus und dann gab's ein einfaches Essen (Bratwurst, Kartoffelbrei und Sauerkraut), Kräuterschnaps und eine Zigarre. Ob die Bergleute Stollen im Stollen aßen, ist mir nicht bekannt.

 

So, das waren für 2007 die letzten Deutschthemen. Ich freue mich auf 2008 und möglichst viele unterhaltsame kleine und große Tücken in unserer Sprache. Und darauf, dass ihr als Leser etwas Spaß daran habt - Resonanz in Form von Kommentaren und Hinweisen jederzeit erwünscht.

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Mehr über: neue Wörter, präteritum
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41/2007

  • Thema bei heise.de: "Dezember-Patchday: Microsoft will Windows noch dichter machen" Der Dichter…äh…der Redakteur meint wohl sicherer. Vergangene Woche durften wir ja lernen, dass der Internet Explorer sicherer als Firefox sei - fand MS heraus. Erinnert mich an den Witz, dass ein amerikanischer Arzt herausgefunden habe, dass Rauchen nicht schädlich sei - gez. Dr. Marlboro. Interessant ist jedoch, dass sich das Gegenteil von dicht, also undicht, durchaus steigern lässt. Tropft es nur ein wenig aus einer Rohrleitung, so ist diese undicht. Wenn aus einer anderen Leitung jedoch ein richtiger Wasserstrahl herauskommt, ist sie undichter als die erste Leitung, oder?
  • Pleonasmus der Woche (runde Kugel): "Schluss-Resümee" (danke Peter) Ich empfehle, dieses in jedem Fall nach dem Prä-Vorwort zu ziehen.
  • Dass auch Zeichen und Symbole zu Missverständnissen oder komischen Situationen führen können, beweist folgender Dialog zwischen meinem Sohn (5) und seiner Mutter beim Zugehen auf eine Ampel mit Bedarfsschaltung für Fußgänger: "Mama, da hast du aber Glück, dass ich dabei bin - die Ampel ist nämlich nur für Männer!"
    Ampel.JPG




    Es ist schon sehr verwunderlich, dass Alice Schwarzer das hat bisher durchgehen lassen. Ich werde den Bundesverkehrsminister informieren, dass diesem Chauvinismus unverzüglich ein Ende gemacht wird.






  • Eben gehört: "Ich bin schon immer ein Anti-Fan von..." Nach Anti-Aging (steht sogar im Duden) jetzt noch das! Kann man ein Gegen-Fanatiker sein? Auf jeden Fall kann man gegen Fanatiker sein. Eigentlich hätte jedoch "Ich war noch nie ein Freund von…" oder nicht substantiviert "…lag mir noch nie." vollkommen gereicht.
  • Der Erfurter Domplatz wird in der Vorweihnachtszeit für den Weihnachtsmarkt genutzt und die Budenburg ist nachts abgesperrt. Das zugehörige Hinweisschild: "Bitte in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr den Platz umqueren." Die TA, in Gänze nicht unbedingt ein Ruhmesblatt wenn es um die deutsche Sprache geht, griff das auf und schlug augenzwinkernd vor, falls jemand durchqueren nicht könne, solle er es mit "durchrunden" versuchen.
  • Homonym der Woche: der Giebel. Sicher bekannt als senkrechter Dachabschluss (in vielen Städten im Norden gebaut als Treppengiebel), aber auch ein Fisch. Fängt man einen solchen und hängt ihn oben ans Haus, dann hängt ein Giebel am Giebel - was immer das bringen soll?!
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40/2007

  • Fehlerbeschreibung: "Sind diese Leerzeichen einmal da, dann lassen sie sich nicht mehr von Hand wegeditieren." (danke Peter) Eine sehr schöne Umschreibung für Löschen, oder?
  • Sven Fischer sprach als Ko-Kommentator vom "Ziel-Finish" (danke Peter) Sicherheitshalber kann man ja einmal dazu sagen, dass sich das Finish im Ziel abspielen soll, sonst hören die Sportler womöglich bei der Hälfte des Rennens auf.
  • Die OTZ vermeldet, dass "ein Gartenzaun durch Unfallflucht beschädigt" wurde (danke Steffen). Naja, tatsächlich kam der Gartenzaun durch den Unfall zu Schaden und der Täter beging danach noch Unfallflucht. Das ist eben so eine Sache mit dem "durch".
  • Falscher Bezug der Woche im Kicker: "... Der Kapitän und Torwart der Ostwestfalen wurde am Sonntagabend nach seinem Zusammenprall mit Bayern-Sürmer Miroslav Klose in ein Bielefelder Krankenhaus eingeliefert. Dabei zog sich der 34-Jährige einen Riss am Brustbein zu." (danke Wolfram) Wenn bisher Zweifel daran bestanden, dass es die Stadt Bielefeld überhaupt gibt - jetzt sind sie ausgeräumt! Immerhin wird man in dieser Stadt von rüden Krankenwagenfahrern derart schlecht behandelt, dass man sich bei der Einlieferung ins Krankenhaus schwer verletzen kann.
  • Die TA berichtet vom Erfurter Weihnachtsmarkt und dessen Internationalität: "Lob auf Englisch und Französisch war am Mützenstand auf dem Domplatz aufzuschnappen. 'Very nice', outeten sich zwei Frauen als Pariserinnen." Das hat freilich mit Deutschthemen nicht so viel zu tun. Interessant ist jedoch, dass ausgerechnet französische Staatsbürgerinnen Englisch sprechen und an diesem "Very nice" als Einwohner der Stadt Paris erkannt werden. Man möge sich gegenüber Journalisten daher vorsichtig verhalten, sonst wird man mit dem nächsten "Bon giorno" gleich zum Aleuten gemacht.
  • Werbetafel für einen Fernseher bei Aldi: LCD-TV „42“ (danke Heiko). Da dachte wahrscheinlich der Azubi, dass dort wo Gänsefüßchen oben stehen, auch irgendwo welche unten sein müssen. Gemeint war allerdings nicht ein Gerät vom Typ 42 sondern 42" (Zoll).
  • Unser Webinar-Werkzeug WebEx läuft neuerdings unter deutscher Oberfläche und dort, wo früher "Share Application" stand, steht jetzt "Eine Applikation teilen". Bei einer Demonstration unserer Software hatte ich anfangs Angst, der Applikations-Server könnte dabei kaputtgehen;-)
  • Sprachkonstrukt der Woche: "...denn die Beauftragung für die Migration ist jetzt geBANFt und auch freigegeben" (danke Carsten), wobei BANF = Bestellanforderung. Es gibt ja substantivierte Adjektive (z.B. das Schöne oder der Alte). Wie man aber sieht, kann man selbst Abkürzungen von Substantiven "ververben" (BANFen) und das Partizip Perfekt bilden.
  • Bei mdr-Info warnte eine Meldung Bewohner einer Insel vor einem Wirbelsturm: "…wurden davor gewarnt, mit dem Schlimmsten zu rechnen." Macht euch also keine Sorgen - es könnte noch schlimmer kommen.
  • Homonym der Woche: das Gros. Es handelt sich einerseits um den überwiegenden Teil einer Menge, aber das Gros ist auch ein Maß: zwölf Duzend. Wenn also jemand vom Gros des Gros' spricht, dann sollte es sich mindestens um mehr als sechs Duzend handeln.
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39/2007

  • Die OTZ zitiert Herrn Bundesinneninspektor Schäuble: "Die Bundespolizei werde nach dem Wegfall der Kontrollen an den Grenzen zu Polen und Tschechien in der Region sichtbarer sein als bisher." (danke Steffen) Es gibt dann dreivierteltransparente Polizisten und Polizistinnen. Im Ministerium wird derzeit an der Version des sichtbarsten Polizisten gearbeitet.
  • Post aus der Schweiz: "Mit der neuersten Version..." - einer weitere Möglichkeit, zu steigern. Neben neu, neuer, am neusten existiert nun auch am neuersten. Diese Version ist so neu, die gibt's noch gar nicht;-)
  • Bei mdr-Info: "Verkehrsminister Tiefensee dringt darauf, den Sachsensumpf trocken zu legen." Dringen bedeutet: ins Bewusstsein dringen im Sine von auffallen. Was hier eigentlich gemeint war, ist jedoch drängen (bitten, drücken jemandem zusetzen). Wenn etwas drängt, dann eilt es. Zu beachten sind auch die unterschiedlichen Vergangenheitsformen: dringen, drang/drang[e]st, gedrungen - drängen, drängte, gedrängt. Drängen ist der sog. Kausativ zu dringen, was bedeutet, dass es bei drängen um das Verb des Veranlassens geht und ich denke, dass Herr Tiefensee die Aufklärung der Korruptionsvorwürfe veranlassen möchte.
  • Pleonasmus (runde Kugel) der Woche: "Zukunftsperspektive" (danke Peter)
  • Heise.de schrieb diese Woche von "PayPal-Mitgliedern". Das wirft weniger in Fragen der Rechtschreibung Stirnrunzeln hervor, als vielmehr hinsichtlich der Tatsache, ob eine Bank (und PayPal ist mittlerweile eine solche) Mitglieder hat?! Wenn ihr also demnächst zu eurer Bank geht, so eröffnet das Gespräch mit: "Ich hätte gern einen Kredit. Ich bekomme doch bestimmt Sonderkonditionen, weil ich bereits Mitglied Ihrer Bank bin!"
  • Ein barbarischer Text: "Das Design ist individuell anpassbar, sowie das Logo einfügbar. Die werbefinanzierte Version ist kostenlos nutzbar." (danke Daniel) Einfach furchtbar oder eben fürchterlich.
  • Homonym der Woche: das Glas. Klar, ein Trinkgefäß. Aber auch eine halbe Stunde in der Seemannssprache. Der Seemann kann also durchaus ein Glas beim Glas sitzen.
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38/2007

  • Bericht in der TA über die Biathletin Kati Wilhelm: "In der kleinen Gruppe ging es individueller zu als…" Individuell hat zwei Bedeutungen. Entweder meint es das Individuum betreffend oder der Eigenart des einzelnen entsprechend, persönlich. Wenn es also bei individuell um das Individuum, einen einzelnen Menschen geht, dann kann es nicht gesteigert werden.
  • "Bahn bereitet Streikende vor" (danke Markus) Als bloße Überschrift, ohne dass man den Kontext kennt, sehr doppeldeutig. Der gesunde Menschenverstand sagt freilich, dass die Bahn das Ende des Streiks vorbereitet. Andernfalls fragen wir uns, worauf die Bahn die streikenden Lokführer vorbereiten sollte - doch nicht etwa auf die Aussicht eines eigenen Tarifvertrages?
  • Gelesen bei eBay: "Sie bieten hier auf 8 -Die kinder Uni CD's.Sie sind ab 7. Es sind sehr vile spanende Themen vorhanden,und man lehrnt sehr viel." (danke Su) Leider hat der Anbieter aus den CD nichts gelernt. Besonders für Dreher und Fräser sind die "spanenden Themen" gedacht;-)
  • Denglisch der Woche: "hat um 11:25 mit folgender Meldung gepaniced und neugestartet" (danke Karsten)
  • Eine (zu) hastig geschriebene SMS: "Bin beim Vortrag vom Bundesfinanzminister Steinbruch." Selbstverständlich könnten wir hier den verwendeten Dativ missbilligen (besser: "...des Bundesfinanzministers…"), aber bei "Steinbruch" zeigen sich wieder einmal die Schwächen von T9 - Steinbruch kommt in der Liste der Wahrscheinlichkeit deutlich weiter oben als Steinbrück. Hoffen wir, dass der Schreiber für diesen Fauxpas nicht in den Steinbruch muss;-)
  • Im Kicker-Online: "Der 38-jährige Kerpener fuhr in Barcelona ohne Traktionskontrolle an beiden Tagen Bestzeit, denn die ist ab nächstem Jahr verboten" (danke Wolfram) Klassischer Fall falschen Bezugs, denn natürlich ist mit dem Verbot die Traktionskontrolle und nicht die Bestzeit gemeint.
  • Homonym der Woche: der Bückling. Eine heute leider weitgehend unbekannte Höflichkeitsform als Verbeugung sowie ein geräucherter Hering. Ob Bücklinge Bücklinge machen, ist mir nicht bekannt.
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37/2007

  • Große Anstrengungen, dass Deutschland bei den nächsten Pisa-Studien besser abschneidet. Der Nestle-Konzern hat die Inkarnation der Schokolinsen, die Smarties im Angebot. Die gibt es in verschiedenen Verpackungen eine davon als Buchstaben-Domino. Auf jeder Seite der kleinen Schachtel befinden sich zwei Buchstaben nebst dazu passendem Bildchen. Beispiele: U wie Uhr, E wie Erde und H wie Heft. Neben dem D ist allerdings eine Tube abgebildet?! Vielleicht ist das aber auch absichtlich so - meine Jungs kamen allerdings etwas verunsichert angelaufen und fragten, ob Tube denn nicht mit T geschrieben werde.
  • Eine Meldung Radio in Bezug auf evtl. bevorstehende Fankrawalle beim Fußball: "…dass die Sicherheitskräfte im Vorfeld reagieren können." (danke Peter) Manche sind eben ihrer Zeit voraus...
  • "geloadbalanct" (danke Steffen) Auch "loadbalancen" ist inzwischen ein deutsches Verb und benötigt daher ein Partizip Perfekt;-)
  • Gefunden im Drucker - ein Marketingfragebogen, Überschrift: "Wegweißer zum Shoperfolg". Damit haben wir, konträr zum "blau-weisen Symbol" von letzter Woche Leute, die die uns etwas weiß machen wollen. Passend zur kommenden Jahreszeit, wird der Weg weiß - hoffentlich habt ihr alle schon die Winterreifen aufgezogen.
  • Homonym der Woche: der Flor. Als bezeichnet man die Blüte oder Blütenfülle, aber auch eine samtartige Gewebeoberfläche. Wenn also Blüten auf einem Samtstoff sind, dann ist Flor auf dem Flor. Übrigens: Nicht verwechseln mit Fluor (chemisches Element), Flour (engl. für Mehl) und Flur (der Flur: Gang in einem Gebäude; die Flur: Wiesen und Lichtungen in der Natur)
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